Frankfurt (BoerseGo.de) - Die globalen Aktienmärkte starten etwas schwächer in die neue Woche. Die US-Futures bewegen sich ebenfalls unter der Wasserlinie und signalisieren einen schwachen Wall Street Start.

Der Wochenstart wird von einem internationalen Handelskonflikt überschattet, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Die Amerikaner haben zum Wochenende hohe Zölle auf chinesische Reifen eingeführt. Im Gegenzug erwägt China jetzt Sanktionen gegen Importe von Autoteilen und Geflügel aus den USA, meldet auch das Wall Street Journal.

Beobachter sehen jetzt die Gefahr, dass das Ganze zu einem Handelskrieg eskalieren könnte. Die EZB hatte erst letzte Woche vor einem wachsenden Protektionismus gewarnt, der den Welthandel behindert und den globalem Aufschwung bremst. „Die frühen Anzeichen eines neuen Handelskonfilkts zwischen den USA und China stärken nicht gerade die Hoffnungen“, erklärte  Daragh Maher, ein Analyst beim Broker Calyon.

Der DAX verliert zur Mittagsstunde 0,9 Prozent auf 5.576 Punkte.


Nur wenige Blue Chips können sich momentan der Schwäche widersetzen, allen voran Adidas. Nachrichten für die relative Stärke gibt es derzeit nicht. In der Vergangenheit kursierte gelegentlich das Gerücht, Nike zeige Interesse an seinem deutschen Rivalen.
Gekauft werden auch die Papier von Metro. Am Freitag war der Konsum-Titel noch der Flop des Tages gewesen. Die Medien hatten berichtetet, dass Firmengründer Otto Beisheim den Aktionärspool verließ. Es wurden allerdings Unternehmenskreise zitiert, wonach die Großaktionäre keinen Anteilsverkauf planen.
Gefragt sind auch defensive Werte wie Bayer (Pharma), Henkel und Beiersdorf (beide Konsumchemie).


Verkauft werden dagegen konjunkturempfindliche und exportabhängige Unternehmen wie Daimler, Salzgitter und ThyssenKrupp, die auch unter der Dollarschwäche der vergangenen Tage leiden, obwohl der Rutsch des Greenbacks momentan wieder zum Stillstand kam.
Abgegeben werden außerdem Bank-Titel. Die Deutsche Bank wurde vom japanischen Broker Nomura von “buy auf “reduce” gekappt. Deutliche Verluste gibt es auch bei der Commerzbank, letzte Woche noch sehr begehrt.
Auch K+S leidet unter einem negativen Analystenkommentar. Der Düngemittelkonzern wurde bei der Citigroup von "Hold" auf "Sell" gesenkt und das Kursziel von 40 auf 35 Euro. Die Bank verwies auf den stärkeren Eurokurs und die anhaltend schwachen Nachfrage in Europa.
Schwach zeigen sich auch die Anteile der Deutschen Telekom. Die britisch Tageszeitung „Sunday Telegraph" berichtete, der Telekommunikationskonzern habe die Deutsche Bank beauftragt, ein mögliches Übernahmeangebot für den US-Mobilfunkbetreiber Sprint Nextel zu prüfen. dpa-afx zitiert dazu Analyst Theo Kitz von Merck Finck. Er würde einen solchen Schritt aufgrund der technologischen Integrationsrisiken - die Mobilfunknetzwerke von Sprint Nextel und T-Mobile USA basieren auf unterschiedlichen Standards - nicht begrüßen, hieß es.



Im MDAX kann sich Arcandor der Schwäche widersetzen. Der Metro-Konzern äußerte am Wocheende anhaltendes Interesse an einer Übernahme. Gefragt sind auch die Aktien von Demag Cranes. Der Hafeninfrastrukutur-Ausrüster führt Kooperationsgespräche mit Mitsubishi Heavy. Equinet bekräftigte "Buy" und Kursziel bei 22,00 Euro.
Verluste gibt es bei HeidelbergCement. Der mit 11,3 Milliarden Euro verschuldete Baustoffkonzern beschloss eine Kapitalerhöhung. Die Papiere von Sky Deutschland, vergangenen Freitag noch bei den Spitzenreitern, werden heute wieder verkauft.



Im TecDax werden Drägerwerk und SMA Solar Technologie gekauft.