Liebe Leserinnen, liebe Leser,

was verbirgt sich hinter der geheimnisvollen Zukunftstechnologie Blockchain, die derzeit die Finanzbranche durcheinander wirbelt? Auch wenn der mathematische und informationstechnische Hintergrund recht kompliziert ist, so lässt sich die Blockchain in ihren Grundzügen doch ganz ohne höhere Mathematik oder ausgefeilte IT-Konzepte beschreiben.

Bei jeder Art von Buchgeld oder elektronischem Geld besteht das Problem, dass irgendwo gespeichert werden muss, über welche Guthaben die einzelnen Kontoinhaber verfügen. Nehmen wir eine x-beliebige Bank, bei der es drei Kunden mit den Namen A, B und C gibt. Die Bank führt elektronisch in einer Datenbank Buch, über welches Guthaben die einzelnen Kunden auf ihren Girokonten verfügen. Auch wenn Banken in der Regel gut gegen Cyberangriffe und andere Gefahren gerüstet sind, ist dieses Vorgehen inhärent unsicher: Wer immer die Listen oder Datenbanken kontrolliert, in denen die Guthaben vermerkt sind, kontrolliert auch die Guthaben! Kriminelle, oder auch ein böswilliger Staat, der in einer Nacht- und Nebel-Aktion eine Zwangsabgabe auf Spareinlagen beschließt, können sich zumindest theoretisch Zugriff auf das Vermögen der Bankkunden verschaffen.

In einem auf der Blockchain basierenden Zahlungssystem werden Informationen über die Guthaben der einzelnen Teilnehmer dagegen nicht in einer zentralen Datenbank, sondern dezentral bei ALLEN Teilnehmern des Zahlungssystems gespeichert. Die Blockchain ist dabei nichts anderes als eine Liste über alle jemals getätigten Transaktionen. Überweist Teilnehmer A einen Betrag von 100 Geldeinheiten an Teilnehmer B, dann teilt Teilnehmer A dem gesamten Netzwerk öffentlich und gleichzeitig anonym diese Transaktion mit. Die Transaktion wird in der Blockchain gespeichert. Die Blockchain ist nichts anderes als eine Liste aller Transaktionen, wobei jeder Block aus einer Transaktion besteht. Dabei enthält jeder Block in Form einer Prüfsumme des vorhergehenden Blocks und der gesamten Blockchain einen Verweis auf die zuvor getätigten Transaktionen. Dadurch sind nachträgliche Modifikationen der Blockchain ausgeschlossen. Einmal getätigte Transaktionen, die vom Netzwerk verfiziert wurden, können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Um die Blockchain zu manipulieren, müsste sich ein Hacker Zugriff auf mehr als die Hälfte aller an einem Netzwerk beteiligten Computer verschaffen. Es gibt keine zentrale Instanz, von der die Blockchain kontrolliert wird. Stattdessen übernimmt das Netzwerk als Ganzes die Kontrollfunktion und sorgt dafür, dass die dezentral gespeicherte Blockchain immer konsistent ist.

Guthaben in einem auf der Blockchain basierenden Zahlungssystem werden in einer sogenannten Wallet, also einer (meist elektronischen und softwarebasierten) „Geldbörse“ aufbewahrt. Die Wallet besteht aus der Kombination aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel entspricht der Kontonummer in einem traditionellen Zahlungssystem. Allerdings muss die Identität eines Inhabers einer Wallet niemandem bekannt sein – es handelt sich also um das elektronische Äquivalent zu einem anonymen Schweizer Nummernkonto. Der Besitzer einer Wallet erhält durch seinen privaten Schlüssel Zugriff auf sein elektronisches Konto. Jede Transaktion, die er tätigt, muss er mit seinem privaten Schlüssel signieren. Der private Schlüssel ist nur ihm bekannt. Obwohl der öffentliche Schlüssel und der private Schlüssel mathematisch ein fest verbundenes Paar bilden, ist es mathematisch so gut wie unmöglich, allein aus dem allgemeinen bekannten öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel zu erraten.

Im folgenden Abschnitt finden Sie einen kleinen Auszug der umfassenden Studie von Dr. Eike Wenzel (Leiter Institut für Trend- und Zukunftsforschung), die ebenfalls Bestandteil von Cashkurs*Trends ist

Mit der Blockchain bricht ein neues Internetzeitalter an. In einigen Jahren wird die Bankenwelt nicht mehr wiederzuerkennen sein. Nahezu jede Branche wird durch das digitale Transaktionssystem neue Mechanismen erhalten. Durch die Blockchain könnten jedoch auch wichtige gesellschaftliche Prozesse (Notariat, Abstimmungen, Sozialversorgung, Gesundheitssystem) auf neue Füße gestellt werden. Der Zukunftsmarkt Blockchain könnte das Tor zur "Device Democracy" aufstoßen.

Grau ist alle Theorie, auch in der digitalen Ära. Bis vor kurzem war es so, dass wir unseren Blick auf zwei miteinander verwandte Neuerungen gerichtet haben: Internet der Dinge und Industrie 4.0. Das Internet wird in den kommenden Jahren nicht nur Menschen und Organisationen verbinden, sondern auch immer mehr Menschen, Dinge und Maschinen und die Maschinen unter sich. Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 versteht man, vereinfacht gesagt, das Schlauerwerden unserer Maschinen, die in den nächsten Jahren durch Sensoren, Mikrochips und Algorithmen ungleich ef zienter arbeiten werden. Das Internet der Dinge zusammen mit den Fortschritten durch Industrie 4.0, so war bislang die Ansage, wird jeden Markt und jede Branche durchdringen und nachhaltig verändern.

Schaut man genauer hin, stellt man jedoch fest, dass nach wie vor eine zentrale Gelenkstelle bei der Konstruktion der schönen neuen digitalen Welt fehlt: Was passiert, wenn immer mehr Menschen mit Maschinen und Menschen unter sich kommunizieren und dabei - was eigentlich banal ist - Geld fließt und Transaktionen statfinden? Sind wir überhaupt darauf eingestellt, dass in einer derart technisierten Welt auch Zahlungen seriös abgewickelt werden können?

Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen eines der Unternehmen vorstellen, die wir im Rahmen der Ausgabe "Blockchain: Digitales Kassenbuch oder ganz viel mehr?" von Cashkurs*Trends in die Watchlist aufgenommen haben.

Visa: Blockchain-Entwicklung in Indien

Visa ist der weltweit größte Anbieter von Kredit- und Debitkarten. Die Kartenprodukte werden dabei nicht von Visa selbst, sondern von Partnerbanken herausgegeben. Risiken wegen möglicher Zahlungsausfälle der Kreditkartennutzer betreffen deshalb auch nicht Visa, sondern die entsprechenden Banken.

Das Unternehmen ging aus dem im Jahr 1958 von der Bank of America gestarteten Kreditkartenprogramm namens BankAmericard hervor. Im Jahr 1970 verkaufte die Bank of America BankAmericard an ein Konsortium von kartenausgebenden Banken. Im Jahr 2007 wurden die unterschiedlichen Visa-Organisationen zum neuen Unternehmen Visa Inc. zusammengefasst. Visa Inc. feierte am im März 2008 den Börsengang an der New Yorker Börse. Im Juni 2016 schloss Visa auch die Übernahme des Europa-Geschäfts Visa Europe ab, das zuvor noch eigenständig gewesen war.

Zur Abwicklung der Kreditkartentransaktionen hat Visa eines der weltweit leistungsfähigsten Computernetze aufgebaut, mit dem 65.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeitet werden können. Mit zuletzt 11.300 Mitarbeitern erzielte Visa im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 13,88 Mrd. Euro. Visa-Karten kommen in mehr als 200 Ländern mit mehr als 175 Währungen zum Einsatz. Weltweit nutzen mehr als 2 Milliarden Menschen Kreditkarten von Visa. Jeden Tag werden mehr als 150 Millionen Transaktionen mit einer Visa-Karte bezahlt, dies entspricht mehr als 1.700 Transaktionen pro Sekunde.

Visa treibt die Entwicklung der Blockchain insbesondere in Indien voran. In einem neuen Forschungszentrum in Bangalore arbeiten bereits 750 Wissenschaftler und Techniker an künftigen Zahlungstechnologien. Die Belegschaft soll in den kommenden anderthalb Jahren sogar auf über 1.000 Mitarbeiter steigen. Docu- Sign, ein Blockchain-Startup, das sich auf digitale Transaktionen und elektronische Signaturen konzentriert, hat für Visa eine App entwickelt, die in einigen Jahren Carsharing und vernetztes Fahren unterstützen soll. Auch Autokauf und -leasing sollen auf diesem Wege digitalisiert und deutlich einfacher abzuwickeln sein.

Wie die aktuellen Zahlen und die Bilanz von Visa aussehen und welche weiteren Unternehmen wir in unserer Watchlist haben, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Cashkurs*Trends.


Alle weiteren wichtigen Informationen zu dem aktuellen Trendthema und die dazugehörigen spannenden Aktienanalysen finden Sie im bereits erschienenen Cashkurs*Trends Börsenbrief.

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