Nur die Schalterluft in den Banken ist noch kostenlos, wenn die Kleinen ihre Sparschweine in die Zählmaschinen entleeren. Dieser Akt kostet meistens auch schon Gebühren. Diesen Weltspartag könnte man sich eigentlich sparen. Liegt dieser nur zufällig in zeitlicher Nähe zu Halloween und zum Volkstrauertag?

In einem Jahr gibt es vielleicht sogar Strafzinsen auf Guthaben. Das muss man sich erst mal ausdenken! Wie es aber aussieht, weiß die nächste Generation mit dem „Zins“ und den damaligen „Zinspartys“ ohnehin nichts mehr anzufangen. Der Zins war, so hieß es früher mal, der Preis für Geld. Ohne einen Preis, ist Geld auch nichts wert. Auf diese Idee muss man auch erst einmal kommen.

Unterdessen geht der Feldzug gegen die letzten Zinsreste weiter. In den USA wurden in der vergangen Woche zum dritten Mal in diesem Jahr die Zinsen gesenkt. Dabei hieß es vor einem Jahr, dass die Leitzinsen steigen werden. Nur war man sich nicht sicher, ob zweimal, dreimal oder noch öfters. Habe ich etwas verpasst?

Spare, wenn Du kannst…

Der „Weltspartag“ sollte jedoch für die Kinder Vorbildwirkung haben – um die Kleinen daran zu gewöhnen, heute mit dem Taschengeld und später auch mit dem Einkommen auszukommen und einen Teil für spätere bzw. schlechte Zeiten zurück zu legen.

Sparen ist wichtig. Die Eltern sollten dies dem Nachwuchs vorleben, auch wenn es in absehbarer Zeit keine Zinsen mehr gibt. Etwas auf der hohen Kante, und sei es auch unverzinst, garantiert einen etwas ruhigeren Schlaf. Die Eltern sollten den jungen Leuten auch irgendwie erklären, dass man nicht alles Geld zur Bank bringt, sondern einen Teil davon investiert. „Weltinvestitionstag“ oder „Welttauschtag“. „Bares gegen (nicht für!) Wahres“ sollte das Motto sein.

In Europa wurde der Zins nahezu abgeschafft. Auch unter der neuen Chefin Christine Lagarde, die das Zinszepter von Graf Draghila übernommen hat, wird sich nichts ändern. Nur böse Menschen behaupten, sie würde mit ihrer Politik indirekt die Staaten finanzieren. Man kann sich aufregen. Man kann es aber auch lassen - und sich anpassen.

Auf ins Risiko!

Der damals noch gut gemeinte Weltspartag müsste eigentlich „Welt-Spekulations-Tag“ heißen, denn die Zentralbanken treiben Sparer tiefer ins Risiko und machen aus ihnen eine Art von Spekulant. Das ist natürlich Quatsch, denn wer komplett im Papiergeld bleibt, spekuliert auf die Werthaltigkeit der Währung und auf einen Ausgleich der Teuerung durch einen entsprechend hohen Zins. Das war die Sollbruchstelle in der Welt der Sparer. Dieser Rubikon ist längst überschritten.

Seit dem ersten Weltspartag im Jahr 1925 haben Sparer schon öfters fast alles verloren, also Sparbücher, Bankeinlagen und Versicherungen - mal langsamer, mal schneller - mal direkt, mal indirekt. Seltsam, dass genau diese Sparformen immer noch am beliebtesten sind.

Wer aus der Geschichte nichts lernt, wird Teile davon wieder erleben müssen. Und Aktien? Die meisten von damals hat es bis auf einige Ausnahmen zerrissen. Sie taugten nur begrenzt als Transportmittel der Kaufkraft von einem maroden System in ein neues. Gold war in der Hinsicht krisensicherer und hat jederzeit seinen Zweck erfüllt.

Die Finanzexperten raten immer lauter, in Aktien zu sparen. Oder in Fonds. Die meisten Leute verwechseln so etwas mit einem Fondue.

Nehmen wir zum einen mal an, die Eltern legten für den Nachwuchs monatlich eine Unze Silber zur Seite, wäre mit der Volljährigkeit nur die gesparte Menge zu berechnen: 18 Jahre mal zwölf Monate = 216 Unzen Silber bzw. 6,72 Kilogramm. Ist das viel? Früher war es das.

Wenn die Oma und Patentante monatlich noch eine Unze oben drauflegen, hat der junge Hüpfer mit 18 Jahren rund 20 Kilogramm zum Start ins echte Leben (es darf auch Gold sein). Die Währungsfrage ist noch offen. Und der Nachwuchs wird zwischendurch fragen, warum Silber und nicht Papiergeld. In so vielen Jahren gibt es sicherlich die eine oder andere Gelegenheit, dies den jungen Leuten zu erklären und sie so näher ans Thema Sparen und Geld heranführen.

Oder aber, so sagte neulich ein Experte, man bespart einen einzigen ETF, in dem die 1.600 wichtigsten Aktien aus 23 Ländern vereint sind. Wichtig ist dabei, dass der ETF diese Aktien aus dem Index wirklich besitzt – und ihn nicht nur abbildet, also möglicher Finanzmüll drin steckt und MCSI drauf schreibt.

Vielleicht aber ist das sogar noch sicherer als das zinslose Risiko, was man Geld und Guthaben nennt. Fakt ist, wer auf herkömmliche Art und Weise gut spart, hat schon halb verloren.