Den Begriff „Bargeld-Befürworter“ gibt es noch nicht! Aber bald! Wer unbedingt am Bargeld festhalten will, könnte bald zu den Geldwäschern, Terroristen, Steuerhinterziehern, Unverbesserlichen und Verschwörungstheoretikern gehören. Das ist ähnlich wie „Euro-Skeptiker“. Warten Sie mal ab!

Noch ist die Mehrheit hierzulande für Bargeld, wobei es den meisten letztendlich egal ist, womit sie später bezahlen. Wer ohnehin nichts hat… „Kann man eh nichts machen“, ist ein Argument. „Ich habe ja nichts zu verbergen“ das andere.

Wie die Erfahrung zeigt, bekommt man später ohnehin immer das Gegenteil dessen, was man ursprünglich nicht wollte. Mogelpackungen werden heute sogar geschenkt, also Kekse, die mit Salz gebacken wurden. TTIP ist so ein Beispiel und so gut wie beschlossen. Millionen von Unterschriften dagegen sind irrelevant. Oder die vermeintliche „Griechenland-Rettung“, die fast komplett an die Banken ging, wie neulich eine Studie ausgerechnet hat. Niemand wollte es und jeder bekam es.

Meinungen kann man natürlich wechseln wie Unterwäsche. Es kommt darauf an, wer die Mode macht oder bestimmt. Die überbezahlten Weltverbesserer arbeiten ständig daran, dass zumindest ihre Welt besser wird. Dafür benötigen sie die Herzen und Hirne der anderen. Wenn sie das einfach lassen würden, und die Leute mit ihrem Kram in Ruhe, würde sie sogar besser werden.

Das Thema „Bargeld“ wird derzeit hochgekocht. Der 500er-Schein verschwindet nicht ohne Grund. Vielleicht auch nur, um die Tresorhaltung von Bargeld bei Banken stark zu verteuern. Und in der Politik passiert nichts ohne Plan. Wir wissen nicht, was die da oben vorhaben, aber es dürfte unsere Welt nicht besser machen, höchstens die der Politiker. Und wer hat heute schon noch den Überblick und interessiert sich für die wirklich wichtigen Dinge? Wenn man seine Meinung wie üblich über Kabel liefern lässt und künftig vielleicht sogar über Amazon, kommt es auf die Lieferung an, nicht auf die Inhalte.

Und so begab es sich, dass ein Freund von mir zum Thema Bargeld an der Börse interviewt wurde. Was früher selbstverständlich war, muss heute hinterfragt werden, warum er am Bargeld festhalten will. Das muss man sich mal vorstellen… statt kollektiv zu protestieren. Die Saat geht auf…

Die einen behaupten, Bargeld wäre gedruckte Freiheit. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit, denn das Geld an sich ist eine Lüge und eine Illusion, die funktioniert, wenn die Mehrheit daran glaubt. Doch erst eine bargeldlose Gesellschaft ist lückenlos überwachbar und steuerbar. Wem nutzt es? Demjenigen an der Kasse kaum. Er spart damit statistisch errechnete 3,2 Sekunden, wenn er mit Karte bezahlt. Vorausgesetzt, die Leitung ist schnell.

Die Bundesbank wird nicht müde zu betonen, dass sie gegen die Abschaffung des Bargeldes sei. Wo Rauch ist, brennt auch ein Feuer. Das wirft Fragen auf: Gibt es denn Zweifel, dass das Bargeld bleibt? Offenbar doch! Was hat die Bundesbank im großen Geld-Kontext zu bestimmen und was ist ihr Wort wert? Soviel wie der Wert des Geldes? Also nichts? Wenn in ein paar Jahren eine neue Generation die Bundesbank leitet, wer weiß, ob das nicht auch alles Weltverbesserer sind, die sich um das Geschwätz ihrer Vorgänger von gestern kaum kümmern.

Es wird sein wie immer. Erst wird freiwillig auf Bargeld verzichtet. Sobald die Mehrheit bargeldlos bezahlt, kann die Minderheit dann kriminalisiert werden. Nein, ich habe kaum Hoffnung, dass das Bargeld überleben wird. Die Leute werden sich überrumpeln lassen. Dafür sind sie doch schließlich da: Oder? Man muss es ihnen nur entsprechend verkaufen. Die Maschinerie ist längst einsatzfertig.

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