Wird 2026 das Jahr, in dem Deutschland mit einer Wunderkerze den Hausbrand löschen will? Fakt ist: Der DAX feiert Auslandserfolge, während die Heimatwirtschaft im Bürokratie-Stau verkohlt. Viel Glanz an der Börse, wenig Licht im Land – aber dafür reichlich politische Teelichter zur Beruhigung.
„Black Friday“ jetzt auch am Montag – aber nur digital. Offiziell heißt das „Cyber Monday“, inoffiziell jedoch „Globaler Shopping-Reflex mit WLAN-Zugang. Millionen Menschen stürzen sich auf Angebote, die angeblich ihr Leben verbessern, aber zuverlässig nur eines tun: die Wohnung mit Dingen vollstellen, die man so dringend braucht wie ein drittes Kniegelenk. Man kauft Dinge, die man nicht braucht, mit Geld, das man nicht hat, um Leuten, die man nicht kennt, zu zeigen, wie modern man konsumiert. Und weil das noch nicht absurd genug ist, behaupten manche sogar, sie würden damit „die Wirtschaft ankurbeln“. Das ist, als würde man sich freiwillig dreimal täglich den Kopf an die Wand schlagen, um die Tapetenindustrie zu unterstützen.
Der letzte Mittwoch war mal wieder so ein Schicksalstag. Einer von vielen. Nvidia – dieses gottgleiche Tech-Monster, inzwischen größer als das deutsche BIP, aber mit deutlich besseren Zukunftsaussichten – verkündete Zahlen. Analysten, Experten und andere Börsen-Orakel taten im Vorfeld so, als hinge das Schicksal der Menschheit an diesem Quartalsbericht. Man hätte meinen können, ein fehlendes Etwas im Earnings-Call würde ein Schwarzes Loch erzeugen. Und was geschah? Natürlich nichts. Wir leben noch. Zumindest bis zu den nächsten „Zahlen zum Verbraucherpreisindex“ oder dem großen Zinsschock deluxe.
Der Mensch ist ein erstaunliches Wesen. Kaum hat er eine neue Religion abgeschafft, erfindet er die nächste. Früher glaubte man an Gott, dann an den Fortschritt, dann an den Markt – und nun an den Algorithmus. Der neue Messias heißt „KI“. Er wohnt nicht im Himmel, sondern in der Cloud. Und wer heute noch nicht an die künstliche Intelligenz glaubt, gilt als Ketzer, Technikverweigerer oder – besonders schlimm – als analog.
Im Sommer sollte die Stimmung doch wieder steigen. Nein? Dann kam der „Herbst der Reformen“. Und was kam wirklich? Nichts. Während die Bürger auf Reformen warten – also auf tiefe Einschnitte –, liefert die Regierung heiße Luft bei sinkender Raumtemperatur. Muss der Klimawandel sein. Mit meinen frisch gepflanzten Tomaten im Oktober wird es wohl nichts. Auf nichts kann man sich verlassen – außer auf den politischen Leerlauf und die Zahlungen ans Ausland. Nach dem Winter kommen dann wieder die blühenden Landschaften...
In der Medienlandschaft zeigt sich weltweit ein genereller, gut erkennbarer Trend. Ehemals führende Mediennetzwerke verlieren laufend Zuschauer oder Leser. Im Gegenzug gewinnen offene Plattformen zunehmend an Boden.
Wann beginnt Reichtum? Wenn das Konto überquillt? Wenn der Nachbar plötzlich höflicher grüßt? Oder wenn die Bank-App beim Öffnen eine Triggerwarnung einblendet: „Achtung, Ihr Kontostand könnte Neid auslösen.“?
Das billigste Auto ist bekanntlich das, welches man nicht kauft. Auch beim Strom sollte ein sinkender Verbrauch zu Ersparnissen führen. Die aktuelle Entwicklung deutet jedoch auf höhere Preise bei zunehmenden Risiken für die Versorgung hin. Eine unattraktive Mischung.
Langsam tauchen sie wieder auf, die altbekannten Wendehälse, die plötzlich entdecken, dass Gold vielleicht doch nicht nur für spleenige Verschwörungstheoretiker und Zahnkronen taugt. Genau die Leute, die bei 1.000 Dollar pro Unze warnten, es sei „zu teuer“. Bei 2.000 Dollar wiederholten sie den Unsinn. Und bei 3.000 Dollar predigten sie, der Absturz stünde unmittelbar bevor. Und nun? Nun stehen sie ratlos vor den Charts und überlegen tatsächlich, ob es nicht doch schlau wäre, ein paar Unzen ins Depot zu legen – natürlich viel zu spät und garantiert zum Höchstkurs.
Die Börsen scheinen derzeit unter chronischer Langeweile zu leiden. Keine Impulse, keine Panikattacken, keine Euphorie – als hätte jemand das Parkett mit Baldrian eingerieben. Einzige Ausnahme: KI- und Tech-Aktien, die weiterhin wie hyperaktive Kinder durch die Gegend hüpfen. Die Notenbanken lieferten bis Freitag eher Kabarett als Orientierung. Mal wurden Zinsänderungen angedeutet, mal wieder nicht – das Ganze wirkt wie eine Dauerwiederholung von „Dinner for One“: derselbe Ablauf, nur mit schlechter Pointe.
Das war früher Leitmotiv deutscher Regierungen. Für notwendige Veränderungen haben sie oft dem Gemeinwohl Priorität vor dem Parteiwohl eingeräumt. Die Wählerschelte für auch schmerzhafte Einschnitte haben sie in Kauf genommen. Mit Blick auf schwache Umfragen und geringe Parteibindung befinden sich die politischen Überzeugungstäter heutzutage jedoch im Rückzug. Doch führt kein Weg an umfänglicher Reformpolitik vorbei, wenn es wirtschaftlich und auch gesellschaftspolitisch nicht noch schlimmer werden soll.
Draußen verflüssigt sich der Asphalt und im Supermarkt türmen sich Lebkuchenberge. Weihnachten mitten im Hochsommer! An der Börse herrscht ohnehin Dauer-Advent mit täglicher Bescherung, zumindest für alle mit dem richtigen Geschenkpapier. Wer dagegen in deutsche Industrie, Autos oder Konsum investierte, bekam eher eine leere Schachtel mit „Frohe Pleite“ drauf.
Endlich gute Nachrichten! Der DAX tanzt, in den Chefetagen steigt die Stimmung, als hätte man Red Bull in die Druckerfarbe gemischt. Milliarden stehen im Schaufenster, bereit, „verbaut“ zu werden. Man denkt: Nach einer langen Nacht politischer Irrlichter dämmert der Morgen. Nur fragt man sich: Ist das die Sonne – oder brennt es schon?
Herzlichen Glückwunsch, Deutschland! Wir haben es geschafft – oder besser: Wir wurden geschafft. Die Staatsquote kratzt nun ganz offiziell an der magischen 50-Prozent-Marke. Genauer gesagt: 49,5 Prozent im Jahr 2024, wie das Statistische Bundesamt kürzlich verkündete. Die Tendenz? Natürlich steigend. Die 50 ist keine Frage mehr des Ob, sondern des Wann.
Bei manchen Demonstrationen kann man neben der adressierten Thematik auch den Veranstaltungsort hinterfragen, an dem die Forderungen an „die Gesellschaft“ vorgetragen werden. Besonders bemerkenswerte Beispiele hierfür liefern die Bereiche Energie und Bevölkerungswachstum.
Auch wenn es vorübergehend mal kühler ist – die nächste Hitzewelle kommt bestimmt. Wir werden verglühen! Wie neulich, bei 36 Grad – eine hervorragende Gelegenheit, kollektiv durchzudrehen. Kaum steigen die Temperaturen, werden wir wieder mit den üblichen Hitzewarnungen zugedröhnt: „Viel trinken, wenig bewegen, Sonnencreme auftragen – oder gleich die CO₂-Steuer entrichten.“ Immerhin gibt es jetzt eine neue, wunderbar bequeme Ausrede dafür, warum die deutsche Wirtschaft derzeit lahmt wie ein Büroventilator in der Mittagshitze: Produktivitätsverluste durch Hitzewellen. Klingt super. Fast schon medizinisch.
Ein schöner Name für ein deutsches Nachrichtenmagazin wäre „Der Zerrspiegel“. Ähnlich wie diese Attraktion aus der frühen Zeit der Jahrmärkte bietet manches Format hierzulande ebenfalls verbogene, teils groteske Darstellungen der Realität. Ein gutes Beispiel liefert die Darstellung der letzten US-Wahl.
Ganze 13 Prozent hat er seit Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar zugelegt – und auch gegenüber anderen Währungen zeigt er Muskeln. Das klingt beeindruckend. Zumindest für Menschen, die morgens beim Kaffee gerne FX-Charts frühstücken. Der gemeine Bürger hingegen steht beim Discounter an der Kasse, starrt auf den Kassenzettel und fragt sich: „Starker Euro? Warum kostet der Käse dann 4,99 – und das Toilettenpapier so viel wie früher das Abendessen?“ Gute Frage. Die ehrliche Antwort: Weil dieser Euro-Erfolg mit uns ungefähr so viel zu tun hat wie der Literaturnobelpreis mit dem Twitter-Account von Friedrich Merz.
Normalerweise tobt im Sommerloch der Wahnsinn in Gummistiefeln: Ein Kaiman planscht im Freibad, eine Python streift durchs Neubaugebiet – irre, aber harmlos. Doch dieses Jahr ist selbst das Sommerloch auf Tauchstation. Statt Reptilien auf Abwegen gibt’s Raketen im Nahen Osten. Israel bombardiert präzise, der Iran droht theatralisch – und die USA hielten sich bis jetzt raus.
Am Freitag wurde „unsere“ Schuldenuhr 30. Herzlichen Glückwunsch, du leuchtendes Mahnmal deutscher Finanzvergesslichkeit. Seit 1995 blinkt sie unermüdlich vor sich hin – erst still und meistens ignoriert. Damals bei 1.000 Milliarden Euro gestartet, steht sie heute bei rund 2.549 Milliarden. Ohne Schattenhaushalte. Das sind doch nur 0,002549 Billiarden Euro – klingt niedlich, ist aber eine atomar verpackte Haushaltssprengladung.
Schulden sind die klebrigen Rückstände, die bleiben, wenn man Geld borgt und ausgegeben hat. Und nein, die USA sind nicht pleite. Sie sind einfach nur – kreativ. Oder, wie der Hobbyökonom es ausdrücken würde: Sie haben mehr Schulden als ein Ministerium Aktendeckel. Bei 36,2 Billionen US-Dollar Schulden brauchen die USA kein Geld – sie brauchen einen Plan, um mit dem potenziellen Desaster kreativ umzugehen. Ein Schuldenschnitt? Undenkbar. Dann doch lieber die Druckerpresse mit Turbolader oder – eleganter – eine Zentralbank mit gelockertem Gewissen.
Uns ging’s schon mal besser. Zum Beispiel damals, als kaputte Innenstädte noch ein Alleinstellungsmerkmal des Ostens waren – und nicht Standard westdeutscher Stadtzentren mit Ein-Euro-Läden, Shisha-Bars und leergefegten Ladenzeilen. Damals, als ein Schaufenster noch einladend war – und nicht als Mahnmal aus Pappkartons und Pleiteankündigungen diente. Wo es heute noch rundläuft, ist ausgerechnet die Börse. Der DAX grüßt täglich mit neuen Rekorden. Zwei Billionen Euro schwer – als hätte er im Lotto gewonnen und den Jackpot gleich dreimal geknackt. Und der Bürger?
Zu Beginn meiner Kabarettlaufbahn, als ich noch jung und knackig war, habe ich zu fast jedem Thema meinen Senf dazugegeben, weil es mir unter den Nägeln brannte und in den Fingern juckte…
Die neue Bundesregierung ist im Amt. Mit tatkräftiger Hilfe der Linken, die man vorher noch als brandgefährlich abgelehnt hatte – aber hey, was kümmert einen das Geschwätz von gestern, wenn die Macht lockt? Im zweiten Anlauf hat’s geklappt. Applaus, Schulterklopfen, Selfies mit Amtssiegel – wie bei einer Influencer-Wahlparty. Und jetzt? Natürlich sagt der politische Anstand: erst mal 100 Tage Schonfrist. Doch diese Regierung hat keine 100 Tage. Nicht mal zehn. Denn die Zeit läuft rückwärts.
Hand aufs Herz, wann haben Sie zuletzt eine Straßenkarte statt eines Navis oder einer Navi-App benutzt? Wann hat jemand von uns, statt Google und Co zu befragen, in ein haptisch fassbares Lexikon geschaut? KI, Navi & Co erleichtern uns den Alltag – aber zu welchem Preis? Wer digitalen Helfern blind vertraut, riskiert Fehlinformation, Denkfaulheit und falsche Entscheidungen. Ein Plädoyer dafür, auch wieder die eigenen Fähigkeiten zu stärken, statt sie stets an Algorithmen auszulagern.
Der DAX tanzt weiter – weder elegant, noch im Dreivierteltakt, eher wie jemand, der zu lange auf einer Hochzeit geblieben ist. Im „Crashmonat“ April ging es immerhin um 1,5 Prozent nach oben, seit Jahresbeginn satte 16 Prozent. War da was im April? Der nächste Rekord steht längst an, als wäre die Welt draußen nur eine Randnotiz. Es lebe die Stimmungskulisse.
Anfang April stürzten die Börsenkurse ab – ein Spektakel irgendwo zwischen Turmspringen und finanziellem Harakiri. Und jetzt? Noch schneller rappelte sich der Markt wieder hoch wie ein Boxer, der nach einem rechten Haken taumelt, aber störrisch weiterwankt. Immerhin: Der DAX liegt seit Jahresanfang über 11,7 % im Plus, der Euro Stoxx 50 glänzt mit rund 13 Prozent Zuwachs. Selbst der S&P 500 in den USA, trotz aller Zinssorgen, kratzt an seinem Allzeithoch – ein beeindruckendes Comeback, wenn man bedenkt, dass die Konjunkturdaten eher nach Schwierigkeiten riechen als nach einem „Finale Furioso“.
Bei Familienfeiern gibt es oft den skurrilen Onkel Otto, der den Frieden mit polterndem Auftreten und Launenhaftigkeit trübt. Dieser Onkel heißt an den Finanzmärkten Donald. Schon seine sinnbefreite Zollpolitik und Angriffe auf die Fed als Kronjuwel der US-Finanzwirtschaft wirken verstörend auf die Anlegerstimmung. Vor allem stört jedoch seine unberechenbare Politik, deren Logik sich nicht ergründen lässt und insofern wenig Planungssicherheit für Wirtschaft und Börsen bietet.
Das Wehklagen über eine Korrektur am Aktienmarkt und Politiker anderer Länder, die es einem so schwer machen, lenkt vom Wesentlichen ab. Probleme der hiesigen Wirtschaft und Gesellschaft muss man vor Ort lösen. Dazu muss man diese jedoch erst einmal wahrnehmen.
Es gibt bekanntlich zwei Arten von Menschen: Die einen bekommen schon beim kleinsten Zucken eines Börsenkurses nervöse Ticks. Die anderen hingegen stürzen sich auf Aktien wie auf Klopapierrollen in Pandemiezeiten. Krisen sind für sie kein Grund zur Sorge, sondern ein Schnäppchenmarkt mit eingebautem Rabattcode.
Es gibt Staatsmänner, die führen. Und dann gibt es Donald Trump – den Mann, der glaubt, Außenpolitik sei eine Reality-Show mit eingebauter Apokalypse. Er ist nicht der Einzige. Diplomatie scheint für Trump ein Relikt aus einem Märchenbuch zu sein, das er nie gelesen hat – vermutlich, weil die Bilder fehlten. In seinem jüngsten Gastspiel auf der weltwirtschaftlichen Bühne hat er einmal mehr bewiesen: Wer keine Ahnung vom Welthandel hat, sollte ihn wenigstens laut und aggressiv gestalten. Zölle wurden verhängt, zurückgenommen, wieder verhängt, erhöht, gesenkt, befristet, dann entfristet – Trump hat dem Begriff „Zollschwankung“ eine ganz neue Tiefe verliehen.
Erinnern Sie sich noch an Praktiker? Diesen Baumarkt mit dem charmanten Geschäftsmodell: „20 Prozent auf alles – außer auf den gesunden Menschenverstand“? Der Schlussakkord ist bekannt: erst Rabatt, dann Ruin, dann Räumungsverkauf. Und nun tritt ein gewisser Donald Trump in die Fußstapfen des deutschen Discount-Desasters – allerdings nicht mit Dübel und Duschkopf, sondern mit Zöllen. Die große Frage: Stehen die USA kurz vor ihrem eigenen Praktiker-Moment? Möglich wär’s. Genauer gesagt: Sie sind eigentlich längst pleite – nur merkt’s keiner, weil sie den Welt-Monopolyspielschein namens Dollar selbst drucken dürfen. Noch.
Der Zug mit den Superschulden ist endgültig auf die Gleise gesetzt worden. Wie viel soll es eigentlich werden? Eine Billion? Anderthalb? Oder einfach unendlich? Die Börse gähnt ja schon wieder, ja, sie fällt sogar! Das Kursfeuerwerk ist abgebrannt – zurück bleibt der schnöde Alltag: ein Krieg hier, ein paar Zölle dort und ein paar Minuszeichen. Mittendrin: die deutsche Wirtschaft, zerrieben zwischen nüchterner Realität und sprichwörtlichem Zweckoptimismus.
Aktuelle Umfragen aus den USA wollen so gar nicht zur hiesigen Darstellung passen. Offenbar wird die Einlösung von Wahlversprechen durch die neue Administration von einer wachsenden Zahl an US-Amerikanern begrüßt.
Wenn ich höre, wie Trump und seine Jünger mit ihrem eigenen Land umgehen, kommt mir der Refrain eines Hits von David Bowie in den Sinn: „This is not America“. Aber es ist nun mal, wie es ist. Jetzt darf sich Europa bloß nicht nur mit den Risiken von Trump II beschäftigen oder auf baldige Altersmilde hoffen, sondern muss das „neue“ Amerika als Chance für neue eigene Stärke nutzen.
Wenn es um die Rettung der gesamten Welt oder Teilen davon geht, dann ist man hierzulande ganz vorne dabei. Whatever it takes heißt es dann gerne neudeutsch. Die Grundlage für dieses Verhalten bildet ein bemerkenswerter Selbstbetrug.
Entsorgt man Nahrungsmittel auf der Straße, kommen die Ratten. Legt man eine Billion Euro Sondervermögen in die Gassen – nun ja, dann ist das Geld auch schnell weg. Dafür explodieren die Börsenkurse, während die Realwirtschaft mit Kapazitätsengpässen kämpft. Die Anleger reiben sich die Hände: Geldschwemme bedeutet steigende Kurse, vor allem im Verteidigungs- und Infrastruktursektor.
Deutschland gehört schon jetzt zu den zehn Ländern mit den höchsten Rüstungsausgaben. Dringlicher als eine Erhöhung der Ausgaben wäre daher eine Kontrolle der Verwendung des Etats. Der Vergleich mit anderen Ländern kann hierbei hilfreich sein.
Sie wollen beim Small Talk mal so richtig auftrumpfen? Dann habe ich etwas für Sie: Wie viel sind 500 Milliarden Euro "Sondervermögen"? Erst einmal eine Fünf mit elf Nullen – in mancher Regierung sitzen mehr davon, und die meisten davon in Berlin. Von Wirtschaft kaum Ahnung, aber wenn es ums Geldausgeben geht, sind sie Weltmeister. Stapelt man diese halbe Billion nur für die Infrastruktur in (inzwischen verbotenen) 500-Euro-Scheinen, reicht der Turm 1.000 Kilometer hoch. In 50er-Scheinen wiegt der Berg 9.200 Tonnen – oder so viel wie 1.500 Elefanten. In 5-Euro-Scheinen gar 92.000 Tonnen, also 15.000 Elefanten oder zwei mittelgroße Dinosaurierherden.
Mit großen Händen und leeren Taschen werden derzeit die Steuern der Zukunft ausgegeben. Binnen weniger Tage hat man so den Nimbus deutscher Staatsanleihen demoliert, während der Boden, auf den das Geld herabregnen soll, unfruchtbar bleibt.
Noch eine Zeitenwende? Oder eine Ampel 2.0? Jetzt werden aus falschen Sondervermögen echte Schulden! Orwell hätte seine helle Freude! 500 Milliarden Euro plus weitere Hunderte von Milliarden! Und das muss nicht das Ende der Fahnenstange sein. Unsere Brüder und Schwestern in Europa sind da mit ihrem Verschuldungsgrad schon viel weiter und nicht so abgewirtschaftet wie wir. Und? Läuft doch! Erst bekommen wir die Lira im Euro-Gewand, und später sind auch unsere Finanzen ruiniert. Also: Feiern wir, solange es noch geht! Diese ewigen Nörgler!
Ein europäisches Motto scheint zu lauten: das, was man nicht hat, sollte man zumindest regulieren - und das, was man hat, sollte man maximal besteuern. So ruft die kürzlich aus Frankreich zu hörende Initiative zur Besteuerung von Rechenzentren keinen Optimismus hervor.
Der Zeitgeist bekommt Zuwachs. Sich über die USA aufzuregen, gehört seit dem Eklat im Oval Office zum guten Ton. How dare you! Denn sie wissen nicht, was sie tun? Wahrscheinlich wissen sie mehr, als wir ahnen. Plötzlich dämmert es manchen Politikern, dass der Begriff „Zeitenwende“ mehr als nur eine Floskel im Wahlkampf ist.
Wer interessiert sich in diesen herrlichen Zeiten noch für die Börse? Tagelang wurden wir von politischen Parteien umgarnt, bis der Blutdruck mahnte, die Wohnung nur noch mit Scheuklappen zu verlassen, um diesen Wahlplakaten voller Phrasen und Placebo-Versprechen zu entgehen. Ein einziges Gruselkabinett für Menschen mit Restverstand. Und wenn dann doch mal ein Hoffnungsträger auftaucht, der "frischen Wind" verspricht, dauert es nicht lange, bis er gekauft, erpresst oder von der Bürokratie auf Nimmerwiedersehen verschluckt wird. Die Strippenzieher bleiben, nur die Marionetten wechseln.
Erinnern Sie sich noch an den Fachkräftemangel? Das waren noch Zeiten! Mittlerweile beklagt mancher ironisch eher den Fachkräfteüberschuss, während die deutschen Unternehmen wieder mit den ursprünglichsten aller Geschäftsprobleme, einer schwindenden Nachfrage, kämpfen.
Die aktuelle (Wirtschafts-)Stimmung in Deutschland ist wie Aschermittwoch und Karfreitag an einem Tag. Für Betrübnis sorgt selbst Amerika, unser ehemaliger bester Freund und Beschützer. Leistet sich unsere politische Elite auch nach der Bundestagswahl weiter Problemignoranz, ist der geopolitische Abstieg in die zweite Liga sowie der Verlust von Wohlstand, Versorgungssicherheit und politischer Stabilität nicht aufzuhalten.
Holla, die Waldfee! Das ging fix – der DAX hat schon im Februar sämtliche Kursziele der beliebten und führenden Meinungsexperten für 2025 pulverisiert. Seit Jahresbeginn ist er um satte 13 Prozent gestiegen, und sein Chart biegt sich nach oben auf. Schnell einsteigen? Oder lieber Gewinne sichern? Fest steht: Der Motor läuft heiß. Es ist, als säße Nicole auf dem Parkett und sänge von ein bisschen Frieden in der Ukraine. Das nährt sofort Spekulationen über fette Geschäfte beim Wiederaufbau. Und wer hat das alles ins Rollen gebracht? Donald Trump. Genaues weiß zwar noch niemand, aber unsere Politik warnt vorsichtshalber schon mal davor.