"Die Sonntagsreden der Politiker, für mehr bezahlbare Wohnungen sorgen zu wollen, werden in der Realität ins Gegenteil verkehrt. In Wahrheit wird der in den Ballungsräumen so dringend benötigte Wohnungsneubau mit der neuen Energieeinsparverordnung noch teurer werden. Damit rechnet sich der Neubau bezahlbarer Wohnungen für Wohnungsunternehmen kaum noch. Die Folge: Es wird weniger gebaut und die Mieter müssen am Ende die höheren Kosten durch höhere Mieten mittragen", kritisierte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, den Beschluss.

Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates hatte in seiner Empfehlung eine einmalige Verschärfung der Anforderungen um 12,5 Prozent ab 2016 vorgeschlagen, da auch anhand des Wirtschaftlichkeitsgutachtens bewiesen sei, dass eine weitere Verschärfung um 12,5 auf 25 Prozent unwirtschaftlich und damit für die Unternehmen nicht tragbar ist. "Der Bundesrat hat hier bewusst eine andere Entscheidung getroffen und damit eine weitere massive Bremse für den dringend notwendigen Wohnungsbau beschlossen", so Gedaschko.

Wenig zielführend dürfte auch die vom Bundesrat beschlossene Einführung von Energieeffizienzklassen für den Energieausweis sein. Es bleibt schleierhaft wie aus einer Effizienzklasse Rückschlüsse auf die warmen Betriebskosten gelingen sollen. Mir persönlich war Sinn und Zweck der Veranstaltung noch nie klar. Denn jeder Mieter hatte auch in der Vergangenheit (gemeint ist die „Vor-Energieausweis-Zeit) schon die Möglichkeit sich die letzten Betriebskostenabrechnungen einschließlich der Abrechnungen für Heizung und Warmwasser zeigen zu lassen. Wenn er das gemacht hat, konnte der Mieter seine zu erwartenden Energiekosten ziemlich gut einschätzen.

Die Energiepreise der unterschiedlichen Energieträger weisen nun mal deutliche Unterschiede auf. Das kann dazu führen, dass ein Gebäude der Klasse B die gleichen Kosten verursacht wie ein Gebäude der Klasse D. Mieter werden aber so auf den Energiepass eingestellt, um nicht zu sagen „abgerichtet“ dass sie an die einfache, treffsichere Methode der schlichten Einsicht in die alten Abrechnungen, gar nicht mehr denken und deshalb danach auch nicht mehr fragen.
Der Energieausweis wird immer unübersichtlicher, weniger aussagefähig und führt zu Verwirrungen und Irrungen.

Inzwischen ist der Neubau durch die Anforderungen an die Energieeffizienz, aber auch durch die Preise für den Baugrund und die Baukosten so teuer geworden, dass er sich in vielen Fällen auch heute schon nur noch im oberen Mietpreissegment rechnet. Die Baukosten sind in den letzten Jahren, nicht zuletzt wegen den Vorschriften aus den Energieeinsparverordnungen bereits massiv gestiegen. Mit der nun beschlossenen Verschärfung der EnEV werden die Baukosten für einen Teil der Neubauten voraussichtlich um weitere acht Prozent steigen. Wo und wie hier nun günstiger und für die weniger gut

Betuchten bezahlbarer Wohnraum entstehen soll, bleibt wohl ein Geheimnis der Bundesregierung und des Bundesrates.
Wenn der grassierende Dämmwahn zum Ausgleich wenigstens das erforderliche Energieeinsparpotential liefern würde... Er tut es nicht. Aber dazu habe ich mich hier am 01.03.2013 schon geäußert.

Weiterführende Literatur von Thomas Trepnau gibt es versandkostenfrei hier.