Während unser Justizminister Heiko Maas wirkungslos, aber öffentlichkeitswirksam mit Mietpreisbremsen im Mietrecht rumdoktert, wird das Wohnen für die Bürger immer teurer. Das gilt gleichermaßen für Eigenheimbauer und Mieter.

Mit den kosmetischen Maßnahmen versucht Heiko Maas krampfhaft, das SPD-Wählerklientel bei der Stange halten. Wie die Wahlergebnisse und aktuellen Umfragen zeigen, verpufft die Wirkung auch hier. Die Finanzminister der Länder erschweren den Kauf von Bauland mit permanenten Anhebungen der Grunderwerbsteuer zusätzlich.

Versäumnis der Bundesregierung

Mit ihren zweifelhaften Aktionen auf Nebenkriegsschauplätzen, versäumt die Bundesregierung effektive Maßnahmen für den Wohnungsbau, wie Andreas Ibel, Präsident des BFW-Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, und Dirk Salewski, Vorstandsmitglied und BFW-Schatzmeister, auf dem Wohnungsbautag in Berlin am 9. Juni erklärten: „Knapp drei Jahre nach Amtsantritt der schwarz-roten Koalition ist klar: Die Aufgabe, bessere Rahmenbedingungen für mehr bezahlbaren Wohnungsbau zu schaffen, hat die Bundesregierung noch nicht annähernd erfüllt. Dabei liegen alle Maßnahmen auf dem Tisch!“

Auf dem Branchen-Gipfel präsentierte der BFW gemeinsam mit dem Verbändebündnis Wohnungsbau die neue InWIS-Wohnungsbaustudie des Instituts für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) und übergab diese an Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks. Zentrale Aussage der Studie, so berichtet das BundesBauBlatt:

Laut BFW 400.000 Wohnungen pro Jahr erforderlich

Der Staat muss dringend Anreize für Investoren schaffen, um den benötigten Neubau von rund 400.000 Wohneinheiten im Jahr zu ermöglichen. Private Investoren stemmen hierbei den größten Teil: Sie stellen erfahrungsgemäß rund 72 Prozent der Wohnungen fertig. Allein die 1.600 mittelständischen Mitgliedsunternehmen des BFW sind für rund 50 Prozent des Wohnungsbaus in Deutschland verantwortlich.

„Von der dringend erforderlichen Erhöhung der linearen AfA auf drei Prozent, einer Begrenzung der Grunderwerbsteuer auf ein wirtschaftliches Niveau bis zur Überarbeitung der Baunutzungsstudie – all das muss jetzt angepackt werden. Einzelmaßnahmen reichen nicht mehr, wir brauchen jetzt ein schnelles und unbürokratisches Maßnahmenbündel“, sagte Ibel und betonte:

Zu wenig Bauland

„Der Flaschenhals für mehr Wohnungsbau in Deutschland ist aber vor allem eine umfassendere und preisgünstigere Ausweisung von Bauland.“

Die Studie zeigt auf, dass der Durchschnittspreis pro Quadratmeter Bauland von 2000 bis 2015 um 42 Prozent angestiegen ist - nahezu doppelt so stark wie das allgemeine Preisniveau, das um 24,7 Prozent gestiegen ist. Dabei lag das Baulandpreisniveau in Großstädten mit über 500.000 Einwohnern, in denen der Wohnraummangel am höchsten ist, weit über dem Durchschnitt in Deutschland.

Was das für Bauträger in der Praxis bedeutet, illustrierte BFW-Vizepräsident und Vorstandsvorsitzender von INTERHOMES Frank Vierkötter im Anschluss an den Wohnungsbautag. Vierkötter ist mit seinem Unternehmen unter anderem in den bayerischen Ballungsgebieten, in Köln und in Berlin tätig – also dort, wo der Wohnraumbedarf am höchsten ist. Sein Resümee: „Inzwischen werden kaum noch Grundstücke ausgewiesen – oder nur zu Höchstpreisen. Die Konzeptvergabe spielt noch immer eine Nebenrolle, und selbst hier ist der Preis ein ausschlaggebender Faktor.“

INTERHOMES hat in den vergangenen fünf Jahren eine Steigerung der Grundstückskosten von rund 59 Prozent konstatiert. Dazu Vierkötter: „Diese Kostensteigerungen können vom Investor nicht durch den Bau von Wohnungen mit einfachen Standards im niedrigen Preissegment aufgefangen werden. Steigende Baulandpreise wirken sich zwangsläufig auf den Gebäudestandard und somit den Miet- und Verkaufspreis der Gebäude aus.“

Ibel, Salewski und Vierkötter betonten gleichermaßen, dass die Immobilienwirtschaft in keiner Weise an weiteren Miet- und Kaufpreissteigerungen interessiert sei: „Wenn die Preise eine bestimmte Relation zum Einkommen überschreiten, verliert die Branche viele Kunden. Der größte Wohnraumbedarf liegt unbestritten im niedrigen und mittleren Preissegment. Hier muss gebaut werden! Das gelingt jedoch nur, wenn die Politik endlich entsprechende Maßnahmen ergreift – allen voran eine umfassendere und preisgünstigere Ausweisung von Bauland als Grundvoraussetzung für die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum.“