Vor wenigen Tagen stellte mir ein Seminarteilnehmer folgende Frage, die ich wegen ihrer Aktualität hier auf cashkurs.com einem größeren Leserkreis  -natürlich mit meiner Antwort- präsentiere.

Hallo Herr Trepnau,

bei diesem Problem beiße ich mir gerade die Zähne aus:

3 Familienhaus mit zentraler Heizung und Warmwasseraufbereitung. Ferner noch eine Solaranlage für Warmwasser (nur für Brauchwasser) auf dem Dach. Wenn keine Sonne scheint, wird das Warmwasser durch die Heizung erwärmt.

Mit der bekannten Formel kann ich ja den Warmwasseranteil an den Heizkosten (Brennstoffe, etc.) berechnen. Sagen wir mal 20%. Durch die Unterstützung der Solaranlage dürfte aber der Anteil der Warmwasserkosten geringer ausfallen. Aber wie viel geringer???

Mein Vorschlag:

Ich schätze einfach: Das Warmwasser wurde zur Hälfte über die Heizung und zur Hälfte durch die Solaranlage erwärmt. Also entfallen nur noch 10% der Heizkosten auf das Warmwasser und 90% auf die Heizkosten.

Ich hoffe, Sie können mir helfen, denn ich finde auch in der einschlägigen Lektüre keinen Hinweis.

Mit freundlichen Grüßen

Rüdiger H

Herr H. hat natürlich mit seiner Einschätzung recht: Die Kosten für Warmwasser müssen sich zu Lasten der Heizkosten reduzieren.

Die Erwärmung durch die Sonne verursacht, mit Ausnahme von eventuellen strombetriebenen Pumpen und Wartung, keine umlagefähigen Kosten. Die Ermittlung dieser Stromkosten erfordert den Einbau eines Zählers.

Wie geht man also vor:

Die beste Lösung ist natürlich der Einbau eines Wärmezählers zwischen Heizkessel und Warmwasserbereiter. Ab 31. Dezember 2013 ist ein Wärmezähler für die Warmwasserbereitung bei allen Zentralheizungen verbindlich, es sei denn, der Einbau wäre mit einem unzumutbar hohen Aufwand verbunden.

Das hilft meinem Seminarteilnehmer nichts, denn bei ihm fehlt ja gerade  der Zähler.
Der Energieanteil zur Wassererwärmung wird rechnerisch ermittelt. Die in der HKVO festgelegten Warmwasser-Abtrennungsformeln gehen allerdings von einer ausschließlich konventionellen Wassererwärmung aus und ignorieren regenerative Energieversorger:

Der Brennstoffverbrauch (B) ist in Litern, Kubikmetern oder Kilogramm nach der Formel

           2,5 x V x (tw – 10)

          -------------------------        = B

                        HU

zu berechnen.

Dabei sind zugrunde zu legen:

2,5 ist ein feststehender Wert für den Wirkungsgrad der Heizungsanlage. Bei Wärmelieferung von Nah- oder Fernwärme sind hier 2,0 anzusetzen, da keine Kessel-verluste auftreten.

V: Das gemessene Volumen des verbrauchten Warmwassers in Kubikmetern;

tw: Die gemessene oder geschätzte mittlere Temperatur des Warmwassers in Grad Celsius meist 60 Grad);

HU: Der Heizwert des verbrauchten Brennstoffes in Kilowattstunden (kWh) je Liter (l), Kubikmeter (m³) oder Kilogramm (kg).

Unterstützt eine Solaranlage das Heizsystem, muss der Öl- oder Gasheizkessel weniger Energie zur Erwärmung des Trinkwassers aufwenden. Deshalb sinkt der Anteil der Warmwasserkosten an den Gesamtheizkosten und es  erhöht sich der als Heizung abzurechnende Kostenanteil. Die oben genannte Formel der HKVO kann also nicht ohne weiteres auf durch Solarwärme unterstützte Heizanlagen übertragen werden. Es hat  sich bewährt, die Temperatur des Warmwassers in den HKVO-Abtrennungsformeln um 20 Grad zu senken, also als Warmwassertemperatur beispielsweise 40 °C statt 60°C anzusetzen. Diese auf Erfahrungswerten basierende Berechnung ist eine von zwei mir bekannten verordnungskonformen Alternativen zur Messung und relativ leicht anzuwenden.