Frankfurt (BoerseGo.de) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Nachmittag zunehmend unter Druck geraten und musste den vierten Handelstag in Folge mit Kursverlusten beenden. Der Leitindex DAX büßte 0,35 Prozent auf 5.301,42 Punkte ein. Der TecDAX konnte hingegen um 1,65 Prozent auf 685,62 Zähler zulegen.

Besonders die wöchentlichen US-Erstanträge für Arbeitslosenhilfe belasteten offenbar die Stimmung der Börsianer. In der vergangenen Woche meldeten sich (saisonbereinigt) 570.000 Amerikaner neu arbeitslos. Das waren zwar 4.000 weniger als in der Vorwoche, aber eigentlich war ein Rückgang auf 564.000 Erstanträge erwartet worden. Positiv fiel hingegen der US-Einkaufsmanager-Index für den Dienstleistungssektor aus, der stärker als erwartet stieg. Auch die Filialumsätze einiger US-Einzelhändler zeigten im August positive Tendenzen, was die deutschen Anleger aber letztlich nicht überzeugte.

In Frankfurt konnten sich die Stahlwerte Salzgitter (plus 3,01 Prozent auf 62,56 Euro) und ThyssenKrupp (plus 2,59 Prozent auf 22,98 Euro) an die Spitze des DAX setzen. Ein japanischer Stahlhersteller hat Preissteigerungen angekündigt. Positiv bewerten die Anleger offenbar auch, dass ThyssenKrupp insgesamt mehrere Tausend Arbeitsplätze abbauen will, wie das „Handelsblatt“ berichtete. Offiziell wird ThyssenKrupp die Pläne am morgigen Freitag vorstellen.
Die Volkswagen-Stammaktien setzten ihren Abwärtstrend am Donnerstag fort und verbilligten sich um 4,20 Prozent auf 122,63 Euro. 

Im Fokus der Anleger waren auch die Lufthansa-Papiere, die um 0,61 Prozent auf 10,70  Euro stiegen. Durch die am Donnerstag vollzogene Mehrheitsübernahme der Austrian Airlines steigt die Lufthansa zur größten europäischen Fluggesellschaft auf.  

Die Telekom-Aktien profitierten von einem Analystenkommentar und konnten um 0,32 Prozent auf 9,13 Euro zulegen. Die Credit Suisse hat das Papier von  "Underperform" auf „Neutral“ heraufgestuft und das Kursziel von 9,50 Euro auf 10,00 Euro angehoben. BASF-Papiere verloren 3,68 Prozent auf 34,58 Euro. Eine Herabstufung durch Nomura dürfte dafür verantwortlich sein.
In der zweiten Reihe verteuerten sich die Aktien des Roboterbauers KUKA um 9,87 Prozent auf 11,80 Euro. Die Großaktionäre haben den Machtkampf für sich entschieden und unter anderem die Spitzen von Vorstand und Aufsichtsrat ausgewechselt. Anleger rechnen offenbar mit einer steigenden Rendite bei KUKA. 

Die Infineon-Papiere kletterten um 3,90 Prozent auf 3,60 Euro. Der Halbleiterkonzern hat sein altes Ziel einer EBIT-Marge von 10 Prozent ins Visier genommen. Außerdem dürfte Infineon wieder in den DAX aufsteigen.

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