Europa entdeckt gerade, dass zwischen den Preisen für Rohöl und Diesel ein Unterschied besteht. Das klingt banal, ist aber offenbar neu genug, um in manchen Kreisen als Einsicht zu gelten. Die Schelte für Ölkonzerne lenkt daher von einem wesentlichen Punkt ab: dem jahrzehntelangen Kampf gegen alles, was fossil ist.
Viele Anleger blicken auf das vierte Quartal wie ein Autofahrer, der im Rückspiegel das Blaulicht sieht. Ist die Jahresendrallye wegen großer Zinserhöhungsangst abgesagt? Doch sollten auch die möglichen Entspannungssignale beachtet werden. Und die Megathemen sind alles, aber nicht ausgestorben.
Man könnte meinen, die ständig steigende Abgabenlast sei eine Art Naturgesetz. Die Zahlen aus dem Sozialbudget und dem Bundeshaushalt erzählen hingegen eine nüchterne Geschichte. Es handelt sich um politische Entscheidungen, die über Jahrzehnte die Ausgaben in die Höhe getrieben haben.
Der Zins ist der Preis des Geldes. Klingt banal, war aber lange fast vergessen. Viele wissen das nicht. Wer sich Geld leiht, zahlt dafür. Und je größer das Risiko ist, dass der Gläubiger sein Geld nicht zurückbekommt, desto höher sollte dieser Preis normalerweise sein.
Das große Börsen-Theater findet aktuell weniger als bisher üblich im strahlenden Silicon Valley, sondern in den staubigen Hallen der Rohstoffmärkte statt. Während Edelmetalle sich bockig wie pubertierende Jugendliche verhalten, sind Öl und Kupfer zu Rockstars geworden. Wie entwickeln sich die einzelnen Rohstoffe weiter? Wie steht es um den Rohstoff-Superzyklus?
Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Die deutsche Wirtschaft wächst wieder – zumindest in den Prognosen. Ganz plötzlich und unerwartet. Der Untergang ist vertagt. Prognosen haben ja den großen Vorteil, dass sie zunächst nichts kosten und später kaum jemand nachzählt, wer danebenlag.
Mit Blick auf Ölpreis, Zapfsäule und kommenden Winter bleibt eine drängende Frage: Was kommt da an Teuerung noch auf uns zu? Und werden wir eigentlich noch regiert – oder schon ruiniert? Auf letztere Frage gibt es sicher schon eine Antwort …
Während man auf dem Kontinent den Pisa-Rückgang oft noch mit Corona, Armut oder „zu viel Druck“ erklärt, liefert das Vereinigte Königreich ein unbequemes Kontrollbeispiel. England zieht davon. Schottland und Wales rutschen. Dieselbe Insel, dieselben Tests aber gegensätzliche Schulideen. Die Zahlen sind so eindeutig, dass man sie kaum noch als Zufall abtun kann.
Der Ölpreis liegt wieder über 100 Dollar je Fass, der Gaspreis am europäischen Großmarkt bei fast 80 Euro je Megawattstunde. Vor zehn Jahren waren es nicht einmal 14 Euro. Auch Strom ist teurer geworden, obwohl Sonne und Wind nach wie vor keine Rechnung schicken. Dafür tun es andere.
Kaum verfärben sich die ersten Blätter an den Bäumen, kommt er wieder, pünktlich wie die Feuerwehr, nur ohne Blaulicht: der Herbst-Blues an der Börse. Vor einer Woche war die Welt noch in Ordnung. Der DAX eilte von Rekord zu Rekord, schlechte Nachrichten waren offenbar im Urlaub. Dann wurde das Kalenderblatt umgedreht. September. Und plötzlich waren in wenigen Tagen Hunderte Punkte weg.
In Talkshows wird Digitalisierung gerne als Fortschritt erzählt. In der Praxis ist sie oft Verwaltung des Bestehenden. Der Blick auf den System- und Datensalat von Kommunen, Ländern und Bund erinnert an die Datenhaltung der Deutschen Bahn: Sieht man auf drei Systemen drei Abfahrtszeiten, darf man sich nicht wundern, wenn die Reise nach nirgendwo führt.
Ein Ruck geht durch Deutschland. Die Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen, gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Prozent. Mancher hielt es zunächst für ein kleines Erdbeben. So tief sind die Erwartungen inzwischen gesunken.
Die Börsen haben ein neues Risiko entdeckt. Es ist uralt: die Staatsschulden. Sie waren die ganze Zeit da, wurden aber jahrelang ungefähr so ernst genommen wie eine Rechnung, die man ungeöffnet in die Küchenschublade legt.
Unsere Regierung kümmert sich endlich mal um die künftigen Rentner. Diesmal sind sie sechs Jahre alt. Wer gerade lesen lernt, den eigenen Namen tanzen kann und noch daran glaubt, dass Erwachsene wissen, was sie tun, soll künftig auch fürs Alter vorsorgen. Der Staat überweist zehn Euro im Monat in ein Aktiendepot. Mehr gab die große Rentenrevolution nicht her. Für die Rettung des Sozialstaats muss es genügen.
Der Ökonom Thomas Sowell hat einmal gesagt, wenn Politiker aufhören würden, sich in Dinge einzumischen, von denen sie nichts verstehen, gäbe es eine drastischere Verkleinerung des Staates, als sie von irgendeiner Partei befürwortet wird. Aktuell ist offensichtlich das Gegenteil der Fall.
An der Börse genügt die Hoffnung. Die gute Nachricht selbst kann später geliefert werden. Oder auch nicht. Im Irankrieg gibt es zwar noch keine belastbare Einigung, aber Gespräche. Iran und Oman verhandeln über eine Route durch die Straße von Hormus. Die Golfstaaten drängen auf Diplomatie. US-Finanzminister Scott Bessent hält eine baldige Öffnung der Meerenge für möglich. Für die Börse ist das fast schon ein Friedensvertrag. Es fehlt eigentlich nur noch das Gruppenfoto.
Von seinem Allzeithoch von 5.626,80 US-Dollar Ende Januar hat Gold aktuell über 25 Prozent verloren. Das ist kein Ruhmesblatt für die vermeintlich sicherste Anlageformen der Welt. Hat das Edelmetall seinen Status als ultimative Krisenwährung, als sicherer Hafen verloren? Wird Gold als treuer Lebensgefährte in der Finanzwelt zu Lebensgefahr? Wie steht es um die längerfristige Beziehung zwischen Gold und Anlegern?
Wird im Nahen Osten geschossen, steigt der Ölpreis. Kommt eine Waffenruhe, fällt er wieder – jedenfalls bis zur nächsten Rakete oder Präsidentendrohung. Anschließend erklärt ein Analyst, warum alles genauso kommen musste. Niemand weiß etwas. Manche wissen es nur überzeugender...
In seinem Roman beschreibt Johann Wolfgang von Goethe die unglückliche Hin und Her-Liebesbeziehung des jungen Werthers zu einer gewissen Lotte. Ähnlich hin- und hergerissen fühlt sich wohl auch der noch junge Fed-Chef Kevin Warsh. Einerseits muss er die aktuell unglückliche Inflation berücksichtigen, schon aus Reputationsgründen. Andererseits liegt ihm die Konjunktur- und Finanzstabilität massiv am Herzen. Es gibt gute Gründe für restriktive und freundliche Geldpolitik.
Die Deutschen lieben das Girokonto. Es schwankt nicht, verursacht keine schlaflosen Nächte und sieht morgens genauso aus wie am Abend zuvor. Für Millionen ist das der Inbegriff einer sicheren Geldanlage. Schließlich gilt Sparen hierzulande als Tugend. Was auf dem Kontoauszug steht, kann schließlich nicht weg sein. Das Problem ist nur: Genau dieses Gefühl von Sicherheit ist eine Falle.
Es gibt historische Momente, die erst begreifbar werden, wenn man einen Satz laut ausspricht: Volkswagen könnte künftig chinesische Autos in deutschen Werken bauen. Vor zwanzig Jahren wäre das ungefähr so vorstellbar gewesen, wie wenn Ferrari künftig Dacias produziert. Damals galt China als billige Werkbank der Welt. Entwickelt wurde in Deutschland, gebaut in Asien. Heute wird in China entwickelt – und Deutschland hofft, wenigstens noch schrauben zu dürfen.
Wenn man eine schwere Grippe hat, kann man sich nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, gesund zu sein, und wenn man gesund ist, hat man schnell vergessen, wie übel sich eine echte Grippe anfühlt. Ähnlich ist es mit dem Sozialismus, abgesehen davon, dass dieser im Gegensatz zur Grippe alle paar Dekaden wieder neue Freunde gewinnt. In der Regel sind das diejenigen, die ihn noch nicht durchleben mussten, oder diejenigen, die sich in kafkaesken Strukturen wohl fühlen.
Viele von uns starten bald in den Sommerurlaub. Endlich freie Zeit, um abzuschalten. Früher haben sich auch die Finanzmärkte eine Auszeit genommen. In der heutigen (Finanz-)Welt gibt es kein Sommerloch mehr. 2026 sorgen der Iran-Krieg, Öl, Inflation, Zinsen, Konjunktur und KI für Stimmung im Börsensommer.
Gerne wird in manchem Industrieland vor der vermeintlichen Überbevölkerung gewarnt. Das ist oft verbunden mit dem Anliegen, die Menschen sollten doch weniger Kinder bekommen. Das ist eine streitbare Idee. Sicher ist jedenfalls, dass es in vielen Industrieländern viel zu wenig Kinder gibt.
Neulich bekam ich Post. Man wolle mir kostenlos Glasfaser ins Haus legen. Kostenlos! Das klingt so verlockend wie ein Gratisbuffet oder eine Steuererstattung. Eigentlich müsste ich mich freuen. Glasfaser soll schließlich die Zukunft sein.
Die Serie „Raumschiff Enterprise“ habe ich als Kind geliebt. Damals war ich von dieser fremden, völlig irrealen Welt mit ihren technologisch fantastischen Möglichkeiten fasziniert. Heutzutage ist zwar immer noch viel Fantasie. Doch nimmt die kommerzielle Dimension der Raumfahrt ohne Zweifel deutlich zu. Neben KI ist sie das zweite markante Zukunftsthema auch an der Börse. Wo liegen die Chancen und Risiken beider Branchen, die ohnehin immer größere Schnittmengen aufweisen?
An den Börsen gibt es derzeit wenig Neues, schrieb ich noch am vergangenen Mittwoch. Da hatte mich wohl der jugendliche Leichtsinn gepackt. Denn schon am Freitag krachte es. Bis dahin liefen die US-Märkte besser als die europäischen. Halbleiter- und KI-Aktien stiegen weiter, als gäbe es keine Schwerkraft mehr. Manche Kursverläufe erinnern inzwischen eher an Raketenstarts als an gewöhnliche Börsencharts.
Steuern machen Dinge teurer. So einfach und klar diese Aussage ist, so hartnäckig ist der Widerstand gegen Steuersenkungen. Das beliebteste Gegenargument lautet: Die Unternehmen würden jede Entlastung sofort in höhere Preise ummünzen. Dieses Risiko würden die meisten Steuerzahler vermutlich sehr gerne eingehen.
Seit Jahren glaubt die Politik, man könne wirtschaftlichen Aufschwung herbeireden wie gutes Wetter. Dabei kann auch diese Koalition ihre Visionen ungefähr so glaubwürdig präsentieren wie eine Pyromanengruppe den Wiederaufbau einer Feuerwehrwache.
Gute Laune an den Aktienmärkten trotz geopolitischer Probleme und Lieferkettenstörungen sowie einem globalen Super-Schuldenzyklus. Die steigende Inflation animiert die Notenbanken zu restriktiver Geldpolitik und Europa beschäftigt sich mit wirtschaftlicher Stagnation. Und bei den US-Mega-High-Tech-Caps sorgt man sich um Kurskorrekturen angesichts vermeintlich überhitzter Erwartungen. Was spricht also für die überaus gute Stimmung?
Lange war die Finanzwelt ein Eldorado für Schuldenmacher. Geld kostete praktisch nichts, Zentralbanken verteilten Gratisliquidität wie Karnevalskamelle und die Staaten konnten neue und oft sinnlose Milliardenpakete schnüren, ohne dass jemand ernsthaft fragte, wer das später bezahlen soll. Investoren kauften sogar Staatsanleihen mit Negativzinsen — also Papiere mit garantierten Verlusten. Gibt es dafür eigentlich Stockhiebe? Finanzielle Vernunft war ungefähr so modern wie heute ein Faxgerät. Doch dann stieg der Ölpreis und mit ihm etwas, das die Märkte fast vergessen hatten: Inflation.
Das Leben ist teuer geworden. Aber die Deutschen denken offenbar nicht im Traum daran, weniger zu reisen. Verständlich. Reisen bildet schließlich – und es ist eines der wirksamsten Mittel gegen die Einbildung, dass hierzulande noch alles irgendwie ganz gut läuft. Gespart wird am Urlaub traditionell zuletzt. Vielleicht, weil man einfach mal sehen will, wie Länder aussehen, in denen Züge pünktlich fahren, Flughäfen funktionieren, Baustellen irgendwann verschwinden und Menschen nicht jeden zweiten Satz mit „Das ist politisch schwierig“ beginnen. Kein Wunder, dass viele unserer Landsleute nach dem Urlaub gar nicht mehr zurückwollen.
Eine von vielen irreführenden Formulierungen im Hinblick auf die öffentlichen Kassen lautet, es seien Dinge „kaputtgespart“ worden. Diese Formulierung suggeriert, man habe tatsächlich gespart, weil man zu wenig Geld habe. Das Problem ist jedoch nicht der Mangel an Geld, sondern vielmehr wie es ausgegeben wird.
Gerne wird die dänische Energiepolitik als beispielhaft dargestellt. Dabei wird oft einseitig der Verzicht auf Kohle gefeiert, während man nicht so genau darauf achtet, durch was die Kohle eigentlich ersetzt wird. Nun…
Deutschland besitzt Gold. Viel Gold. Rund 3.350 Tonnen davon liegen in Tresoren in Frankfurt, New York und London. Es ist so ziemlich das Letzte, was dieses Land noch hat, ohne dass irgendein Ministerium schon ein Förderprogramm, eine Taskforce oder eine „Transformationsagenda“ darauf geklebt hätte. Aber…
Statt zu sparen, erfindet die Politik neue Steuern. Dabei haben wir gar kein Einnahmeproblem, sondern ein massives Ausgabeproblem. Noch nie hat der Staat mehr Steuern eingenommen - über eine Billion Euro. Und trotzdem will man nun neue Steuern implementieren und eine Rekordverschuldung von fast 200 Milliarden Euro verabschieden. Und das obwohl 250 Milliarden Euro Einsparpotenzial offen auf dem Tisch liegen — wenn man nur den Willen hätte, sie zu heben. Ein Gastbeitrag von Marc Friedrich.
Nicht nur bei der Geldanlage ist es ein Fehler, sich von Emotionen leiten zu lassen. Aber auch bei der Beurteilung der Fähigkeiten von Gründern oder Managern scheint sich mancher eher von Gefühlen als von Fakten leiten zu lassen. Vielleicht liegt das aber auch am Bewusstsein der eigenen Minderleistung.
Im Fußball ist der Ausputzer ein Abwehrspieler, der die harte „Drecksarbeit“ der Verteidigung übernimmt. Auch Notenbanken haben diese Funktion. Früher haben sie die Preisstabilität mit harter Zinsknute verteidigt. Heute besteht ihre neue Drecksarbeit jedoch vor allem darin, zu verhindern, dass Wirtschaftskrisen schmerzhafte Gegentore schießen. Selbst die feinste stabilitätspolitische Ball-Artistik der Notenbanker verbaler Art kann diese neue Spielweise nicht vereiteln.
„Die Rente ist sicher.“ Ein Satz aus einer Zeit, als Telefone noch Wählscheiben hatten und politische Versprechen länger hielten als Joghurt. Die Rente ist tatsächlich sicher – sicher zu klein, sicher zu spät und sicher nicht genug. Seit Jahren weiß jeder, der einen Taschenrechner bedienen kann, dass das bisherige Modell an seine Grenzen stößt. Trotzdem wurde mit diesem Spruch Politik gemacht, Vertrauen eingesammelt und Wahlen gewonnen. Heute heißt es plötzlich: Sorgen Sie bitte selbst vor. Nur womit eigentlich – nach Steuern, Abgaben, Sozialbeiträgen und jener kreativen staatlichen Zugriffslust, die vom Monatslohn meist nur die Krümel übrig lässt?
Deutschland Wirtschaft verzeichnet einen mittlerweile beängstigenden Produktivitätsrückstand gegenüber den USA. Die Entwicklungen rund um die Anwendung und Einbettung von KI-Anwendungen dürften diese Tendenz in den kommenden Jahren weiter verstärken.
Die US-Börsen haben ihre Kriegsverluste komplett abgeschüttelt und tun so, als wäre nichts gewesen. Auch der DAX bleibt in Schlagdistanz zu seinen alten Hochs. Man könnte meinen, die Welt sei in bester Ordnung. Das ist sie natürlich nicht. Energie wird teurer, Unternehmen ächzen, Insolvenzen steigen. Der Mittelstand kämpft ums Überleben, und die Politik setzt auf Ideologie. Und die Börse? Sie feiert – bemerkenswert unbeeindruckt von der Lage draußen.
Der Strukturwandel in der Softwarebranche ist real. Wie bei allen strukturellen Veränderungen kommt es darauf an, rasch und entschlossen darauf zu reagieren. Weinen, Lamentieren und die Schuld bei anderen suchen wird dabei kein Erfolgsrezept sein.
Am letzten Mittwoch noch schaffte der DAX den größten Punktgewinn seiner Geschichte: 1.159 Zähler. Klingt gewaltig – ist es aber nur bedingt. Denn 1.000 Punkte wiegen heute deutlich weniger als früher. Am Ende waren es „nur“ fünf Prozent. Doch der Börsenhandel ist nervöser und schneller geworden. Ein Tweet, ein Gerücht oder ein halbherziger Waffenstillstand – und alles gerät durcheinander. Kein Wunder bei so viel Kriegsangst. Nur Rüstungsaktien und der Ölpreis leiden unter Friedenspanik und sind dann so entspannt wie Vegetarier auf einem Grillfest.
In einem Interview beschrieb einst Yuri Bezmenov, ein ehemaliger KGB-Offizier und Überläufer das Konzept der Demoralisierung. Damit ist die langfristige Strategie einer gezielten ideologischen Unterwanderung einer Gesellschaft gemeint. Bezeichnenderweise wurde das Interview im Jahr 1984 geführt.
Das Land der Energiepreisrekorde konnte einen neuen Titel einheimsen. Laut Bloomberg erreichten die Strompreise hierzulande am Terminmarkt das Vierfache der Preise in Frankreich. Da Rekorde da sind, um sie zu brechen, muss das nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Na? War Ihr Ostern auch so verdorben? Dann waren Sie vermutlich tanken. Der lieben Verwandtschaft den Besuch aus Benzinkostengründen abzusagen, wäre am Ende vermutlich teurer geworden – emotional wie finanziell. Wobei… vielleicht hat Sie auch einfach die nackte Angst an die Zapfsäule getrieben: die diffuse Sorge, Benzin könnte bald rationiert werden und man steht da wie bestellt und nicht abgeholt – nur ohne Sprit. Nichts ist mehr unmöglich in diesem Land, in dem wir so gut und gerne leben. Oder gelebt haben. Man weiß es nicht mehr so genau.
Wenn mancher die Raumfahrt immer noch als Milliardärs-Spielerei abtut, kann das nur an einem mangelnden Willen liegen, sich zu informieren. So beschäftigt man sich in Deutschland weiter mit dem Abstellen von E-Rollern, sucht nach Möglichkeiten, den Niedergang der Bahn wegzulächeln und spricht von Mikro-Mobilität während man einfach nur den Anschluss verliert.