Der Sommer 2026 wird alles, aber nicht langweilig. Im Anlegerfokus stehen Energieversorgung, Inflation, Geldpolitik speziell der Fed, weltkonjunkturelle Stagflationsängste und vor allem High-Tech als Schicksalsbranche schlechthin. Welche Entwicklungen sind über den Börsensommer zu erwarten und was heißt das für die Anlageklassen?
Gold verliert deutlich an Boden, der Dollar gewinnt an Stärke und die US-Börsen setzen ihren Höhenflug fort. Oliver Roth erklärt, warum die Märkte plötzlich auf steigende US-Zinsen setzen, weshalb Kapital aus Gold abgezogen wird und warum derzeit nicht jede Schlagzeile das hält, was sie verspricht.
Viele von uns starten bald in den Sommerurlaub. Endlich freie Zeit, um abzuschalten. Früher haben sich auch die Finanzmärkte eine Auszeit genommen. In der heutigen (Finanz-)Welt gibt es kein Sommerloch mehr. 2026 sorgen der Iran-Krieg, Öl, Inflation, Zinsen, Konjunktur und KI für Stimmung im Börsensommer.
Sommermärchen ist für mich der passende Begriff für eine freundliche US-Geldpolitik, die Anlegern über Jahrzehnte bestes Börsenwetter beschert hat bzw. bei Krisen-Tiefs schnell für neue Hochs sorgte. Jetzt jedoch gibt sich der neue Fed-Präsident, Kevin Warsh, überraschend als markanter Inflationsbekämpfer. Ist die ewige sunshine rally durch die Fed vorbei?
Ist Kevin Warsh als neuer US-Notenbankchef doch weniger Taube und mehr Falke? Auf ihrer letzten Sitzung hat die Fed zwar ihre Inflationsprognosen angehoben und zeigt sich auch in den Zinsprojektionen kritischer. Inflationskümmernde Glaubwürdigkeit legt der Neue bei der Fed bislang dennoch lediglich theoretisch an den Tag, nicht in praktischem Handeln und schon gar nicht mit Zinsrestriktionen.
Brasiliens Wirtschaft ist überraschend stark ins Jahr gestartet. Doch das Wachstum basiert vor allem auf staatlichen Impulsen und erschwert der Zentralbank den Weg zu weiteren Zinssenkungen. Gleichzeitig bleibt die Inflation deutlich über dem Zielwert. Eine Momentaufnahme.
Die langfristigen Zinsen steigen weltweit – und entziehen sich zunehmend der Kontrolle der Notenbanken. Von Australien über die USA bis nach Japan zeigt sich ein gefährlicher Trend: Märkte laufen voraus, während Politik und Zentralbanken hinterherhinken. Steigende Energiepreise, geopolitische Spannungen und wachsende Inflationsrisiken könnten den nächsten großen Belastungstest für Staatsfinanzen und Wirtschaft auslösen.
Im Fußball ist der Ausputzer ein Abwehrspieler, der die harte „Drecksarbeit“ der Verteidigung übernimmt. Auch Notenbanken haben diese Funktion. Früher haben sie die Preisstabilität mit harter Zinsknute verteidigt. Heute besteht ihre neue Drecksarbeit jedoch vor allem darin, zu verhindern, dass Wirtschaftskrisen schmerzhafte Gegentore schießen. Selbst die feinste stabilitätspolitische Ball-Artistik der Notenbanker verbaler Art kann diese neue Spielweise nicht vereiteln.
Die Iran-Krise bleibt auch in ihrer siebten Woche das bestimmende Börsen-Thema. Diese geopolitische Kuh ist zwar noch nicht vom Eis. Doch ihr scheint das Seil zumindest schon um die Hörner gelegt zu sein, um sie auf stabileres Terrain zu ziehen. Sind also die Konjunktursorgen gemäß Frühindikatoren nur vorübergehend? Immerhin scheinen die Finanzmärkte wieder Hoffnung zu tanken.
In der Theorie sind Geldpolitiker die Gralshüter der Preisstabilität. Früher hat die Deutsche Bundesbank dieses Ziel auch praktisch sehr konsequent verfolgt. Hört man auf ihre aktuellen Äußerungen, scheinen die Notenbanken die Fahne der Stabilitätsmoral weiterhin hochzuhalten. Gezwungenermaßen führen die immer schwierigeren konjunkturellen und finanziellen Rahmenbedingungen jedoch auch zu immer mehr Abweichungen zwischen Wort und Tat.
An den Märkten bleiben aktuell sowohl die großen Bewegungen als auch die ganz entscheidenden Nachrichten aus. Auch die Fed-Protokolle lieferten keine Überraschung und dämpften die Erwartungen an allzu starke Zinssenkungen. Christoph Leichtweiß blickt genauer darauf, was das für Anleger bedeutet. Außerdem im Fokus: Unternehmensanleihen, die Bewertung des Marktes im Vergleich zur Dotcom-Blase und steigendes Interesse an Mid-Cap-Aktien.
Rotation, Makro-Wende und neue Gewinner: Christoph Leichtweiß ordnet die jüngsten Marktbewegungen ein und zeigt, warum klassische Indexlösungen an Grenzen stoßen, während Allokation, Diversifikation und Strukturierung wieder wichtiger werden.
Unsicherheit, Nervosität und steigende Volatilität prägen die Märkte. Martin Utschneider ordnet im Tagesvideo zum Donnerstag die jüngsten Entwicklungen rund um US-Inflation, schwache Quartalszahlen großer Banken und die Signale der US-Notenbank ein. Im Fokus stehen zudem der Philly-Fed-Index, der „Januar-Effekt“, wichtige Chartmarken bei Öl, Gold, Silber, Bitcoin & DAX sowie ein vorsichtiger Ausblick auf die kurzfristigen Tagestendenzen.
Die US-Indizes erklimmen immer neue Rekorde, was nicht zuletzt an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in den Vereinigten Staaten liegt. Derweil leiden deutsche Unternehmen laut dem Evonik-Chef stark unter den CO₂-Abgaben, weshalb er eine Abschaffung der Gebühren fordert. Folker Hellmeyer wirft einen Blick auf die aktuelle Daten- und Nachrichtenlage sowie die internationalen Zustimmungswerte für Regierungschefs, bei denen Friedrich Merz nicht allzu gut wegkommt.
Die Stabilität im amerikanischen Finanzsystem scheint immer weiter zu wachsen. Die zunehmende Nutzung der permanenten Rückkaufvereinbarungen deutet auf akute Liquiditätsprobleme im US-Bankensystem hin. Gleichzeitig verschärft das Finanzministerium selbst noch die Lage. Was folgt daraus?
Mit wachsender Börsen-Euphorie insbesondere bei Künstlicher Intelligenz werden auch die Crash-Propheten immer lauter. Den vermeintlich völlig überteuerten Tech-Aktien prognostizieren sie ein ähnliches Schicksal wie der Dotcom-Blase Ende der 1990er-Jahre. Selbst prominente Persönlichkeiten aus der Tech-Branche warnen vor Überhitzungen. Ist es Zeit für eine Neubewertung, für eine neue Sachlichkeit?
Das US-Finanzsystem gleicht einem Drogenjunkie, der ohne Zentralbankliquidität nicht mehr funktionsfähig ist. Aus diesem Grund scheint die Ära des Quantitative Tightening in den USA schon wieder vor einem Ende zu stehen. Die Folgen dieser Politik könnten dramatisch sein und Gold zeigt klar, wohin die Reise geht...
Nach einer Vielzahl von Strategiefehlern und falschen Prognosen steht die Ära des Quantitative Tightening in den USA vor einem Ende. Fed-Chef Jerome Powell hat mit einer am Dienstag gehaltenen Rede bereits den Momentumwechsel eingeläutet, mit gravierenden Folgen.
Trotz besserer Geschäftserwartungen gemäß ifo Institut bleibt die Konjunkturlage in Deutschland bedenklich schwach. Und obwohl es mittlerweile Zollvereinbarungen gibt, halten sich die Handelsrisiken hartnäckig und der buchstäbliche deutsche Reformstau lähmt den Aufschwung wie Blei. Das bringt auch die in diesem Jahr imposante deutsche Börsen-Rallye ins Stottern. Wie sind die weiteren Aussichten für deutsche Aktien?
Das US-Finanzministerium schaltet in den Modus permanenter Schuldenrefinanzierung – mit massiven Rückkäufen, wachsenden Emissionen und einem beunruhigend engen Schulterschluss zur Federal Reserve. Was wie technisches Marktmanagement wirkt, offenbart sich bei genauerem Hinsehen als struktureller Umbau der globalen Finanzarchitektur – mit Stablecoins als neuem Nachfrageanker und dem Risiko einer faktischen Aufgabe der geldpolitischen Unabhängigkeit.
Schulden sind die klebrigen Rückstände, die bleiben, wenn man Geld borgt und ausgegeben hat. Und nein, die USA sind nicht pleite. Sie sind einfach nur – kreativ. Oder, wie der Hobbyökonom es ausdrücken würde: Sie haben mehr Schulden als ein Ministerium Aktendeckel. Bei 36,2 Billionen US-Dollar Schulden brauchen die USA kein Geld – sie brauchen einen Plan, um mit dem potenziellen Desaster kreativ umzugehen. Ein Schuldenschnitt? Undenkbar. Dann doch lieber die Druckerpresse mit Turbolader oder – eleganter – eine Zentralbank mit gelockertem Gewissen.
Der DAX tanzt weiter – weder elegant, noch im Dreivierteltakt, eher wie jemand, der zu lange auf einer Hochzeit geblieben ist. Im „Crashmonat“ April ging es immerhin um 1,5 Prozent nach oben, seit Jahresbeginn satte 16 Prozent. War da was im April? Der nächste Rekord steht längst an, als wäre die Welt draußen nur eine Randnotiz. Es lebe die Stimmungskulisse.
Trumps aggressive und wankelmütige Zollpolitik erschwert eine Prognose von Inflation und Wachstum. Vor diesem unsicheren Hintergrund beließ die Fed ihren Leitzins auf ihrer letzten Sitzung vorerst bei 4,5 Prozent. Die deutliche Drosselung ihres Liquiditätsabzugs verdeutlicht jedoch ihre Konjunktursorgen. Vor diesem Hintergrund erwarten ebenso die Finanzmärkte eine Fortsetzung des Zinssenkungszyklus spätestens ab Herbst.
Gigantisch hohe Ausgabenprogramme werden die Wirtschaftsaussichten in der Eurozone aufhellen. Eine markante Nebenwirkung wird steigende Inflation sein. Daher hält sich die EZB auf der aktuellen Sitzung mit Aussagen zu weiteren Zinserleichterungen bedeckt. Doch wird sie an einer geldpolitischen Unterstützung der noch zarten Konjunkturpflänzchen und der überschuldeten Euro-Staaten kaum vorbeikommen.
Der Zeitgeist bekommt Zuwachs. Sich über die USA aufzuregen, gehört seit dem Eklat im Oval Office zum guten Ton. How dare you! Denn sie wissen nicht, was sie tun? Wahrscheinlich wissen sie mehr, als wir ahnen. Plötzlich dämmert es manchen Politikern, dass der Begriff „Zeitenwende“ mehr als nur eine Floskel im Wahlkampf ist.
Erstmals seit 2010 kündigt China eine strategische Wende in der Geldpolitik an: Ab 2025 soll eine „angemessen lockere“ Geldpolitik umgesetzt werden, begleitet von aktiveren fiskalischen Maßnahmen. Ziel ist die Stärkung der Binnennachfrage und die Aktivierung enormer Sparguthaben – eine Entscheidung, die weit über die Landesgrenzen hinaus wirtschaftliche Impulse setzen könnte. Welche Folgen hat dieser Paradigmenwechsel für globale Märkte und Chinas Position im Weltgefüge?
Wenig Impulse - Blick auf die sich abzeichnende US-Politik / Märkte uneinheitlich: Nikkei im Minus, Hangseng im Plus / Dow und Nasdaq positiv geschlossen – Seitwärtsbewegung im Dax zu erwarten / Dollar weiter fest / Staatsanleihe-Zinsen fallen wieder leicht – Zinsschritt der EZB erwartet – Fed: Senkung um 0,25 im Dezember? / Gold und Öl relativ stabil, erste Gewinnmitnahmen beim Bitcoin / Zölle würden US-Inflation anheizen – wie wird die Realität aussehen und welche Auswirkungen hat das auf die Geldpolitik? / VW hat umstrittenes Werk in China zum Verkauf freigegeben / Berlin im Wahlkampfmodus - wird man sich überhaupt positionieren?
Chinas bislang ergriffene Konjunkturmaßnahmen reichen nicht aus, um dem tiefen Tal der Tränen zu entkommen. Und mit Handelskrieger Trump 2.0 wird es für China exportseitig, aber auch beim Import von High-Tech-Gütern nicht besser, sondern schlechter. Zur dringend nötigen Wirtschaftsförderung wird Peking spätestens 2025 Platzpatronen gegen echte China-Böller tauschen müssen. Unabhängig davon bleibt Pekings Planwirtschaft ein klares Wachstumshemmnis.
Es erfolgt ein Blick nach Japan, wo die politischen und geldpolitischen Entscheider sich inzwischen mit den gleichen Problemen wie vor dem Minicrash von Anfang August konfrontiert sehen. Alles scheint sich zurück auf Los zu befinden, was sich unter anderem an der inzwischen wieder aufgenommenen Talfahrt des japanischen Yens ablesen lässt. Es wird wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis es zu neuen Interventionen in Japan kommen wird, deren Erfolgsaussichten jedoch beständig schwinden.
Der als vernachlässigbare Kraft wahrgenommene Shigeru Ishiba hat die innerparteilichen Parteivorsitz-Wahlen der Liberaldemokratischen Partei Japans auf eine überraschende Weise für sich entschieden. Sowohl außenpolitisch als auch währungspolitisch betrachtet ist diese Entwicklung von großem Interesse. Für welche politischen Ansätze und Forderungen steht der neue japanische Premierminister?
Gestern kam es angesichts einer sich weiter abschwächenden Wirtschaft, eines erneuten Einbruchs der Aktienkurse sowie tendenziell weiter rückläufigen Immobilienpreisen – wie kaum anders zu erwarten – zu einer Verkündung von zusätzlichen Interventionsmaßnahmen durch die People´s Bank of China. Doch werden die hiermit verbundenen Ankündigungen mehr Aussicht auf Erfolg haben als vorherige Interventionen?
Die Inflationsdaten lassen weitere Zinssenkungen zu / Die Geldpolitik kann die aktuellen Inflationstreiber nicht beeinflussen / Noch spannender als die Zinsen sind die Kapitalmarktrenditen / Anlagestrategie: Mehr Marktbreite und Comeback der defensiven Sektoren? / Aktien steigen immer? Nein, siehe MDAX
Nun ist es so klar wie Kloßbrühe, dass in den USA im September die Leitzinsen gesenkt werden. So jedenfalls haben die Börsen die jüngsten Aussagen der US-Notenbank verstanden. Statt zu feiern, ging es abwärts. Sogar von Panik war die Rede, als ein Minus von 1,5 Prozent auf den Tafeln stand. Das sagen wohl diejenigen, die noch keine wirkliche Panik erlebt haben. Also viele. Vor allem der schwache Arbeitsmarktbericht am Freitag löste eine Verkaufswelle aus. Moment mal! Hatte man sich nicht schwache Daten gewünscht und damit darauf gehofft, dass die FED die Zinsen eher und schneller senken wird? Plötzlich machen Konjunktursorgen der Kurskletterei den Garaus. Verrückte Welt!
Es erfolgt ein Blick an die japanischen Finanzmärkte. Inzwischen befindet sich die Bank of Japan unter einem erhöhten Druck der Märkte, was zu erwartbaren Änderungen in der seit vielen Jahren durch die Institution verfolgten Geldpolitik führt. Wie wirkt sich dies auf verschiedene Marktsegmente aus? Und was lässt sich hieraus schließen?
Über den amerikanischen Fahrzeugkreditmärkten verdüstern graue Wolken zunehmend den Himmel. Ausgehend von dem schwächsten Glied der Kette, namentlich den Subprime-Finanzierungsnehmern, drohen sich die Säumnisquoten, Zahlungsausfälle und Wiederinbesitznahmen von Fahrzeugen durch die kreditgebenden Banken auch auf finanzstärkere Kreditnehmer auszuweiten. Ins Bild passt, dass Autohändler vor einer schwachen Nachfrage bei steigenden Fahrzeugbeständen warnen.
Die US-Arbeitsmarktdaten stehen im besonderen Fokus der US-Notenbank. Ihre Logik dahinter: Wegen stabiler Beschäftigungszahlen wie aktuell geben Verbraucher Geld aus, was die Inflation treibt und so die Fed veranlasst, restriktive Zinspolitik zu betreiben. Aber warum zeigt sich die US-Notenbank so eindimensional?
Rückblick US-Börsen: US-Leitindizes positiv und aufwärtsgerichtet; Jerome Powell überrascht mit Aussage zur Inflation; Fear & Greed auf „neutral“ / Volkswirtschaft: Einkaufsmanagerindizes Deutschland, Europa und USA; Erzeugerpreise Europa; Auftragseingänge und Arbeitsmarktdaten USA / Geldpolitik: Spannung auf das Protokoll der geldpolitischen Notenbanksitzung heute Abend („Event des Tages“) / Hauptversammlungen: Branicks Group AG / Gute Idee am Morgen: Abwarten beim DAX trotz verlockender Vorgaben und Tendenzen aus den USA / Charttechnische Konstellation: DAX, Eurostoxx 50, S&P 500, Nasdaq 100 / Indikationen (vorbörslich): Aktien Deutschland & Europa: seitwärts, US-Aktienmärkte: seitwärts, Asien: Nikkei 225 und Hang Seng aufwärts, WTI und Brent seitwärts, Bitcoin und Ethereum abwärts, Euro“familie“ seitwärts, Euro-Bund Future seitwärts, Gold und Silber uneinheitlich
Es erfolgt ein Blick nach Japan. Welche Optionen verbleiben der japanischen Notenbank eigentlich noch, um sich gegen den Verfall der heimischen Währung zu stemmen? Und was ist von den Ankündigungen des Vizefinanzministers Masato Kanda zu halten? Die Institutionen stehen vor dem Scherbenhaufen der Geldpolitik.
Hoffnungen auf eine weitere Zinssenkung der Bank of Canada dürfte nach Verkündung der jüngsten Inflationszahlen unter aller Voraussicht ein Strich durch die Rechnung gemacht worden sein. Kommt hingegen hier und bei der EZB bald die Frage auf, ob man doch zu früh dran war? Unser Blick schweift zudem über den kanadischen Immobilienmarkt, wo auf eine Belebung gehofft wurde.
Seit Monaten versuchen Anleger wie Wahrsager mit der Glaskugel den Zeitpunkt für US-Zinssenkungen zu finden. Wegen zuletzt zähen Inflationsrückgängen scheint es die Fed damit jedoch nicht eilig zu haben. Im Gegenteil, sie ist weiter bemüht, die Zinssenkungsphantasie phantasielos zu halten. Dennoch, mit Blick auf vorhandene Konjunkturbremsen erwarten die Finanzmärkte den Beginn des Zinssenkungszyklus ab September.
Erstmals seit fünf Jahren hat die EZB den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent gesenkt, obwohl die Inflation über dem Zwei-Prozent-Ziel liegt. Dem Markt war das ziemlich egal. Diese Zinswende wurde ja oft genug angekündigt. Ein Fehler? Man musste liefern, auch wenn das erst einmal nicht viel bedeutet. Geld ist und bleibt teuer. Am besten ist es, man hat keine Schulden.
Die EZB senkt erstmals seit 2016 ihre Leitzinsen. Wegen anhaltenden Inflationsrisiken hält sie sich mit Aussagen zu weiteren Zinserleichterungen zwar noch bedeckt. Doch signalisiert sie, die Inflation mittlerweile unter Kontrolle zu haben. So ist im weiteren Jahresverlauf mit erneuten Lockerungen zu rechnen. Die abnehmende Attraktivität vor allem bei Festgeldzinsen kommt dem konkurrierenden Aktienmarkt zugute.
Die Europäische Zentralbank macht sich zins-locker. Nach der Zinssenkung im Juni können dieses Jahr noch zwei weitere Erleichterungen folgen, obwohl die EZB ihre liebe Not hat, die Inflation weiter zu drücken, geschweige denn zügig das Zwei Prozent-Inflationsziel zu erreichen.
DAX leicht im Minus, US-Futures & Asien negativ, bis auf China / Nifty50 mit heftigen Abgaben – Vorsprung von Modi ist gesunken / Im Blick der SEC: GameStop mit knapper Verdopplung / Technischer Fehler: Berkshire Hathaway verliert kurzfristig 99 % - Konsequenzen für andere Titel noch nicht ausgebügelt! / Deutsche Arbeitslosenzahlen 16:00 Uhr: US-Auftragseingänge & JOLT-Report (Stellenangebote) rückläufig erwartet / September erste Zinssenkung der Fed erwartet; Yen-Schwäche: Suzuki meldet Erfolg, Umfragewerte Premier Kishida im Keller; Notenbankchef Ueda: baldige Zinserhöhung? / Große Mehrheit rechnet mit drei Zinssenkungen der EZB – geht´s jetzt los? / Scams & Fakes: Was könnte KI zum Fallen bringen? / AMD & Qualcomm setzen Apple unter Druck; Intel noch führend bei Datencentern / Toyota verliert: Skandal um Sicherheitszertifikate / Zum Erhalt des Schienennetzes der Bahn: Bund verkauft 110 Millionen Telekom-Aktien
Die Bank of Japan befindet sich in zunehmenden Schwierigkeiten. Einerseits steigen die langfristigen Zinsen und andererseits deutet zurzeit nichts darauf hin, als würde die japanische Zentralbank den Außenwert ihrer abschmierenden Währung alsbald wieder unter Kontrolle bekommen. Es scheint in der Geldpolitik der Bank of Japan inzwischen zu viele Variablen zu geben, auf welche die japanische Notenbank überhaupt keinen Einfluss ausübt, um aus dem Ruder laufende Entwicklungen in den Griff zu bekommen.
Moderne Zinspolitik ist wie das Warten auf dem stillen Örtchen auf einen Erfolg. Manchmal dauert es etwas länger, wie die erste heiß erwartete Zinssenkung in den USA im Juni. Es hätte doch so schön werden können, wenn es nicht anders geplant wäre. Vielleicht erst im September oder November sollen die Zinsen fallen. Vielleicht auch früher oder später. Man braucht viel Geduld wie Kinder vor dem Geburtstag. Wenn dann aber die Geschenke auf dem Tisch stehen, dann kennt die Freude kein Halten mehr. Oder die Tränen.