Was haben Rohstoffe und die meisten Hedgefonds miteinander gemeinsam? Ganz einfach: Sie sind unproduktive Geldanlagen. Anders als Kapital, das in Unternehmen gebunden ist, werden die Gelder dieser Anlagen nicht realwirtschaftlich genutzt. Ohne Einsatz kein Gewinn. Zwar kann man durch den Handel mit Rohstoffen Gewinne machen, wenn man "timt", also die richtigen Zeitpunkte für den Kauf und Verkauf kennt. Genauso gut verliert man aber auch. Das ist eine weitere Gemeinsamkeit, dieser Geldanlagen: Man weiß nie wohin die Reise geht.

Wer Recht hat, kann keiner vorher wissen

Zwar gibt es tausende Händler, die versuchen das herauszufinden. Aber gerade deshalb klappt es häufig nicht.

Wenn wir aufgrund des winzigen Ausschnitts, den wir von der Welt sehen, der Meinung sind, die Mehrheit der Experten habe eine bestimmte Meinung X, dann können wir nicht wissen, ob in China 2 Millionen Menschen anderer Meinung sind. Genauso wenig wissen wir, was in den Köpfen japanischer Fondsmanager oder mexikanischer Milliardäre vor sich geht. 

Rohstoffe sind endlich

Der Gedanke der Rohstoffknappheit leuchtet erst mal ein. Zum Beispiel bei den Agrarrohstoffen, wie Weizen, Zucker, Kaffee, Reis, Mais, Baumwolle und Hafer. Die Anbaufläche ist das Problem. Man kann sie nicht beliebig ausweiten. Bei den Industriemetallen hingegen besteht die Schwierigkeit darin, immer mehr Mienen zu finden, die man ausbeuten kann. Es wird immer schwieriger, Kupfer Aluminium und Co. zu fördern, weil es immer tiefer und verstreuter vorkommt. Die ergiebigsten Mienen sind bereits erschöpft. Das gilt noch mehr für Energierohstoffe wie Öl und Gas. Irgendwann ist das alle.

Nachfrage nimmt zu – Angebot wird knapper

Doch bereits in den Siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts malte der Club of Rome das düstere Szenario knapper Rohstoffe. Der Rohstoffhunger der Menschheit könne bald nicht mehr gestillt werden, weil die Nachfrage zunähme und das Angebot knapper würde, so die Analysen. Dementsprechend müssten die Preise steigen. Doch dann kam etwas, womit die Wissenschaftler des Club of Rome nicht gerechnet hatten: Fallende Rohstoffpreise.  Das Angebot konnte aufgrund besserer Technik und hoher Kapitalisierung noch schneller ausgeweitet werden.

Seit 20 Jahren konnten die Rohstoffpreise weniger stark zulegen als die Inflation und haben so real abgenommen.

Es war nicht das erste Mal, dass sich Wissenschaftler in dieser Hinsicht geirrt hatten. Schon fast zwei Jahrhunderte zuvor stellte der der englische Ökonom Thomas Robert Malthus die Theorie auf, dass die Bevölkerung schneller wüchse als die Nahrungsmittelproduktion und Elend die notwendige Folge wäre. Die Geschichte verlief dann ganz anders. Die Nahrungsmittelproduktion stieg schneller als die Bevölkerung. Zwar leiden heute laut dem Welternährungsprogramm der vereinten Nationen weltweit 805 Millionen Menschen an Hunger, doch die Anzahl geht zurück und ist nicht Folge von zu wenig Nahrungsproduktion, sondern von Armut.

Höhere Renditen bei Hedgefonds ein Mythos

Bei Rohstoffen kann man sich also ganz schön vertun. In ganz anderer Weise gilt das für Hedgefonds. Da handeln Manager mit allem Möglichen, meist auf Kredit. Die höheren Renditen von Hedgefonds sind ein Mythos. Aktien bringen im Durchschnitt mehr. Der Vorteil von Hedgefonds liegt darin, dass ein solcher Fonds im Idealfall nicht mit Aktien korreliert. Das Problem ist aber auch hier, dass hin und her gehandelt wird und Kapital meistens nicht realwirtschaftlich produktiv eingesetzt wird.

Eine erfolgreiche strategische Vermögensentwicklung ist kein Gemischtwarenladen, sondern gewinnt durch Konzentration. Geldanlagen, die keine realwirtschaftliche Produktivität zur Grundlage haben, sind überflüssig.

Handlungsempfehlung: Meiden Sie jegliche Rohstoff und Hedgefonds-Spekulationen. 

Beste Grüße, Ihr

Robert Velten