Das Thema Altersversorgung war schon immer langweilig. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise und deren Weiterentwicklung in der öffentlichen Wahrnehmung zur Schuldenkrise der großen westlichen Volkswirtschaften ist es noch unattraktiver geworden sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Aktuell wird die Überschuldung derjenigen (Staaten), die die gesetzliche Rente leisten sollen als Grund genommen sich nicht selbst um das Thema zu kümmern. Die Frage ist wer sich sonst drum kümmern soll….

Reichte es früher zur Beruhigung des eigenen Gewissens aus nebenbei eine Lebensversicherung abzuschließen (der Versicherungsvertreter war wegen der KFZ-Versicherung sowieso gerade da), so ist die Situation doch heute etwas komplexer.

In der öffentlichen Wahrnehmung ist vollkommen untergegangen, dass das im Jahr 2005 eingeführte Alterseinkünftegesetz für den einzelnen eine höhere finanzielle Belastung im Rentenalter bedeutet. In Großbritannien gehen die Leute deswegen gerade auf die Straße, in Frankreich steht der große Einschnitt im Sozialsystem noch bevor, aber in Deutschland ist es bereits Fakt.

Die 2005 eingeführte Einordung von Altersvorsorgeprodukten in drei Schichten und deren unterschiedliche steuerliche Behandlung scheint in der Beratungspraxis auch sechs Jahre nach der Einführung immer noch  nach dem Michael Schanze Prinzip zu funktionieren.

1 (Basis/Rürup),2 (Riester/Betriebliche Altersversorgung) oder 3 (sonstige Altersvorsorgeprodukte) … Oder du wirklich richtig stehst, siehst du wenn das Licht angeht.

Es braucht also einen Plan. Einen Finanzplan. Beschränkt man sich auf das Thema Ruhestandsplanung lässt sich diese Herausforderung auf zwei zentrale Fragestellungen herunterbrechen.

  • In welche Anlageklassen möchte oder muss (das ist realistischer) investiert werden, um eine Chance auf eine reale Vermögensmehrung zu haben?
  • Welche rechtliche Hülle und steuerliche Verpackung sind sinnvoll?

Die Wahl der richtigen Anlageklasse

Das Thema wurde bereits auf Cashkurs erläutert und kann in diesem Artikel nochmal nachgelesen werden.

http://www.ypos-consulting.de/tl_files/Docs/Naive%20Anleitung%20zur%20Vermoegensanlage.pdf

Welche Verpackung macht Sinn?

Bei der Wahl der Verpackung ist natürlich in erster Linie darauf zu achten, dass auch die Vermögensklassen gekauft werden können, die man haben möchte. Das klingt jetzt Banal, aber nicht in jeder Hülle ist alles möglich. Zusätzlich ist zu beachten, dass Garantien im Niedrigzinsumfeld nahezu jede Chance auf einen realen Vermögenszuwachs vernichten. Auch Risiken wie bspw. §89 VAG (einfach bei Google eingeben) müssen berücksichtigt werden.

Bei der Beratung von Altersvorsorgeprodukten wird gerne in Modellrechnungen dargestellt wie toll sich das steuerlich heute auswirkt. Leider wird selten darauf hingewiesen, dass eine steuerliche Belastung bei Rentenbezug erfolgt. Ohne Darstellung der erwarteten Rendite über Spar- und Rentenphase sollten sie keinen Altersvorsorgevertrag abschließen.

Bei dieser Berechnung sollten zwingend verschiedene Lebenserwartungen simuliert werden. Hier die Berechnung der erwarteten Renditen für eine Lebenserwartung bis 93:

...und hier für eine bis 80:

Wie stellen fest:

Der Inhalt des Finanzproduktes und die Kosten der Verpackung sorgen für die Produktrendite. Ihre persönliche Renditeerwartung (und das ist die entscheidende!!) ergibt sich aber erst aus der Berücksichtigung der individuellen steuerlichen Situation und Lebenserwartung.

Natürlich können sich die Rahmenbedingungen ändern, aber das passiert in jedem Lebensbereich. Machen sie es wie vor dem Einkaufen im Supermarkt. Erst einen Plan erstellen, dann kaufen.