Mit Wucht kehrt die nie beendete Euro-Krise zurück. Die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen befinden sich im freien Fall und könnten die Vorboten einer Depression sein. Die Target-Salden der Bundesbank steigen wieder: ein deutlicher Hinweis auf Kapitalflucht aus dem Süden der Euro-Zone in Richtung Deutschland. Die Trendwende am Aktienmarkt scheint eingeläutet. Trotz zwischenzeitlicher Erholungen werden wir uns auf einen längerfristigen Kursverfall einstellen müssen. Einer der Gründe dafür: Banken verkaufen vor der Bankenunion im November massenweise Papiere.

Nun stellt sich wieder die Frage nach der Vermögenssicherung. Sind Immobilien die richtige Wahl in dieser Situation? Was tragen Mieteinnahmen beim doch so sicheren Betongold zum Vermögenserhalt bei.

Dazu nachfolgende Passage aus meinem Buch „Vermögenssicherung in der Euro-Krise“, welches im Moment aus oben genannten Gründen wieder hochgradig an Aktualität gewinnt.

„Wie es der Zufall will, flattert mir just in diesem Moment das aktuelle Ergebnis des Center for Real Estate Studies an der Steinbeis Hochschule auf den Schreibtisch.

Diskussionen über die Miethöhe sind derzeit das Thema in den Medien. Politische Parteien überschlagen sich mit teilweise aberwitzigen Ideen zur Eindämmung der Mietpreisanstiege. Ein immer wieder gerne angenommenes Thema, mit dem sich hervorragend von anderen Problemen wie zum Beispiel der gigantischen Vernichtung von Sparvermögen durch Zinsrepression (Zins ist niedriger als Inflationsrate) ablenken lässt.

Wie meine bisherigen Ausführungen schon zeigen, sind die Preisanstiege bei Mietwohnungen eher moderat.

Das Center for Real Estate Studies an der Steinbeis Hochschule (CRES), hat nun einfach einmal die Entwicklung der Mieten in den 10 größten Städten ohne Inflation sowie bereinigt um die Inflation nebeneinander gestellt.

Das CRES hat dazu die Neuvertragsmieten, also das, was ein Mieter bezahlen muss, wenn ein neuer Mietvertrag abgeschlossen wird, untersucht und dabei festgestellt, dass die Mieten heute nominell – also ohne Berücksichtigung der Inflation – um 9,4% höher liegen als vor 20 Jahren. Der Anstieg von 9,4 Prozent ist für ganz Deutschland ermittelt worden. Die Einzelbetrachtung der Metropolen kommt in der Untersuchung nicht zu kurz. Die Ergebnisse der 10 größten Städte in Deutschland wurden gesondert ausgewertet.

Demnach sind die Neuvertragsmieten in den 10 größten Städten nominell in 20 Jahren um 13,6% gestiegen.

Die Inflation ist offiziell im gleichen Zeitraum um 41,7% gestiegen.

Inflationsbereinigt liegen die Mieten deutschlandweit betrachtet im Jahr 2012 um 22,8% niedriger als im Jahr 1992. In den TOP 10 Städten liegen die Mieten im Jahr 2012 um 19,8% niedriger als im Jahr 1992.

Ich musste das einfach in Fettschrift hervorheben.

Damit werden mit aktuellsten Zahlen meine vorangegangen Darstellungen bekräftigt.

An der Stelle fragt man sich doch, warum das Thema so angeheizt wird. Die Vermieter haben in den letzten zwanzig Jahren reale Einkommensverluste durch Vermietung von Wohnraum hinnehmen müssen.“