James Jesus Angleton, über einen Zeitraum von drei Dekaden Chef der CIA-Spionageabwehr, hatte mir schon vor recht langer Zeit erklärt, dass Geheimdienste Geschichten innerhalb von Geschichten kreieren. Jede dieser Geschichten unterliegt einer sorgsam konstruierten Beweisspur, um falsche Spuren zur Ablenkung der öffentlichen Aufmerksamkeit auszulegen. Eine derart mühevolle Arbeit kann einer ganzen Reihe von Zielen und Zwecken dienen. 

Diese ausgeklügelte Form der Aktivitäten lässt sich nutzen, um eine unschuldige Privatperson oder eine ganze Organisation in Misskredit zu bringen, welche im Hinblick auf eine wichtige Angelegenheit gegenteilige Positionen einnehmen und/oder der Umsetzung von bestimmten politischen Agenden im Weg stehen.

Diese ausgeklügelte Form der Aktivitäten lässt sich ferner nutzen, um eine falsche Fährte zu legen. In diesem Zuge wird die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von einer unzufrieden stellenden Erklärung hin zu einer alternativen – doch ebenso wahrheitswidrigen – Erklärung, die produziert und abgegeben wird, gelenkt. 

Ich habe vergessen, wie Angleton diese Vorgehensweise bezeichnete, doch die Strategie basiert darauf, innerhalb einer falschen Geschichte noch andere Geschichten zu kreieren, die existieren – jedoch aus Gründen der „nationalen Sicherheit“, „politisch sensiblen Themen“ oder irgendeinem anderen dieser Gründe – zurückgehalten werden. 

Falls die offiziell verlautbarte Geschichte angezweifelt werden sollte, kann eine Backup-Geschichte nachgeschoben und veröffentlicht werden, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in Richtung dieser neuen, jedoch ebenso falschen, Geschichte umzuleiten oder um die erste offizielle Version zu dieser Geschichte zu unterstützen. 

Angleton teilte mit, dass die Geheimdienste deren notwendiges Begehen von Missetaten schützten und verschleierten, indem deren begangene Missetaten in Form von miteinander konkurrierenden Erklärungen verborgen würden.

Zum aktuellen Zeitpunkt die Kunstfertigkeit der Expertenriege beobachtend, welche der Geschichte „Die Saudis stecken hinter 9/11“ gerade Auftrieb verleiht, habe ich mich darüber gewundert, ob es sich im Fall der Geschichte um die Saudis nicht vielleicht um eine durch Angleton beschriebene Geschichte innerhalb einer Geschichte handeln könnte.

Die offizielle Version zu 9/11 hat über die letzte Dekade zu viel Hiebe einstecken müssen, um weiterhin breite Anerkennung in der Öffentlichkeit zu finden. Der Kollaps von Gebäude 7, das – wenn mich die Erinnerung nicht trügt – noch nicht einmal im offiziellen Bericht der 9/11-Kommission Erwähnung fand, erwies sich nachweislich als kontrollierte Zerstörung.

Gebäude 7 kollabierte in Erdbeschleunigungsgeschwindigkeit, was sich nur im Zuge einer kontrollierten Zerstörung erreichen lässt. Über 100 Feuerwehrleute, Polizeibeamte und Wartungsangestellte des Gebäudes, die sich vor dem Zusammenbruch im Innern der beiden Türme befanden, gaben an, mehrere Explosionen gehört und gesehen zu haben.

Unter Bezugnahme auf William Rodriguez, einem Wartungsangestellten im Nordturm, sei es noch vor dem Zeitpunkt, zu dem Flugzeuge die Türme getroffen haben sollen, zu Explosionen unterhalb des Kellergeschosses des Turms gekommen. Ein Team von internationalen Wissenschaftlern hat im Staub der Türme sowohl reagierte als auch unreagierte Rückstände von Explosivmaterial und Substanzen gefunden, die dazu in der Lage sind, ohne Umschweife die extrem hohen Temperaturen zu erzeugen, die Stahl schmelzen lassen. 

Eine große Anzahl von Piloten – sowohl im kommerziellen wie auch im militärischen Bereich – hat die Fähigkeit der angeblichen Flugzeugentführer, die über nur unterdurchschnittliche Flugfähigkeiten verfügt haben sollen, in Frage gestellt, diverse Flugmanöver – welche die jeweiligen Flugbahnen der Flugzeuge voraussetzten – durchführen zu können. 

2.500 Architekten und Ingenieure haben zu einer unabhängigen Untersuchung mit Blick auf den Zusammenbruch der beiden Türme, die laut Zertifizierung dazu in der Lage gewesen sein sollen, einer Kollision mit Flugzeugen stand zu halten, aufgerufen. Die jüngste Enthüllung, dass die 9/11-Anschläge durch die saudische Regierung finanziert worden sein sollen, hat eine Unterstützung zugunsten der angezweifelten offiziellen Geschichte zum Ergebnis.

Gleichzeitig wird die wachsende Erkenntnis in der Öffentlichkeit befriedigt, die langsam aber sicher auf den Trichter zu kommen scheint, dass im Hinblick auf die bis zu diesem Zeitpunkt offiziell verlautbarte Geschichte irgendetwas nicht stimmen kann. 

Kommentatoren und Medien sprechen mit Blick auf die Finanzierung der 9/11-Anschläge durch die Saudis von einer großen Enthüllung, doch diese Enthüllung untermauert nicht nur, sondern stärkt auch noch die offiziell Geschichte, laut der Osama bin Laden die Anschläge exakt mittels jener Flugzeugentführer ausgeführt habe, die im Rahmen der offiziellen Version identifiziert worden sind. 

Das Bush-Regime wird lediglich aufgrund des zugunsten von deren Saudi-Freunden gewährten Schutzes sowie einer Zurückhaltung von Beweisen zu einer Finanzierung durch die Saudis verdammt. Eben jene Beweise zu einer Finanzierung durch die Saudis sind es, welche die Glaubwürdigkeit der offiziell verlautbarten Geschichte wieder herstellen.

Nichts ändert sich hingegen an der offiziellen Geschichte zum Zusammenbruch der drei WTC-Gebäude, dem Angriff auf das Pentagon sowie dem abgestürzten Flugzeug im Bundesstaat Pennsylvania. Die Wut der amerikanischen Öffentlichkeit wird nun in Richtung der Saudis aufgrund von deren Finanzierung der erfolgreichen Anschläge umgelenkt.

Die Geschichte um die Saudis groß rauszubringen, bedeutet, die offizielle Version der Geschichte zu unterstützen. Eine Anzahl von Kommentatoren, die sich unter normalen Umständen als höchst misstrauisch gegenüber der Regierung erweisen, hüpfen nun praktisch vor Freude im Kreis, weil sie nun etwas Handfestes gegen Bush vorzubringen haben.

Ihnen ist unterdessen komplett entgangen, dass eben jene Dinge, mittels derer sie Bush festnageln wollen, auch die offizielle Version zu 9/11 untermauern. Überdies haben sie es bislang versäumt zu erklären, weswegen die saudische Regierung Anschläge auf jenes Land, welches militärisch die Hand über die hält, finanzieren sollten.

Im Fall von Saudi-Arabien handelt es sich um einen langfristigen Partner der Vereinigten Staaten. Die Saudis akzeptieren den Empfang von grünen Papierfetzen für deren Ölexporte, um dieses grüne Papier wiederum in Form eines Kaufs von amerikanischen Staatsanleihen sowie amerikanischen Waffensystemen zu recyceln.

Was hätten die Saudis also zu gewinnen gehabt, indem sie die US-Regierung mittels einer Demonstration des Totalversagens des amerikanischen Staatssicherheitsapparats gegen sich aufbringen?

Falls eine Handvoll von Flugzeugentführern wirklich die NSA, die CIA und den nationalen Staatssicherheitsapparat unseres Landes zu überlisten in der Lage wären, erhalten wir für unsere Steuerzahlungen bei gleichzeitiger Aufgabe unseren privaten Freiheit zugunsten von „mehr Sicherheit“ nicht sonderlich viel zurück.

Eine vermeintliche Finanzierung der Anschläge durch die Saudis erklärt nicht, wer Zugang zu den WTC-Gebäuden hatte, um diese mit dem Ziel einer kompletten Zerstörung entsprechend zu präparieren. Eine vermeintliche Finanzierung durch die Saudis erklärt auch nicht die tanzenden Israelis, welche die Attacken auf die Türme filmend aufgegriffen wurden.

Zu einem späteren Zeitpunkt erklärten diese Personen gegenüber dem israelischen Fernsehen, dass man sie nach New York entsandt hatte, um die Anschläge zu filmen. Wie konnten diese Israelis darüber Bescheid wissen? Teilte Prinz Bandar es ihnen im Vorfeld mit? Bush teilte uns nichts über eine Beteiligung der Saudis mit und die Israelis teilten uns nichts über die bevorstehenden Anschläge mit. Was ist von beidem schlimmer?

Die jüngste Enthüllung um die Saudis dient der offiziellen Version der Geschichte in einem zu bequemen Maße. Wie lässt sich ermessen, dass es sich nicht um eine Geschichte in der Geschichte handelt, die dazu genutzt wird, um die öffentlich immer stärker angezweifelte offizielle Version der Geschichte zu retten? 

Es wäre nur allzu logisch, die Saudis in eine derartige Position zu manövrieren, da der ursprüngliche Plan der Neokonservativen zum Umsturz der Regierungen im Nahen und Mittleren Osten auch einen Sturz der saudischen Regierung vorgesehen hatte. Nun haben wir also eine Vorwand zugunsten einer solchen Vorgehensweise.

Ich hege meine Zweifel daran, dass die angeblichen Flugzeugentführer für irgendeine andere Rolle als einen Deckmantel zur Kollision mit Gebäuden herhalten mussten, die durch eine kontrollierte Zerstörung kollabierten. Möglicherweise waren sich die Flugzeugentführer und die sie finanzierenden Saudis – falls die Beweise echt und nicht ausgeheckt sind – nicht über deren Rolle bewusst und dachten, an einer anderen Form des Betrugs teilzunehmen.  

Werden wir wieder einmal abgelenkt durch eine Geschichte in einer Geschichte? Wird diese Vorgehensweise auf jene Weise Erfolg haben, wie Angleton es zum Ausdruck brachte? Oder wird diese Vorgehensweise möglicherweise irgendwann zu einem Bumerang? 

Falls die US-Regierung einen Teil der Wahrheit über einen Zeitraum von 13 Jahren vor uns verborgen hat, warum dann nicht die komplette Wahrheit? Und welche anderen Dinge an der offiziellen Version der Geschichte sind ebenfalls falsch?

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2016 Dr. Paul Craig Roberts / Institute for Political Economy

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