Das mit den Börsen sieht gerade übel aus. Aber nicht zum ersten Mal. Doch die gute Nachricht zuerst: Aktien sind endlich mal günstiger geworden. Die schlechte Nachricht: Was Sie sich mühsam zusammengespart haben, ist gleich mit abgerutscht. Vorerst. Willkommen im echten Börsenleben. Für Neulinge ein Schock, die Veteranen kennen das noch. Und wie heißt es in jeder Abwärtsphase? „Buy the fucking Dip“. Jeder kurze Rücksetzer war bislang immer eine gute Kaufgelegenheit. Was aber, wenn es dieses Mal anders läuft und die Probleme etwas länger dauern? Davon ist kaum auszugehen – und wenn, dann richtig.
Während die US-Arbeitsmarktdaten positives Futter für die Finanzmärkte bereithielten, sorgten sie an den Edelmetallmärkten für einen ordentlichen Ausverkauf. Zum darauffolgenden Flash Crash spricht Folker Hellmeyer Klartext. Derweil sorgt die Delta-Variante für Nervosität, auch wenn wir in Europa insgesamt die geringste Sterblichkeit seit 2016 sehen.
Die Transaktionssteuer, deren Einführung nun schon seit Jahrzehnten immer wieder von politischer Seite gefordert wird, wird sich auf globaler Ebene unter aller Voraussicht nie verabschieden und umsetzen lassen. Dass der US-Bundesstaat New Jersey nun aufgrund leerer Taschen darüber nachdenkt, eine solche Steuer im Alleingang zu verabschieden, hat sofort zu Widerstand geführt und die New York Stock Exchange auf den Plan gerufen.
Die Serie an sognannten Flash Crashs, also starken, aber sehr kurzen Kurseinbrüchen, denen eine gleichermaßen schnelle Erholung folgt, setzt sich an den asiatischen Börsen fort. Das Ersuchen der beiden genannten Großbanken, Teile der währenddessen getätigten Trades zu stornieren, lässt Aufhorchen!
Spurensuche: Sogenannte Flash Crashs sind an den internationalen Kapitalmärkten fast schon zu einer Normalität geworden. Aktien, Bonds, Währungen – nichts ist mehr sicher vor plötzlich wie aus dem Nichts ausgelösten Abverkaufs-Wellen, die sich nicht selten nach Ausbildung eines Tiefs plötzlich wieder in die entgegengesetzte Richtung wenden.