Die jüngste Live-Übertragung der Anhörungen von FBI-Direktor James Comey sowie des Direktors der National Security Agency (NSA), Admiral Michael Rogers, vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses (ein Oxymoron) machte deutlich, dass die demokratische Partei, Comey und Rogers den Konflikt mit Russland suchen.

Die Republikaner legten das Hauptaugenmerk ihres Interesses im Zuge dieser Anhörungen auf die Frage, wie die Sicherheitslecks, die Trump-konforme Republikaner zum Ziel hatten, aus Zusammentreffen stammen konnten, auf denen nur der CIA-Direktor, der NSA-Direktor und der FBI-Direktor anwesend waren.

Selbstverständlich ist eine zufriedenstellende Beantwortung dieser dringlichen Frage in Gänze ausgeblieben, was einmal mehr zeigt, wie machtlos Kongresskontrollgremien in der Realität tatsächlich sind. James Comey teilte in der Anhörung wiederholt mit, dass er dem Ausschuss in dieser Angelegenheit nichts sagen könne, da er andernfalls bestätigen würde, dass es in der Tat ein Presseleck gäbe.

Dämonisierung Russlands

Doch, so Comey, sich in Allgemeinaussagen sonnend und auf kein spezifisches Leck Bezug nehmend, resultierten die meisten Informationslecks von „jemandem, der irgendwann etwas gehört und mitbekommen hat“, um diese Informationen an Medien durchsickern zu lassen, woraus sich auch die Ungenauigkeit vieler Informationslecks ableite.

Um es mit anderen Worten auszudrücken, hätte Comey auch einfach zum Ausdruck bringen können, den heimischen Geheimdiensten nicht den schwarzen Peter zuzuschieben, um die Schuldfrage anderweitig zu erörtern.

Die Demokraten waren im Zuge der Anhörungen mit einem Großaufgebot vertreten, um Russland, Wladimir Putin und all jene – vor allem Trump-Republikaner – zu dämonisieren, die auch schon nur mit einem Russen sprechen, auch wenn die betreffenden Personen – wie General Michael Flynn – noch Privatperson waren, als dem Washingtoner Botschafter Russlands empfohlen wurde, dass Russland keineswegs freundlich auf den über Weihnachten erfolgten Rauswurf von russischen Diplomaten durch Präsident Obama reagieren sollte.

Putin als „neuer Hitler“

Die Demokraten haben Wladimir Putin unterdessen einen zusätzlichen dämonischen Titel  verliehen. Neben den Bezeichnungen „neuer Hitler“, „Verbrecher“ und „Mafiaboss“ wurde Russlands Staatspräsident jetzt auch noch als „Im Zentrum des Spionagenetzwerkes sitzende Tarantel“ tituliert.

Position der Demokraten war es, dass Michael Flynn – indem dieser Russland empfohlen hatte, auf Vergeltungsaktionen zu verzichten, um die von der ausgehenden Obama-Regierung unternommenen Schritte nicht mit gleicher Münze zurück zu zahlen – die Politleitlinie des Obama-Regimes bewusst unterminiert habe, die darauf abzielte, die bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Russland zu verschlechtern.

Einige Demokraten wollten in dieser Handlungsweise einen Verrat erkannt haben. Andere sahen es als Beweis dafür, dass Michael Flynn und Donald Trump mit Wladimir Putin in einem Boot säßen, während manch andere Demokraten darin noch etwas weit Schlimmeres sahen.

„Prorussische Lobbyisten“

Die Demokraten zeigten sich darüber hinaus auch sehr besorgt um Lobbyisten, was vor allem für all jene Lobbyisten gilt, die sich politisch den Republikanern zurechnen, und angeblich prorussischer Interessen arbeiteten, worunter sich auch der neue US-Außenminister Tillerson befinden soll.

Tatsache ist jedoch, dass sich Lobbyisten in Diensten eines jeden Landes befinden, und dass diese Lobbyisten sich nicht immer als ausländische Agenten zu erkennen geben, wie dies zum Beispiel auf die in den USA aktiven Lobbyisten Israels zutrifft. Sollten sich einst publizierte Nachrichtenberichte als korrekt erweisen, so hatte der ausgewiesene Neokonservative Richard Perle, die Türkei in Washington vertreten.

Die Demokraten starteten ihre Hetzjagd einst vor allem auf General Michael Flynn, als dieser erklärt hatte, persönlich kein Geld von der russischen Regierung angenommen und erhalten zu haben. General Michael Flynn erhielt einst ein Honorar aufgrund von dessen Teilnahme an der zehnten Jahrestagfeier des Senders Russia Today (RT) in Moskau.

Sind westliche Medien automatisch auch Agenten des Westens?

Handelt es sich im Fall von RT, einer Nachrichtenorganisation, um die russische Regierung? Das Budget des Senders wird durch die russische Regierung subventioniert. Doch auf welche Weise unterscheidet sich diese Tatsache von der finanziellen Unterstützung, welche die US-Regierung National Public Radio, Radio Free Europe / Radio Liberty oder Voice of America zukommen lässt?

Heißt das, dass jedermann, der NPR, Radio Liberty und Voice of America ein Interview gibt, auch gleichzeitig ein amerikanischer Agent in der Tasche des US-Präsidenten ist? Wenn Sie  eine Funktion in einer dieser Organisationen ausüben, macht Sie das zu einem amerikanischen Agenten?

Wird es bald schon auch zur Veröffentlichung einer schwarzen Liste in Bezug auf all jene Leute kommen? Die Demokraten unternehmen momentan den Versuch, nahezu jedermann zu kriminalisieren, der oder die für eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Russland kämpfen.

Wider die globale US-Hegemonie

Sich für einen Erhalt des Friedens zwischen den beiden Atommächten einzusetzen, bedeutet heutzutage also ein Agent in Diensten Russlands zu sein, um letztendlich auf einer schwarzen Liste zu enden. Die Demokraten machten ihre Sichtweise mehr als deutlich, indem sie darauf pochten, dass es sich im Falle Russlands um einen Feind handele, der unser Land bedrohe.

Die Demokraten hatten keine Schwierigkeiten damit, sowohl Comey als auch Rogers – beide ernannt durch Ex-Präsident Barack Obama – in deren Meinung umzustimmen. Comey als auch Rogers führten aus, dass sich Russland zum aktuellen Zeitpunkt als größte Bedrohung für die USA erweise, zumal das Russland gegen die Interessen Washingtons arbeitete, um unserem Land Schaden zuzufügen.

Uns Schaden zuzufügen beinhaltet also, gegen die Bestrebungen zur globalen US-Hegemonie und den durch Washington an den Tag gelegten Unilateralismus zu sein. Anders ausgedrückt bedeutet es, dass die russische Regierung den USA schadet und auf die Füße tritt, wenn diese im Namen der höchst eigenen Interessen handelt.

Desinformations-Beispiel angeblicher Einmarsch Russlands in die Ukraine

Aus den Anhörungen ging klar und deutlich hervor, dass jede Form von Opposition gegen alles, das mit den Interessen Washingtons zu tun hat, sich gegen amerikanische Interessen richtet. Sowohl Comey als auch Rogers erklärten fälschlicherweise, dass Russland in die Ukraine einmarschiert sei und die Halbinsel Krim unter Einsatz von Gewalt annektiert habe.

Wenn sowohl Comey als auch Rogers derart schlecht informiert sind, um solche Dinge zu glauben, sind sie für ihre jeweiligen Posten ungeeignet. Denn die Krim ist seit 300 Jahren ein Teil Russlands gewesen. Die dortige Bevölkerung ist fast in Gänze russisch.

Zu jenem Zeitpunkt, zu dem die Sowjetunion zusammenbrach und Washington seine Chance gekommen sah, deren ehemalige Provinzen und Satelliten auseinander zu pflücken, wurde die Ukraine zum ersten Mal in ihrer Geschichte unabhängig.

Die Krim, die im Jahr 1954 von Nikita Chruschtschow von der Russischen Sowjetischen und Sozialistischen Republik an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik als Geschenk übergeben wurde, wurde einst unter der Auflage an die Ukraine angegliedert, dass Russland beziehungsweise die ehemalige Sowjetunion seine/ihre Marinebasis auf der Krim langfristig betreiben durfte.

Was geschah wirklich nach dem Putsch in Kiew?

Als der von Washington ausgehende Putsch die demokratisch legitimierte Regierung in der Ukraine vom Thron stieß, wurde die hauptsächlich russisch-stämmige Krim-Bevölkerung wie auch die Bevölkerungen in den neuen Republiken Luhansk und Donezk seitens der Neonazi-Elemente in der Ostukraine bedroht und angegriffen, die einst auf Seiten Adolf Hitlers gegen die Sowjetunion gekämpft hatten.

Die in diesen Regionen lebenden Bevölkerungen stimmten mit großer Mehrheit zugunsten eines Wiederanschlusses an Russland, woher sie ja abstammen. Die Abstimmungen waren fair und transparent. Da die Krim die Schwarzmeerbasis der russischen Marine bildet, war die Krim bereits zuvor schon durch russische Streitkräfte besetzt. Wenn Comey und Rogers dies als eine Invasion bezeichnen, spiegeln sich in diesen Aussagen entweder Unwissenheit oder ein Mangel an Integrität.

Und in der Tat wird der Mangel an Integrität des FBIs, der NSA, der CIA und des Obama-Regimes durch deren anhaltende Kampagne von Lügen, Verzerrungen und gezielten „Nachrichtenlecks“ belegt. Dabei handelt es sich um Geschichten, die von der Einmischung russischer Nachrichtendiensten in die im November vergangenen Jahres abgehaltenen US-Präsidentschaftswahlen zeugen, und die an die heimische Presse durchgestochen werden.

Normalisierte Beziehungen – „russische Bedrohung“ gegenstandslos

Vorrangig geht es darum, nicht nur den massiven Militär- und Verteidigungshaushalt, sondern auch die eigene Machtbasis abzusichern. Donald Trump erweist sich als Bedrohung sowohl für die Budget der heimischen Nachrichtendienste als auch die herrschende Machtelite, nachdem er erklärte, dass seine außenpolitische Politleitlinie zum Ziel habe, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren.

Wenn diese bilateralen Beziehungen erst einmal normalisiert sind, würde sich die sorgfältig orchestrierte „russische Bedrohung“ im Nichts auflösen. Die Geheimdienste sind nicht bereit, dies geschehen zu lassen. Amerikas Geheimdienste ziehen das Risiko eines Nuklearkriegs einer möglichen Reduzierung der eigenen Budgets vor.

Die Demokraten sind wahrscheinlich nicht hinreichend intelligent genug, um zu verstehen, dass sie die Flammen eines möglichen Krieges zwischen den beiden Atommächten anfachen. Die Demokraten wollen unbedingt einen Sündenbock finden, dem sie ihre Wahlniederlage in die Schuhe schieben können.

Darüber hinaus hoffen die Demokraten darauf, dass sie Trump aus seinem Amt im Weißen Haus entfernen können, indem sie persistent auf eine bestehende Verschwörung zwischen Trump und Putin pochen.

Angebliche Russland-Verschwörung: "Viel Rauch, aber kein Feuer"

Obwohl US-Vizepräsident Michael Pence als russophob angesehen wird und für den Militär- und Sicherheitskomplex unseres Landes akzeptabel wäre, hegen die Demokraten mehrheitlich die Hoffnung, auch Pence absetzen zu können, weil dessen ausgeübtes Amt sich ebenfalls aus der angeblichen Verschwörung ableite.

Wir Amerikaner müssen endlich verstehen, dass sich der politische Wettstreit zwischen den Demokraten und Republikanern darum dreht, welche der beiden Parteien sich dem 1% an der Gesellschaftsspitze als Hure andienen und deren Geld einsammeln darf. Traditionell bekommt die Partei, die das Weiße Haus hält, das meiste Geld, also wollen beide Parteien dort vertreten sein.

Michael Morell, ein politischer Unterstützer von Hillary Clinton und Ex-Präsident Obamas Wahl für den CIA-Direktorenposten, war auch dazu ausersehen, unter Hillary Clinton dieses Amt auszuüben, teilte wie folgt mit:

„Auf die Frage, ob die Trump-Kampagne im Hinblick auf die Vorwürfe einer Absprache mit Russland einer Verschwörung entspricht, hat sich eine ganze Menge Rauch gebildet, obwohl es dort überhaupt kein Feuer gibt. Es gibt weder ein kleines Lagerfeuer noch eine kleine brennende Kerze. Noch nicht einmal ein Funke ist vorhanden.“

Keine handfesten Beweise

Morell glaubt indes, dass es die Russen waren, die Hillary Clintons belastende E-Mails gehackt haben, obwohl die momentane Beweislage viel eher davon ausgehen lässt, dass sich das entsprechende Informationsleck zu den Vorgängen im Demokratischen Nationalkomitee seitens unzufriedener Unterstützer von Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders herrührt.

Der durch Obama ernannte Direktor der Nationalen Geheimdienste, James Clapper, erklärte am 5. März gegenüber Meet the Press, dass keine handfesten Beweise für eine Putin-Trump-Verschwörung vorgelegen hätten, als er am 20. Januar sein Amt verlassen habe. Hört man Comey und Rogers heute aufmerksam zu, so stellt sich automatisch die Frage, wie man deren Vorgehensweise klassifizieren sollte, wenn beide nicht aktiv gegen Trump arbeiteten.

Trump-Anhänger fragen sich, weswegen Donald Trump diese beiden Männer nicht aus ihren Ämtern feuert, die ganz offensichtlich darauf aus sind, eine Reduzierung der gefährlichen bilateralen Spannungen zwischen Washington und Moskau zu torpedieren. Sind Demokraten, Comey, Rogers, die CIA und deren Medienprostituierte tatsächlich so dämlich, um nicht zu verstehen was es bedeutet, wenn der Staatspräsident von Russland erklärt:

„Die Amerikaner haben unser Vertrauen in sie zerstört?“

Trump feuert Comey und Rogers nicht, weil er sie nicht feuern kann. Würde er beide aus deren Ämtern entfernen, würden sowohl die Demokraten als auch ein Großteil der Presse die Entlassung als Beweis dafür erachten, dass Trump ein russischer Agent ist und seinen Verrat zu verschleiern beabsichtigt, indem er all jene aus ihren Ämtern entfernt, die Ermittlungen gegen ihn anstellen.

Trump versucht, seinen Twitter-Kanal zu nutzen, um auf den orchestrierten Medienangriff gegen ihn zu antworten und seine eigenen Unterstützer zu organisieren, wozu vor allem jene amerikanische Arbeiterklasse gehört, die ihn gewählt hat. Allerdings kann Donald Trump nicht einmal auf die eigene Republikanische Partei zählen.

Denn die meisten republikanischen Abgeordneten sind ebenfalls auf politische Spenden des Militär- und Sicherheitskomplexes angewiesen, und die Republikaner sind sich darüber bewusst, dass unsere Geheimdienste allesamt Dreck am Stecken haben. Für Donald Trump zu kämpfen bedeutet, sich dem Echo der amerikanischen Öffentlichkeit auszusetzen.

CIA-Kontrolle über die westlichen Medien

Es lässt sich nicht zu leugnen, dass die CIA die Medien – sowohl in Europa als auch in den USA – in einem hohen Grad kontrolliert. Udo Ulfkottes Buch Gekaufte Journalisten legte im Jahr 2014 Zeugnis darüber ab, inwiefern die CIA auf europäische Journalisten aktiv Einfluss ausübt.

Eine englischsprachige Ausgabe mit dem Titel Journalists for Hire: How the CIA Buys the News, soll im Mai dieses Jahres erscheinen. In der Zwischenzeit reicht das Lesen von Joel Whitneys Buch mit dem Titel How the C.I.A. Tricked the World’s Best Writers aus, um sich darüber bewusst zu werden, wie Amerikas angesehensten Journalisten das Wässerchen der CIA trinken und dabei dachten, dass sie die Freiheit „retten“ würden.

Indem sie als Propagandisten dienten? Die Menschen im Westen müssen verstehen, dass die sie erreichenden Nachrichten stets die Interessen des US-Militär- und Sicherheitskomplexes tangieren, und dass viele dieser Nachrichten seitens der CIA geschrieben werden. Die CIA dient den Interessen unseres Militär- und Sicherheitskomplexes, und nicht den Interessen der amerikanischen Bevölkerung – geschweige denn den Interessen des Friedens!

 

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2017 Dr. Paul Craig Roberts / Institute for Political Economy

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