Mein letzter Beitrag vom 07.10. hier auf cashkurs.com, der die neue Mietpreisbremse beschrieb, endete mit dem Satz:  „Inwieweit die Mietpreisbremse in einem Wohnungsmarkt, bei dem schon zarte erste Anzeichen einer Überversorgung auszumachen sind, zweckdienlich ist, sei dahingestellt.“

Nun möchte ich diese genannten Anzeichen mit aktuellen Daten unterfüttern.

Die Kaufpreise von neu gebauten Wohnungen sind laut IMX  seit August 2013 bis August 2014 von 132,7 auf 139,5 Punkte bundesweit durchschnittlich gestiegen.

Somit sehen wir hier einen Anstieg um 5,12 Prozent.

Die Preise für Bestandswohnungen kletterten von 119,8 auf 124,4.

Das entspricht einer Steigerung von 3,8 Prozent.

Die heftigen Verteuerungen der Vorjahre um teilweise 8 bis 9 Prozent haben sich deutlich beruhigt.

Der Markt scheint in etwas entspannteres Fahrwasser zu kommen und Immobilienkäufer akzeptieren offensichtlich nicht mehr jeden verlangten Preis.

Die Mietpreise haben durchschnittlich noch um 4,7 Prozent angezogen. Beachtenswert ist die deutliche Abflachung des Preisanstiegs seit März diesen Jahres.

Quelle: immobilienscout24, IMX

Die nachfolgende Graphik für Köln zeigt eine überschaubare Preisentwicklung von 3,8 Prozent bei Neubauwohnungen.

Der Anstieg bei  Bestandswohnungen liegt noch bei stattlichen 8,6 Prozent. Eine Abflachung ist ab Juni zu erkennen.

Beeindruckend ist die extrem schwache Entwicklung der Mietpreise. Diese sind innerhalb eines Jahres gerade noch um 1,5 Prozent gestiegen. Zwischen Juni und August waren sie rückläufig. Zum ersten Mal seit 2007.

Quelle: immobilienscout24, IMX

Zuletzt noch ein Blick nach München.

Bestandswohnungen haben sich hier im Jahresverlauf um 6,9 Prozent, Neubauwohnungen nur noch um 0,35 Prozent verteuert. Auffällig der Knick nach unten im Dezember 2013.

Die Mieten verteuerten sich um  4,16 Prozent.

Quelle: immobilienscout24, IMX

In mehreren Beiträgen habe ich schon darauf hingewiesen, dass ein Auseinanderlaufen von Kauf- und Mietpreisen mittelfristig nicht funktioniert.

Wenn Kaufpreise, so wie derzeit und in den letzten Jahren, hauptsächlich durch niedrige Finanzierungszinsen getrieben werden, dann passiert eben genau das, was passiert ist:

Kaufpreise steigen deutlich stärker als die Mietpreise.

Kommt keine rechtzeitige Anpassung und zumindest einigermaßen ein Gleichlauf, dann bilden sich Kaufpreisblasen, die irgendwann platzen.

Die oben dargestellten Entwicklungen geben im Moment ein wenig Hoffnung auf eine moderatere Entwicklung und vor allen Dingen auch auf eine nicht zu hektisch verlaufende Anpassung von Miet- und Kaufpreisen.

Würde sich das als Trend verstetigen, könnte der Markt von einem heftigen Platzen einer Blase verschont bleiben.

Allerdings ist es noch sehr früh. Im Moment kann noch kein Trend abgeleitet werden. Sollten die Mietpreise bei Neuvermietungen absacken, was bei der gegenwärtigen allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland nicht auszuschließen ist, würde sich die Schere weiter öffnen und es könnte ein ruckartiger Schub nach unten bei den Kaufpreisen einsetzen.

Der Aufschwung im DAX ist offensichtlich schon vorbei. Am 16.06 habe ich zum Ausstieg aus Aktien geraten. In Immobilien einsteigen kann man nur noch mit allergrößter Vorsicht. Immobilieninvestoren empfehle ich meinen Beitrag vom 25.07. Geld, Aktien, Immobilien. Renditen in der Krise.

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