Nach einer ersten Prognose des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), betrug der Umsatz im Jahr 2015 im Bauhauptgewerbe 101,35 Milliarden Euro.

Der HDB und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe erklären: "Wir blicken zuversichtlich auf 2016. Spürbare Impulse sind im Wohnungsbau und im öffentlichen Bau zu erwarten."

Der Wohnungsbau ist derzeit das liebste Kind der Baubranche. Der Umsatz soll dort in 2016 um fünf Prozent wachsen. Das Umsatzwachstum wäre damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Vom Zuwachs des Rekordjahres 2011 kann in 2016 jedoch nur geträumt werden.

Werden die vom Verband anvisierten 290.000 Wohnungen in 2016 neu gebaut, dann wären das  satte 80 Prozent mehr als 2010. "Die anhaltende Binnenwanderung sowie die steigende Zahl an Flüchtlingen macht die Fertigstellung von jährlich mehr als 400.000 Wohnungen erforderlich", so Thomas Bauer, Präsident des HDB und Karl-Heinz Schneider, Vorsitzende.

Von Januar bis September 2015 wurde in Deutschland der Bau von 222 800 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 4,8 % oder 10 300 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Der im Jahr 2010 begonnene Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen von Wohnungen setzte sich damit weiter fort. Rund 265.000 neue Wohnungen dürften es 2015 geworden sein.

Da nach Ansicht der Verbände trotz der Steigerung auf 290.000 Wohnungen im Jahr 2016 noch immer über 100.000 Stück zu wenig gebaut  würden, und das Hauptproblem in den Baugenehmigungsverfahren vermutet wird, fordert Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) kürzere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Sogenannte Typenhäuser - standardisierte Gebäude, die nicht mehr einzeln geprüft und genehmigt werden müssen - würden schneller zur Verfügung stehen und wären zudem deutlich günstiger als vergleichbare Flächen in Containern.

Nun will auch die Bundesregierung  den Neubau von Mietwohnungen in Städten mit angespannter Wohnsituation mit Hilfe von Steuervergünstigungen ankurbeln. Die Fördermittel des Bundes für sozialen Wohnungsbau in den kommenden drei Jahren hat sie auf bereits 1 Mrd. Euro verdoppelt. 

Die Bauwirtschaft wird profitieren. Bei Immobilienkäufern bin ich mir da nicht so sicher.

Bedenken Sie beim Immobilienkauf die schon stark gestiegenen Preise und das hohe Klumpenrisiko. Kippt der Markt, kann sowohl die Vermietung als auch der Verkauf einer Immobilie schwierig werden.

Wer einen Bauboom erwartet, kann sich Aktien der Branche ins Depot legen.

Der Kurs der Bauer AG (WKN: 51681) aus dem SDAX liegt deutlich unter dem Buchwert.

Der Bauzulieferer Innotec TSS (WKN: 540510) fällt durch stabiles Wachstum auf.

Karl-Heinz Maerzke, Chef der Helma Eigenheimbau AG (WKN: A0EQ57) erwartet für das laufende Jahr einen Umsatz von  260 Millionen Euro und für 2017 von 340 Millionen.