Nach allem, was User des weltweit größten Bitcoin-Marktplatzes Mt. Gox über sich ergehen lassen mussten, ordnet Chinas Zentralbank bis Mitte nächsten Monats nun eine Schließung von heimischen Nutzerkonten an. Nicht nur die Anfälligkeit von Bitcoin-Handelsplätzen durch Hackerattacken, sondern auch die Tatsache, dass ein Großteil der digitalen Münzen bei Mt. Gox plötzlich schwuppdiwupp nicht mehr auffindbar war, hat für enorme Unruhe selbst unter hartgesottenen Bitcoin-Verfechtern geführt.   

Heimische Banken und Payment Provider werden durch die People´s Bank of China dazu aufgefordert, finanzielle Transaktionen an Bitcoin-Börsen zu unterbinden. Eine entsprechende Direktive an Banken und Payment Provider erging bereits Anfang Dezember letzten Jahres. Doch nun müssen heimische User Accounts laut Berichten chinesischer Medien bis Mitte April geschlossen werden.

Jetzt wird auf und ab darüber diskutiert, ob die Direktive der PBC einem Verbot der Nutzung von Bitcoins gleichkommt oder nur die Regulierung der digitalen Währung verschärft werden soll (hier ein weiterführender Bericht)

Laut Bitcoin-Börsenbetreibern in China beobachte man die aktuelle Entwicklung zurzeit
ganz genau und warte erst einmal ab, was passiere. Diverse Nutzer geben ihren Bitcoin-Handelsplätzen diesen Credit jedoch anscheinend nicht, sondern münzen ihre digitalen Coins wohl so schnell wie möglich wieder in (Papier-)Bares um. So gingen die Bitcoin-Preise nach den medialen Veröffentlichungen in der Spitze um bis zu zehn Prozent in die Knie, worauf sie sich jedoch auch wieder ein wenig erholten.

Die PBC begründete ihre Maßnahmen mit einem Verweis auf die dringende Notwendigkeit, der Geldwäsche und dem Umgehen von Kapitalkontrollen entschlossen zu begegnen. Seit dem Zusammenbruch des weltgrößten Bitcoin-Handelsplatzes Mt. Gox nach einer Hacker-Attacke ist Unruhe in die Bitcoin-Gemeinde eingezogen. Anfang Februar erklärte Mt. Gox, keine Auszahlungen und Transaktionen mehr vornehmen zu können, nachdem sich Hunderttausende von User Bitcoins praktisch über Nacht schwuppdiwupp nicht mehr auffinden ließen und spurlos verschwanden.

Von wenigen Cent auf in der Spitze fast $1.000 – Preisentwicklung der digitalen Bitcoin-Währung. Kommt jetzt die Rolle rückwärts?

Umgerechnet entsprach der Verlust der Halter von digitaler Währung bei Mt. Gox einem Volumen von fast $500 Millionen. Nach dem schwindelerregenden Anstieg in nur kurzer Zeit sorgte die Ankündigung der PBC für Einbruch von fast 40%. Ende letzten Jahres gab BTC China bekannt, sich der PBC-Direktive zu unterwerfen und keine neuen User Accounts mehr einzurichten. Seitdem hat sich der Preis der digitalen Währung nach wildem Auf und Ab weiter ermäßigt.

Für Aufsehen sorgte dann vor wenigen Tagen die publizierte Meldung, dass Bitcoins  durch die amerikanische Steuerbehörde IRS nicht als Währung klassifiziert werde, sondern als Vermögensanlage. Darüber hinaus wies die Behörde darauf hin, dass Gewinne aus Bitcoin-Investitionen rückwirkend zu versteuern seien. Obwohl man der digitalen Währung an der Wall Street recht offen gegenübersteht, stellt sich die Frage, ob das Bitcoin-Abenteuer nicht unter Umständen seinen Höhepunkt erreicht haben könnte.