Damals hatte auch jeder irgendetwas zum Gold zu sagen, denn Edelmetalle waren in Mode gekommen. Wodurch? Durch die gestiegenen Preise. Diese haben Aufmerksamkeit auf sich gezogen – und Spekulanten wie derzeit beim Bitcoin. Vielleicht ist es mehr als nur Spekulation, dessen Wert wir erst später begreifen. Der Bitcoin ist so etwas wie Gold ohne Strom.

Für Spekulanten ist nur der Preis wichtig, weniger die Investition. Sie tummeln sich dort, wo am meisten los ist. Ähnlich verhält es sich heute im Aktienbereich bei Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google, den sogenannten „FAANG“-Aktien. Spekulanten zielen darauf ab, dass sie ihre jetzt gekauften Positionen später für einen noch höheren Preis an jemand anderen verkaufen können. Sollte die Rechnung nicht aufgehen, kehrt sich der Trend ins Gegenteil um. Bei Silber war das 2011 nicht anders. Vielleicht hat man in dem Fall sogar nachgeholfen, um sie zu verscheuchen.

Bitcoin: Folge der Erkenntnis, Fake oder Falle?

Von Gold und Silber liest und hört man derzeit nicht viel. Manchmal blitzt es kurz auf wie neulich in Sachen Nordkorea. Aber auch nur kurzfristig. Langfristig wirkt sich die begrenzte Menge dieses Blechs im Vergleich zum produzierten Geld aus dem Nichts aus. Vieles wird erzählt, um das nicht offensichtlich werden zu lassen. Bei Aktien ist dieser Effekt erwünscht. Kaum jemand bringt deren Börsenstände mit der Gelddruckerei in Verbindung.

Als der Bitcoin noch frisch war, interessierte sich kaum niemand dafür. Nun aber sind andere Zeiten angebrochen. Der Marktwert der inzwischen 848 Kryptowährungen beträgt 140 Milliarden US-Dollar, während der Goldmarkt auf 7.500 Milliarden US-Dollar veranschlagt wird. Und mal ehrlich, einen Bitcoin zu kaufen ist doch viel einfacher als drei Unzen Gold, geschweige denn vier Kilogramm Silber. Passt alles auf einen Stick. Jede Landesgrenze ist löchrig wie Schweizer Käse. Bei Gold und Silber gibt es nur dumme Fragen und noch dümmere Verdächtigungen. Vielleicht ist das ein weiterer und großer Vorteil für Bitcoin-Fans.

Unterdessen dreht sich das Rad der Geschichte weiter. Das Offensichtliche wird offensichtlicher – die Überschuldung der Welt und die möglichen Folgen. Vielleicht ist der Bitcoin ein Ergebnis dessen. Vielleicht aber auch ein Fake oder eine Falle. Irgendwann aber werden die Schulden ausgebucht und nicht mehr umgebucht. Die Guthaben gleich mit. So funktioniert unser Geld. Dem Bitcoin dürfte das egal sein. Dem Edelmetall aber auch. Ich verweise an dieser Stelle nochmal auf Venezuela. Dort überholt sich die Inflation gerade selbst und das Geld ist bald nur noch das Papier wert. Die Edelmetallpreise sind dort in der heimischen Währung explodiert, aber nur, weil die heimische Währung verkommt. Die armen Sparer.

In diesen Tagen jährt sich zum zehnten Mal der Ausbruch der „Finanzkrise“, die richtigerweise Überschuldungskrise hätte genannt werden müssen und die noch nicht gelöst wurde. Seit nunmehr neun Jahren steigen die Aktienkurse und findige Experten gehen davon aus, es geht auch die nächsten Jahre so weiter aufwärts. Aber was, wenn nicht? Wenn die Chips vom Tisch genommen werden, wohin geht dann das Geld? Es wird Sicherheit suchen.

Zug von West nach Ost: Das Gold zieht dorthin, wo der Reichtum gedeiht

Weit weg vom Blick der Öffentlichkeit passiert in Sachen Silber Erstaunliches, wovon in den Qualitätsmedien gar wenig steht. Zum einen hat die US-Investmentbank J.P. Morgan seine Silber-Investitionen auf 115 Millionen Unzen erhöht. Zum anderen fließt der Strom des Goldes ungehindert, und das seit Jahrzehnten, aus dem Westen in den Osten. In Indien, China und Russland haben sich so tausende, wenn nicht zehntausende Tonnen Gold angesammelt. Gold zog es immer schon dorthin, wo künftiger Reichtum gedeiht. Zugleich besitzen die weltweiten Zentralbanken offiziell 33.000 Tonnen Gold. Es weiß nur niemand, ob es wirklich vorhanden ist. Nachzählen will man es nicht, wegen der Kosten. Ha! Ha! Ha!

Das Edelmetall wechselt derzeit eher aus den schwachen in die starken Hände – übrigens auch die Aktien der Minenbetreiber. Irgendjemand wirft das Handtuch und irgendjemand kauft diese Papiere. Umgekehrt ist es bei den Aktien. Man bezeichnet diese Investoren, die in solchen trüben Phasen kaufen, als smart. Sie werden später ihre Papiere denen verkaufen, die dann auf hohen bzw. noch höheren Kursniveaus meinen, es den starken Händen abkaufen zu müssen.

Die Chance auf echte Werte

Gleichzeitig erreicht die weltweite Goldproduktion laut verschiedenen Berechnungen in diesem oder im nächsten Jahr ihren Zenit. Es wird weniger Gold gefunden als abgebaut wird. Aufgrund der gesunkenen Preise und damit verbundenen Kosteneinsparungen wird weniger investiert.

Inzwischen stecken sechs Jahre Bärenmarkt in den Knochen der Gold- und Silberbugs. Eine Unze Gold in Euro kostet rund 22 Prozent weniger als auf seinem Hochpunkt. Silber hat von dort aus gesehen 57 Prozent verloren. Ich erinnere mich an die Zeit, als bedauert wurde, damals nicht genügend gekauft zu haben, als es billig war. Die leidgeplagten Investoren bekommen also noch einmal eine Chance zu entscheiden, ob sie diese jetzt nutzen wollen, Papier in echte Werte umzutauschen. Oder ob sie später bedauern werden, die Chance nicht genutzt zu haben – sollte jemals das Metall teurer werden, was ja aus heutiger Sicht von Experten und den Leuten ohne Ahnung aber mit viel Meinung völlig ausgeschlossen ist.

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