Und die Aktienrenditen werden immer höher. Aber Anleger, zumindest Privatanleger, greifen hierzulande bei Aktien kaum zu. Dabei gelingt gute Altersvorsorge (nur) mit Aktien(-Fonds). Offene Immobilienfonds müssen hingegen bei überbordender renditesuchender Nachfrage die Bremse einlegen und die Annahme von Mitteln verweigern.

Die immer länger anhaltende Niedrigstzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) treibt weiter kaum verständliche Blüten. Die Aktienkurse fallen, auch aus Angst vor dem Brexit; damit steigen gleichzeitig auch die Dividendenrenditen, doch Aktien haben wollen zumindest die privaten Anleger und auch die Altersvorsorgesparer nicht. Merkwürdig, oder? Denn eigentlich funktioniert eine gute Altersvorsorge, also eine sehr langfristig angelegte Geldanlage, (nur) mit Aktien(Fonds). (Vergl. gleichnamigen Beitrag auf Cashkurs vom 28.2.2014).

Annahmestop bei manchen offenen Immobilienfonds

Alle Welt, d.h. die Anlegerwelt, ist auf der Suche nach Renditen um nicht immer ärmer zu werden. Doch wer heutzutage Rendite will, muss Risiken eingehen. Einige Headlines kennzeichnen die Situation:  „Die Last der negativen Zinsen“ oder „Zehnjährige Bundesanleihen unter null“ (FAZ). Oder: „Warum Null- und Negativzinsen wie schleichendes Gift wirken“ und „Commerzbank: Bargeld soll in den Tresor statt zur EZB“, auf Cashkurs. Und auf der anderen Seite ersticken offene Immobilienfonds auf der Suche vor allem vieler Privatanleger nach Rendite unter den kaum zu verarbeitenden (also anzulegenden) Mittelzuflüssen. Sie müssen die Bremse einlegen, also einen Annahmestop für Mittelzuflüsse verhängen. Und das bei im Durchschnitt zu erwartenden Renditen von ca. zwei bis maximal drei Prozent. Verrückt, oder?

Es lockt nicht nur die Renditeseite

Dem stehen fallende Aktienkurse mit der Folge steigender Dividendenrenditen gegenüber! Und keiner will sie, keiner, oder sagen wir kaum private deutsche Anleger, kaufen hierzulande gerade im Rahmen längerfristiger Sparprozesse, wie vor allem im Rahmen der Altersvorsorge, Aktien. Verrückt, oder? Was die Renditeseite angeht lässt ein einziger schneller Blick auf einschlägige Renditen zum Beispiel der dreißig DAX-Werte doch sofort Nachdenklichkeit aufkommen: Per 15. Juni weisen in vielen großen Gazetten abgedruckte DAX-Tabellen eine Rendite für die 30 DAX-Werte von durchschnittlich 3,35 Prozent auf. Wer noch genauer hinschaut entdeckt dann Renditen von 5,64% bei dem blue chip Allianz, dann 4,27% bei BASF und 4,67% bei BMW, ferner 5,49% bei Münchner Rück und 3,81% bei Siemens. Verrückt. Oder?

Stetige Aktienkäufe bügeln die Kursschwankungen aus

Wieso wird hierzulande die Aktienanlage so vernachlässigt, ist sie doch alleine imstande, langfristig den Aufbau entsprechender Vermögenswerte und Altersvorsorgeansprüche (sind zwei getrennte Paar Schuhe – vergl. dazu Gespräch mit dem Altersvorsorge-Professor Bert Rürup auf Cashkurs vom 25.08.2014 „Gezielte Altersvorsorge geht nur im Kollektiv) zu gewährleisten.

OK, Aktienkurse schwanken, teilweise erheblich. Davor haben viele Anleger Angst, dass sie zum falschen Zeitpunkt davon erwischt werden, also wenn sie verkaufen bzw. im Alter davon leben müssen. Doch für solche Fälle gilt es taktisch Vorsorge zu treffen, was relativ leicht möglich ist. Dazu einige wichtige Argumente:

In Aktien sparen anstatt über die Zinsen jammern

Altersvorsorgesparen ist ein sehr langfristiger Prozess. Wer stetig in Aktien spart, also für die Altersvorsorge über z.B. 35 Jahre (z.B. von 30 bis 65 oder von 35 bis 70), kauft stetig Aktiensubstanz, bei fallenden Kursen mehr Aktiensubstanz, bei steigenden Kursen weniger (cost averaging). Das läppert sich erstaunlich, wie die BVI-Tabelle anschaulich zeigt. Die Kursschwankungen der Aktien werden dadurch langfristig quasi eliminiert.

Das Risiko der einzelnen Aktie wird durch eine gute Streuung im Aktiendepot ebenfalls quasi eliminiert. Dafür bieten Fonds eine gute Basis (wenn sie gut sind!). Wobei Anleger darauf achten müssen, dass die mit den Fonds verbundenen Kosten minimiert werden (Depotgebühren, Verwaltungskosten, Anschaffungsgebühren etc.). Denn für diese langfristigen Sparprozesse können sich ständig anfallende Kosten als wahre Renditekiller erweisen.

Und was aus solchen Sparprozessen über lange Jahrzehnte herauskommt, dafür liefern die BVI-Zahlen erstaunliche. nämlich gute Ergebnisse. Und die besten Ergebnisse weisen regelmäßig die Aktienfonds Deutschland auf, was gute Hinweise, aber natürlich keine Garantie für die zukünftige Entwicklung liefert. Fazit. Schluss mit dem Jammern über die Nahe-Null-Zinsen, es gibt ja Alternativen.