Das berichtet beispielsweise der Norddeutsche Rundfunk (Fernsehsendung Nordmagazin) im Oktober 2014. Inwieweit diese Zahl zutrifft, kann hier nicht eingeschätzt werden - andere Veröffentlichungen sprechen von etwas niedrigeren Zahlen.

Die umfassende Prüfung des Rentenbescheides - kann eine Rentennachzahlung bzw. Rentenerhöhung bewirken

Die korrekte Rentenberechnung basiert zunächst auf einem lückenlosen Nachweis der sozialversicherten Tätigkeit. Fehler liegen oftmals in der Zuordnung der rentenwirksamen Zeiten. Durch bloßes Abgleichen des Versicherungsverlaufes (Anlage 2 des Rentenbescheides) mit vorhandenen (Sozialversicherungs-)nachweisen werden diese zumeist nicht ersichtlich.

Das Prüfen eines Rentenbescheides ist zeitaufwändig

Das Prüfen eines Rentenbescheides ist in der Regel zeitaufwändig. Es ist deshalb oftmals sinnvoll, zunächst Widerspruch einzulegen. Neben dem Abgleich des zeitlichen Verlaufes kann eine rechtliche Prüfung des Einzelfalles erforderlich sein. Auch nach Ablauf der Widerspruchsfrist lassen sich Ansprüche geltend machen.

1. Ansprüche geltend machen - auch nach Ablauf der Widerspruchsfrist möglich

Soweit Sie Ihre Ansprüche aufgrund eines Fehlers in der Rentenberechnung geltend machen wollen, wäre ein Antrag auf Überprüfung nach § 44 SGB X zu stellen. Die Deutsche Rentenversicherung prüft diesen und lässt Ihnen einen Bescheid mit Rechtsbehelfsbelehrung zukommen. Bei Erfolg wird der Rentenbescheid zurückgenommen. Rentennachzahlungen werden, wie andere Sozialleistungen auch, längstens für einen Zeitraum von bis zu vier Jahren vor der Rücknahme erbracht (§ 44 Abs. 4 SGB X).

2. Regelmäßig wiederkehrende Fehler im Rentenbescheid

Fehler im Rentenbescheid haben oftmals folgende Ursachen:

  • fehlerhafte Übertragung der Daten des Sozialversicherungsnachweises auf das Rentenversicherungskonto (z.B. fehlerhaftes Entgelt aufgrund nicht erfasster Änderungsmitteilungen)
  • falsche Bewertung von Zeiten der Berufsausbildung (diese Pflichtbeitragszeiten sind monatlich mit Mindestentgeltpunkten zu berücksichtigen, um Nachteile aufgrund niedriger Beiträge zu Beginn des Berufslebens auszugleichen)
  • falsche Anrechnung der Schul- Fachschul- und Hochschulausbildungszeiten
  • Zeiten der Arbeitslosigkeit - (auch Hartz IV-Bezug)
  • fehlende Anrechnung der Zeiten der Kindererziehung
  • Krankheitszeiten wurden nicht anerkannt oder fehlerhaft bewertet
  • nicht berücksichtigter Versorgungsausgleich nach der Scheidung
  • unterbliebene Anerkennung des günstigsten Rentenbeginns (Auslegung von Rentenanträgen - Antrag ist laut BSG immer so zu verstehen, dass der Antragsteller die für ihn günstigste Rente beantragt - Günstigkeitsprinzip 29.11.2007, Az.: B 13 R 44/07 R)
  • Zeiten der Glaubhaftmachung wurden nicht zutreffend bewertet (§ 203 SGB VI) - Die 5/6 Regelung (bis 31.12.1990) bzw. die Tabellenwerte der Anlage 14 zum SGB VI wurden nicht richtig angewandt
  • Fehler in der Zuordnung der Beitragszeiten - Rechtskreis Ost (Beitrittsgebiet neue Bundesländer oder West (alte Bundesländer)

3. Rentenbescheid Widerspruch

Gegen den Rentenbescheid kann vier Wochen nach Zugang Widerspruch eingelegt werden.

Es ist (zunächst) hinreichend, wenn Sie dem Rentenversicherungsträger (Anschrift siehe Rechtsbehelfsbelehrung des Rentenbescheides) unter Mitteilung Ihrer Rentenversicherungsnummer (links oben im Briefkopf des Rentenbescheides) mitteilen, dass Sie gegen den Rentenbescheid vom . . . (Datum des Rentenbescheides) Widerspruch einlegen. Aus Gründen der Nachweisführung ist es sinnvoll, diesen als eingeschriebenen Brief zu übersenden. Denken Sie bitte an die Fristwahrung.

Eine nähere Begründung ist (zunächst) nicht erforderlich. Diese sollte aber - unter plausibler Darlegung der Beanstandung - nachgereicht werden. Andernfalls wird die Behörde nach Aktenlage entscheiden und den Widerspruch in der Regel zurückweisen.