Wegen Manipulationen von Währungen und Zinsen haben sich Citigroup, JPMorgan Chase, Royal Bank of Scotland, Barclays, Deutsche Bank und die Schweizer UBS Group vor kurzem schuldig bekannt und Strafen in Milliardenhöhe gezahlt.

Nun untersucht das US-Justizministerium auch mögliche Kursmanipulationen bei Gold, Silber und anderen Edelmetallen, bestimmten Öl-Benchmarks sowie US-Staatsanleihen. So berichtet Bloomberg.

Inmitten dieser Vorgänge -und ich gehe davon aus, dass handfeste Gründe für den Verdacht der Manipulation von Edelmetallpreisen gibt, sonst würde das Justizministerium nicht ermitteln- schneien aus unseren Leitmedien in schöner Regelmäßigkeit Berichte in die Öffentlichkeit, die offensichtlich das Ziel haben, die Bürger und Anleger vom Goldkauf abzuhalten.

So stach mir am 16. Juni ein Artikel in der FAZ schmerzhaft ins Auge, der dort unter der Rubrik „Vermögensverwaltung“ erschien. Verfasst wurde er von Gerald Braunberger, seines Zeichens Redakteur in der Wirtschaft und verantwortlich für den Finanzmarkt.

„Ist ja toll!“ denkt sich der geneigte Leser, „wenn der Mann für den ganzen Finanzmarkt verantwortlich ist, dann muss er ja wissen, was los ist und wo die Reise hingeht.“

Mit solchen Titeln beschwert, erläutert uns der Redakteur in süffisantem Ton, dass der Goldkurs, trotz Griechenlandkrise, trotz Papiergeld, welches doch auf Sand gebaut sei, trotz angeblicher aber offensichtlich doch nicht vorhandener Inflationsgefahren sich kursmäßig nicht an der „Wolkenuntergrenze“ befindet, sondern deutlich darunter liegt.

Gar in den Bereich der „Verschwörungstheorie“ verweist er den sehr begründeten Verdacht der Goldpreismanipulation durch interessierte Großbanken. Wenn ich das schon lese: „Verschwörungstheorie“, dann habe ich schnell den Verdacht, das sachliche Argumente nicht gehört werden wollen. Der FAZ-Redakteur sollte sich mal beim US-Justizministerium erkundigen.

Für den Preisschwund des Goldes sieht er zwei Gründe:  Einmal gäbe es eine Anlegergruppe, die keine Angst habe vor Inflation, zum anderen eine, die sich gegen Inflation lieber mit Immobilien und Aktien schütze.

Zur Behauptung zum Preisverfall des Goldes werfen Sie doch bitte einen Blick auf nachfolgenden Jahreschart:

11,2 Prozent Preisanstieg!

Er gibt in einem Nebensatz auch zu, dass in Euro der Preis gestiegen ist. Das ist aber für ihn unwichtig. Wenn man bedenkt, dass wir in Europa ein fettes EZB-Problem, ein gewaltiges Griechenlandproblem, ein Target-Problem, ein ESM-Problem, ein Bargeldproblem, ein Russlandsanktionsproblem, ein… - ich höre hier lieber mit der Aufzählung auf - haben und ich mir noch die überzogenen, durch niedrige Zinsen gepuschten Immobilien- und Aktienmärkte ansehe, dann freue ich mich doch über meine paar Gramm physisches Gold.

Der Finanzmarkt-Fachmann kann es sich nicht verkneifen auch noch die Goldminenaktien zu den tatsächlich schwachen Aktiengattungen zu zählen.

Ich weiß ja nicht, was er für Papiere hat, aber ein Blick in mein Goldminendepot befriedigt mich derzeit sehr.

So ist das eben, wenn den Leuten die Zeit fehlt, aber die Artikel eingestellt werden müssen. Da kann man natürlich nicht mehr sauber recherchieren und zum Rechnen ist eben auch nicht mehr genügend Zeit, denn so in der FAZ „Zu seinen Glanzzeiten verwaltete er (SPDR größter Goldfonds der Welt, Anm. des Autors) für Anleger deutlich über 1000 Tonnen. Das war mehr als die Goldreserven der Schweiz oder Großbritanniens. Seit seinem Höhepunkt hat der Fonds fast 50 Prozent seines Volumens auf nunmehr rund 700 Tonnen eingebüßt, denn viele Anleger haben Anteile verkauft.“

Man will uns viel weismachen. Glauben Sie nicht alles! Also ich glaube jedenfalls nicht, dass 700 von 1000 Tonnen 50 Prozent sind. Oder sollte ich das lieber glauben? Wäre vielleicht sicherer, oder? Man weiß ja nie.