Liebe Leserinnen und Leser,

Seit Jahren ist meist von Elektrofahrzeugen die Rede, wenn es um die neue Form der automobilen Zukunft geht. Doch die damit gemeinten batterieelektrischen Fahrzeuge haben einige Nachteile. Zum einen sind die Batterien ausgesprochen schwer, was ganz besonders für Fahrzeuge mit hoher Reichweitenanforderung gilt.

Das Laden einer Batterie nimmt noch immer vergleichsweise lange Ladezeiten in Anspruch, die sich mit den üblichen Anforderungen der sofortigen Verfügbarkeit kaum in Einklang bringen lassen. Nur echte Technikfans sind bereit, sich 20 Minuten neben ein Elektrofahrzeug zu stellen und auf das Blinken einer LED zu starren. Die hohen Kosten und der Materialbedarf sind ebenso ein Thema wie die Entsorgungsfrage.

Zu diesen rein praktischen Diskussionspunkten kommen noch die strategischen Interessen der Unternehmen hinzu. Das geringe technische Know-how, das für batterieelektrische Fahrzeuge benötigt wird, marginalisiert den technischen Vorsprung der westlichen Automobilriesen vor chinesischen Mitbewerbern.

Besonders aber Öl- und Gaskonzerne haben ein ausgesprochen geringes Interesse an diesen  Technologien. Wasserstoff hingegen findet viele Befürworter - selbst bei jenen (Öl- und Gasunternehmen), die sich bislang gegen jede Elektrifizierung der Mobilität gestellt hatten. Wenn sie aber schon akzeptieren müssen, dass die Welt sich vom Öl verabschiedet, so wollen sie wenigstens noch vom Erdgas profitieren.

Tatsächlich ist es – zumindest für die nächsten Jahrzehnte - ein schönes grünes Märchen, dass die große Menge an Wasserstoff, die für die künftige Mobilität benötigt wird, aus Windenergie gewonnen werden wird. Die Erneuerbaren werden hier über absehbare Zeit nur einen kleinen Teil des Bedarfs decken können. Auf viele Jahre wird es vielmehr die Reduktion aus klassischem Erdgas sein, die die benötigen Mengen an Wasserstoff bereitstellen wird. Die Kosten liegen bei einem Bruchteil der Erzeugung von Wasserstoff aus beispielsweise Windkraft.

Daher verwundert es nicht, dass Saudi-Arabien jetzt von der Öl- auf die Gasförderung umschwenkt, dass Shell ein großer Befürworter der Wasserstofftechnologie geworden ist und dass westliche Automobilhersteller immer offener das Thema Wasserstoff diskutieren.

Aber nicht nur bei der Automobilität kommt Wasserstoff inzwischen in die tägliche Diskussion, sondern ganz besonders auch im Bereich der Wärme- und Energieerzeugung im städtischen Bereich bis hin zu Privathaushalten. Die Vorteile und Zukunftsperspektiven sind exzellent. Wasserstoff ist die perfekte Brücken- und Speichertechnologie unserer längst beschlossenen Energiewende.

Unsere westlichen Konzerne könnten hier ihren Know-how-Vorsprung ausspielen, Brennstoffzellenantriebe sind doch etwas komplexer als rein batterieelektrische Systeme, der Tankprozess ist so schnell wie heute auch schon, die Schadstoff-Emissionen liegen bei Null und die Gasfelder der Welt werden noch viele Jahrzehnte von den mächtigen Konzernen in Profite verwandelt werden - zumindest so lange, bis die Erneuerbaren tatsächlich in solcher Menge zur Verfügung stehen, dass sie das Erdgas vollständig ersetzen können.

Das ginge dann fließend und würde keine weiteren Technologiewechsel erfordern. Es ist nicht nötig, eine Diskussion darüber zu führen, ob sich die Brennstoffzelle oder der reine Batterieantrieb durchsetzen wird. „Sowohl als auch“ ist die richtige Antwort. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Nebeneinander beider Systeme geben. Über die Gewichtung ließe sich prächtig philosophieren, das wird von vielen künftigen Entwicklungen abhängen.

Man sollte sich aber darauf einrichten, dass beide Technologien berechtigt nebeneinander existieren, wie heute bereits Dieselmotoren neben Benzinmotoren koexistieren. Jeder Antrieb hat seine spezifischen Vorteile und Anwendungsgebiete. So wird der Wasserstoffantrieb am ehesten den bisherigen Dieselmotor ersetzen und seine Hauptanwendungsbereiche im Schwerlastverkehr, bei Schienenfahrzeugen und Schiffen finden, aber auch bei schwereren PKW mit Langstreckenbedarf.

Innerstädtische Kleinfahrzeuge könnten ihren Vorteil im rein batterieelektrischen Antrieb finden. Wir werden es gespannt beobachten. In jedem Fall sollten wir aber unser Augenmerk auf jenes Segment richten, was bislang noch immer stark unterschätzt wird - und daher auch die meisten Chancen bietet. Die Brennstoffzelle.

Im Buch „Machtbeben“ habe ich diesem, in der öffentlichen Wahrnehmung bislang vernachlässigten Aspekt einen größeren Abschnitt gewidmet. Seit dem nimmt das Thema permanent weiter an Fahrt auf. Grund genug, der Brennstoffzelle eine neue Ausgabe Cashkurs-Trends zu widmen. Schauen wir uns gemeinsam an, was Dr. Wenzel an Erkenntnissen für uns zusammengetragen hat - und freuen wir uns auf eine Zukunft mit abgasfreien Innenstädten.

Herzlichst,

Ihr
Dirk Müller

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Die Einzelstudien beinhalten neben der exklusiven Trend-Studie von Dr. Eike Wenzel und dem Institut für Trend- und Zukunftsforschung, ausführliche Aktienanalysen der interessanten Unternehmen aus dem Sektor der Automatisierung mit Blick auf die Strukturen, die Bilanzen und die aktuelle charttechnische Situation.

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