Trend-Unternehmen – Durchstarter oder Rohrkrepierer

Die bei Cashkurs*Trends vorgestellten Konzerne besetzen nicht selten eine ganz bestimmte Nische. Oft lässt sich nur schwer abschätzen, ob ein Unternehmen zum Erfolg oder Misserfolg wird. Sobald ersteres Eintritt, können die jeweiligen Aktien zu wahren Kursraketen mutieren. Dies geht, wie immer am Kapitalmarkt, mit dem großen Risiko einher, dass Aktien in der Bedeutungslosigkeit versinken. Typische Charaktermerkmale sind also eine hohe Volatilität, geringe Dividenden und moderate Bewertungen bei kaum vorhandenen Gewinnen.

Im abgelaufenen Kalenderjahr haben wir bei Cashkurs*Trends unter anderem die folgenden zwei Unternehmen vorgestellt, die unterschiedlicher nicht hätten abschneiden können.

Tobii AB (WKN: A111E5) – Pionier der Blickerfassung

Das schwedische High-Tech Unternehmen hat sich voll und ganz auf die Blickerfassung und –Steuerung fokussiert. Damit möchte der 2001 gegründete Konzern sowohl die Spielewelt aber auch Bereiche wie Marktforschung oder Medizin revolutionieren. Während die Schweden ihren Umsatz in den letzten drei Jahren um mehr als 150% steigern konnten, hat die Aktie aufgrund immer wieder enttäuschender Gewinne unaufhörlich an Wert verloren.

Dies zeigt die Risiken, birgt aber auch Chancen, da der Kurs seit kurzem zu einer Erholungsrallye ansetzt. Mit einer Eigenkapitalausstattung von weiterhin fast 80%, hat das junge Unternehmen einen langen Atem um auch künftig in Wachstum zu investieren. Auch der Tech-Riese Microsoft interessiert sich für das Gebiet. Das unterstreicht zum einen das Potential des Bereiches, lässt Tobii aber auch zu einem potentiellen Übernahmeziel werden. Das aktuelle Chancen-Risiko Profil bietet also weiterhin attraktive Möglichkeiten.

Symantec (WKN: 879358) – Internetsicherheit DIE Bedrohung der Zukunft

Nicht wenige Experten, seien es Politiker, Forscher oder Unternehmer sehen in Cyberattacken die Kriege der Zukunft. Erst vor kurzem haben sich die Tech-Giganten Facebook und Microsoft zusammengeschlossen, um im Kampf gegen Angriffe aus dem World Wide Web an einem Strang zu ziehen.

Ein Unternehmen, welches genau in dieses Horn stößt und im April letzten Jahres erstmals Erwähnung bei Cashkurs*Trends fand, ist die Symantec Corporation. Das US-Unternehmen befasst sich mit der Softwareentwicklung zur Abwehr von Cyber-Angriffen. Durch Attacken wie Wanna-Cry werden nun auch die Kunden von Symantec zunehmend sensibilisierter.

Durch diesen (negativ geprägten) Trend konnte die Aktie seitdem über 24% zulegen. Der intakte Trend und die erhöhte Sensibilisierung seitens der Kunden gegenüber Internetangriffen dürften dem Geschäftsmodell von Symantec auch künftig in die Karten spielen. Zudem zeigt auch das kurzfristige Chartbild interessante Einstiegsgelegenheiten.

Die vierte industrielle Revolution: Automatisierung – Ein Trend zwischen Angst und Hoffnung

In der kommenden 100. Ausgabe von Cashkurs*Trends werden Dirk Müller und Dr. Eike Wenzel einen essentiellen Schwerpunkt auf die Automatisierung der Arbeitswelt werfen. Schlagwörter wie Industrie 4.0, Robotik, selbstdenkende Produktionsanlagen und lernende Softwareanwendungen bringen viele Hoffnungen bei Unternehmern in Zukunft effektiver arbeiten zu können. Diese gehen einher mit großer Unsicherheit bei vielen Menschen, die um ihren Job bangen. Eins dürfte dabei klar sein: Die Arbeitswelt wie wir sie heute kennen steht vor großen Veränderungen.

Um diese Veränderungen zu verstehen reicht ein Blick in die Vergangenheit. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war es die industrielle Revolution, die die technischen Standards und damit einhergehend die Produktivität und den Lebensstandard der Bevölkerung maßgeblich veränderten. Heute allerdings wird niemand mehr über Maschinen klagen, die uns beispielsweise die Arbeit auf dem Acker abnehmen oder schwere Lasten von A nach B transportieren.

Forscher und Volkswirte sind sich dabei gleichermaßen einig. Viele Berufe dürften sich verändern, neue Jobs entstehen und Fachwissen, das es gestern noch nicht gab, ist in Zukunft gefragt. Das Jahr 2018 könnte im Zeichen dieser voranschreitenden Veränderungen stehen. Allein in Deutschland sind gemäß einer Studie der Bank ING Diba über 18 Millionen Arbeitsplätze(I) davon betroffen. Andere Studien sprechen nur von 12 Mio. Arbeitsplätzen(II). In einem sind sich die Forscher jedoch einig: Eine massive Veränderung steht bevor.

Quelle: Ing-Diba

Diese Veränderungen bringen neue Berufe mit sich. So werden in Zukunft mehr und mehr Menschen in der Programmierung und Pflege von Robotern eingesetzt, es entstehen ganz neue Berufsgruppen in der Datenverarbeitung- und Wartung, sozusagen Hausmeister für Datenräume, oder es werden Experten im 3D-Druck, eine Technik, die bis vor wenigen Jahren nur den wenigsten bekannt war, benötigt. All diese Trendthemen beherbergen interessante Unternehmen, die interessante Chancen bieten könnten.

Diese Unternehmen sind wahre Trendsetter

Bei Cashkurs*Trends wurde bereits vor über sieben Jahren die Thematik des 3D-Drucks im Rahmen einer Studie genauer analysiert. Seitdem haben die Aktien dieses Sektors unterschiedliche Trendphasen durchlebt. Vom ersten Aufschwung, der darauf folgenden Euphorie, über den Einbruch und die Konsolidierung in Form von Übernahmen und Pleiten bis hin zur Stabilisierung.

Ein Unternehmen aus diesem Sektor ist die SLM Solutions Group AG (WKN: A11133). Das erst 2006 gegründete Unternehmen aus Lübeck beschäftigt sich mit Fertigungsverfahren mit Hilfe des 3D-Metalldruckers. Die Produkte des TecDax Unternehmens finden in der Automobilbranche, der Medizintechnik, im Energiebereich oder der Luft- und Raumfahrttechnik ihren Platz. Der große Vorteil des 3D-Drucks besteht darin auch komplizierte Teile in nur einem einzigen Vorgang herzustellen.

Die Zahlen unterstreichen diesen Erfolg. Den Umsatz in 2014 von knapp über 30 Mio. Euro konnte man bis 2017 fast verdreifachen. Bis 2019 soll eine weitere Verdopplung der Erträge her. Zwar schreibt das Unternehmen noch keine schwarzen Zahlen und wird dies voraussichtlich bis Ende 2018 auch nicht tun, allerdings ist man derzeit schuldenfrei. Die Einkünfte können voll und ganz in Wachstum investiert werden.

Zudem streiten sich immer wieder der Hedgefonds-Manager Paul Singer und Großkonzern General Electric, welcher gleichermaßen zu den Kunden von SLM gehört, um die Vorherrschaft. Singer gehören mittlerweile fast 20% der Aktien und so geht -bei einer potentiellen Übernahme- kein Weg an ihm vorbei. Dies könnte den Kurs weiter treiben.

iRobot – Der kleine Helfer im Haushalt

Der Trend auf den das folgende Unternehmen setzt, ist Zeit. Zeit, die viele Menschen immer weniger haben. Da spielt es in die Karten, wenn man einst nervige Arbeiten wie den Haushalt an einen automatisierten Helfer abgeben kann.

Das Unternehmen iRobot (WKN: A0F5CC) hat zwar nur wenig mit dem gleichnamigen Film von Will Smith zu tun, beschäftigt sich aber gleichermaßen damit unsere Lebensgewohnheiten zu verändern.

Der US-Konzern erwirtschaftete mit dem Verkauf von Robotern für den Haushalt in den letzten zwölf Monaten über 770 Mio. US$ bei einem bereits positiven Ergebnis von 60 Mio. US$. Bis 2020 will man diesen Umsatz noch einmal verdoppeln. Dafür gab der Konzern zuletzt über 100 Mio. US$ für Forschung und Entwicklung aus. Weitere 250 Mio. US$ liegen dafür noch auf der hohen Kante.

Die Aktie zeigt sich dabei sehr volatil und ist im letzten Jahr zwischenzeitlich von 60$ auf über 90$ angestiegen. Aktuell notiert die Aktie bei 70$ und setzt zu einem neuen Anlauf an .

Positiv: Bis vor kurzem war man auch noch in der Entwicklung von militärischen Anwendungen aktiv. Diesen Bereich hat man veräußert und das ohne bemerkenswerte Umsatzeinbußen hinnehmen zu müssen, da das Kerngeschäft derart schnell wächst. Somit bietet man nicht nur ein Unternehmen zum sauber machen, sondern ist gleichermaßen „sauber“ aufgestellt.

(I) https://www.ing-diba.de/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/zunehmende-automatisierung-gefaehrdet-mehr-als-18-mio-arbeitsplaetze-in-deutschland/

(II) https://www.mckinsey.com/global-themes/digital-disruption/harnessing-automation-for-a-future-that-works

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