In einem Zusatz zum vorgestern publizierten Bericht, laut dem Alan Schwartz, Ex-Chef von Bear Stearns, vor einem neuen und durch die US-Regierung mit angefachten Kollaps an den nationalen Immobilienmärkten warnte, möchte ich heute kurz auf neue Daten eingehen, die gestern zu den amerikanischen Häusermärkten publiziert wurden.

Einerseits gilt es, sich die aus dem Cash/Shiller Hauspreisindex resultierenden Daten für den Monat August einmal ein wenig näher anzuschauen. Zum anderen wurde ebenfalls gestern gemeldet, dass die Quote der Hausbesitzer in den Vereinigten Staaten in Q3 auf ihr Niveau aus dem Jahr 1995 gesunken ist.

Doch fangen wir mit den Hauspreisdaten an. Danach sind die Preise für Einfamilienhäuser in den USA im August auf Jahresbasis zwar abermals geklettert. Allerdings wurden die Konsenserwartungen an den Finanzmärkten zu dieser Datenreihe verfehlt. Der S&P Case/Shiller Index, der die Preisentwicklung in 20 Metropolen des Landes misst, legte im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,6% zu.

An den Finanzmärkten gab man sich ob dieser Entwicklung ziemlich unbeeindruckt, da es sich um den geringsten Preisanstieg auf Jahresbasis seit November 2012 handelte. Zudem lagen diese Zahlen unterhalb der allgemeinen Analystenerwartungen, die einen Preisanstieg von 5,8% vorsahen.

Schaut man sich die gemeldeten Zahlen einmal auf saisonbereinigter Monatsbasis an, so wird deutlich, dass die Häuserpreise in 20 Metropolen im August um 0,1% sanken. Auch in diesem Bereich wurden die Konsenserwartungen unter Analysten an der Wall Street verfehlt, die im Durchschnitt mit einem Preisanstieg von 0,1% rechneten.

Auf nicht saisonbereinigter Basis legten die Häuserpreise in 20 Metropolen im August auf Monatsbasis um 0,2% zu, was ebenfalls zu einer herben Enttäuschung in der Analystenzunft führte, die einen Preiszuwachs von 0,5% prognostiziert hatte.

Laut David Blitzer, Präsident des Indexkomitees bei S&P, wiesen die für den Monat August gemessenen Daten – trotz eines auf Jahresbasis erfolgten Hauspreisanstiegs von acht Monaten in Folge – auf eine sich intensivierende Abschwächung der Entwicklung US-Häusermärkten hin.

Vielleicht sollte man die Entwicklung in Bezug auf den 10-Metropolenindex nicht außer Acht lassen. Auf saisonbereinigter Basis erwies sich dieser Subindex im August gegenüber dem Vormonat nämlich um 0,2% als rückläufig. Schon im Juli sank der 10-Metropolenindex im Vergleich mit dem Monat Juni um 0,5%.

Wie dem auch sei. Ein in meinen Augen noch weitaus aussagekräftigerer Indikator zur Quote der amerikanischen Hausbesitzer sank laut gestriger Meldung des Census Bureau auf das niedrigste Niveau seit 19 Jahren. Vielen Amerikanern sind Immobilien anscheinend schon wieder zu teuer, weshalb sie sich mehrheitlich für die Anmietung von Häusern oder Wohnungen entscheiden.

Was ebenfalls deutlich wurde, ist die Tatsache, dass die Immobilienkreditvergabe unter den amerikanischen Banken weiterhin restriktiv bleibt, was einige potenzielle Käufer von einem Immobilienerwerb abgehalten haben könnte. Wie das Census Bureau gestern bekannt gab, sank die Quote der Hausbesitzer in den USA in Q3 auf 64,4% von 64,7% im Vorquartal.

Dies entspricht einem Niveau, das letztmals im Jahr 1995 erreicht wurde. Nicht nur eine zu restriktive Kreditvergabe im US-Bankensektor, sondern auch das schleppende Lohnwachstum hat zu diesem Ergebnis beigetragen. Der Anteil der Erstkäufern erreichte laut NAR im Monat September gerade noch 29%, verglichen mit einem Anteil, der in der Häusermarkthistorie der Vereinigten Staaten stets bei etwa 40% gelegen hatte.

Viele Beobachter gehen deshalb auch nicht davon aus, dass der anhaltende Rückgang in Bezug auf die Quote der Hausbesitzer in den USA gestoppt ist. Die Ausbildung eines Bodens sei auch auf diesem niedrigen Niveau nicht in Sicht, wie es vielerorts hieß. Die Quote der Hausbesitzer in den USA markierte ihr Hoch im Juni 2004 bei 69,2%. Analysten gehen davon aus, dass dieser Wert über einen langen Zeitraum nicht mehr erreicht wird – wenn überhaupt.

Nachdem Millionen von Hausbesitzern ihre Immobilien im Angesicht des im Jahr 2006 einsetzenden Busts an den amerikanischen Häusermärkten durch Zwangsversteigerungen und Ähnliches einbüßten, tendieren immer mehr Amerikaner zu einer Anmietung von Immobilien. Dies mag auch daran liegen, dass sich eine immer größere Anzahl von Amerikanern nicht mehr für eine Darlehensausnahme qualifiziert.

Und so verwundert es auch nicht, dass die Leerstandsquote unter Mietobjekten in Q3 auf 7,4% sank, was dem niedrigsten Niveau seit dem Jahr 1995 entspricht, wie es im Bericht des Census Bureau weiter hieß. Im Vorjahresquartal lag die Leerstandsquote noch bei 8,3%. Alles in allem deuten die neuesten Daten von den US-Häusermärkten darauf hin, dass vor allem der zuletzt zu beobachtende Kaufrausch unter ausländischen Käufern am Abebben sein könnte.