"Es ist nicht, dass wir wenig Zeit hätten, sondern dass wir viel davon verlieren."

(Seneca, "De Brevitate Vitae" - Über die Kürze des Lebens)

Das Grundprinzip: Zuerst wird einfach festgelegt, welche Aufgabe zuerst an der Reihe ist. Dann wird in der Regel ein Timer auf 25 Minuten eingestellt. In dieser Zeit widmet man sich ausschließlich dieser Aufgabe. Sobald die Eieruhr klingelt, kann man sich eine kurze Pause von fünf Minuten gönnen. Diese kurzen Pausen, die auf überschaubare Zeitblöcke konzentrierten Arbeitens folgen, helfen, sich mental zu erholen und für die nächste Runde bereit zu sein.

Der Vorteil der Pomodoro-Technik liegt in ihrer Einfachheit und der unmittelbaren Produktivitätssteigerung. Durch die Einteilung der Arbeit in überschaubare Intervalle wird die Aufmerksamkeit geschärft, die Zeit besser eingeteilt und letztendlich mehr geschafft – und das alles mit weniger Stress.

Praktischer Übungstipp: Gewaltfreies Time-Boxing für Einsteiger

Um die Pomodoro-Technik praktisch zu erproben, wollen wir mit einer vereinfachten Übung beginnen. Auf einem Blatt Papier halten wir eine Liste von Aufgaben fest, die eigentlich erledigt werden müssten, die wir aber entweder vor uns herschieben oder aufgrund des Zeitaufwandes als lästig empfinden. Die Aufgabe, die im Moment besonders wichtig erscheint, wird vorgezogen. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange die Erledigung der Aufgabe voraussichtlich dauern wird:

  1. Wir stellen einen Timer: 10 Minuten genügen für den Anfang.
  2. Nur auf eine einzelne Aufgabe konzentrieren: Während der Timer läuft, arbeiten wir ununterbrochen an der gewählten Aufgabe.
  3. Pause machen: Sobald der Timer ertönt, machen wir eine kurze Pause von drei Minuten. Es spielt keine Rolle, wie weit wir gekommen sind. Für diese Übung verschieben wir die Pause diesmal jedoch noch etwas nach hinten, um die Übung zu reflektieren.

Übung reflektieren: In diesem ersten Durchgang nehmen wir uns die Zeit, kurz zu notieren, wie wir die Arbeit während dieser 10 Minuten empfunden haben. Welche Ablenkungen gab es? Wanderte der Blick häufig auf die Uhr?

Dies soll uns helfen, den Wert von konzentrierten Arbeitsblöcken zu erkennen und zu erfahren, wie effektiv kurze, intensive Arbeitsphasen sein können. Hier auftretende Störquellen können wir in Zukunft bewusst ausschalten. Erst wenn 10 Minuten konzentrierte Arbeit gut bewältigt werden, sollten wir die Zeiträume sukzessive steigern. Ziel ist es auch hier, Zeitboxen von 25 Minuten weitgehend konzentriert nutzen zu können. Das Ideal der 25-Minuten-Blöcke sollten wir jedoch nicht erzwingen; die notwendige Konzentration wird im Laufe der Zeit von selbst immer leichter fallen.

 

Quelle: Die Pomodoro-Technik in der Praxis, Staffan Nöteberg

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