Die Anzahl der Darlehensnehmer, die ihre zum Erwerb von Fahrzeugen in den Vereinigten Staaten aufgenommen Subprime-Kredite nicht mehr bezahlen können, wächst deutlich. Und dies sind schlechte Nachrichten für Investoren, die Milliarden von US-Dollars in verbriefte Anleihen (Auto ABS) gesteckt haben, die mit riskanten Autokrediten vollgepackt und „besichert“ sind. Nicht von ungefähr suchen immer mehr Hedgefonds nach Wegen, um diese Produkte zu shorten beziehungsweise abzuschießen.

Nun, aus der Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 wurden eben keine Lehren gezogen. Waren es damals verbriefte Hypothekenanleihen, welche die größte Wirtschaftskrise in der Nachkriegszeit auslösten, so geraten jetzt nun einmal Subprime-Autokredite (Auto ABS) in den Fokus der Märkte.

Zahlungsausfallquoten von über 12 Prozent

Die Zahlungssäumigkeitsrate im Bereich von Subprime-Autokrediten, die durch Banken und Kreditgeber in Form von Bündelanleihen verbrieft und an Investoren weiterverkauft wurden, kletterte im Monat Januar auf 4,7%. Und dies entspricht einem Niveau, das seit dem Jahr 2010 nicht mehr gesehen wurde, wie neueste Daten der Großbank Wells Fargo zeigen.

Die kletternde Säumigkeitsrate ist ein Warnzeichen dafür, dass immer mehr einst vergebene Darlehen zahlungsausfällig werden könnten. Noch bedenklicher stimmt die Tatsache, dass die erklärten Zahlungsausfälle im Monat Januar bereits auf 12,3% geklettert ist. Gegenüber dem Monat Dezember 2015, der auf eine Ausfallrate von 11,3% blickte, ist dies ein Anstieg um einen vollen Prozentpunkt.

Auch dieser Wert entspricht dem höchsten seit 2010. Verbriefte Anleihen, die durch Auto ABS „besichert“ sind, wurden zwar so strukturiert, dass eine zuvor antizipierte Ausfallrate unter den zugrundeliegenden Krediten absorbierbar wäre. Doch die Bedenken unter Analysten wachsen. Denn die kumulierten Verluste im Bereich der verbrieften Subprime-Autokredite werden sehr wahrscheinlich die ursprünglichen Zahlungsausfallschätzungen übertreffen.

Die Kreditperformance im Fahrzeugbereich verschlechtert sich aufgrund von einer ganzen Reihe von Faktoren. Dazu gehört einerseits die vor sich hin dümpelnde Entwicklung der wirtschaftlichen Aktivitäten in den Vereinigten Staaten, und andererseits eine durch die Behörden stark geschönte Momentaufnahme von den amerikanischen Arbeitsmärkten. 

Besonders deutlicher Anstieg der Verluste in Texas

Auffällig ist, dass insbesondere Fahrzeugkreditgeber im Ölbundesstaat Texas in den letzten sechs Monaten auf einen bemerkenswerten Anstieg der Nettoverluste in diesem Sektor blickten. Selbstverständlich geht dieser deutliche Zuwachs mit einem rasanten Anstieg der Arbeitslosigkeit in einem der wirtschaftlich wichtigsten Bundesstaaten des Landes einher.

Vor rund einer Woche berichtete ich, dass eine Reihe von Hedgefonds beabsichtigt, dicke Shortwetten auf die mit Subprime-Fahrzeugkrediten besicherten Anleihen (Auto ABS) zu platzieren. Noch ist jedoch nicht klar, ob die Banken und Wall Street bei diesem potenziellen Geschäft auch mitmachen werden.

Vielen Finanzmarktakteuren erscheint Kreditrisiko inzwischen als viel zu hoch

Anscheinend will kaum jemand den anbietenden Gegenpart für Kreditderivate im Auto-ABS-Segment einnehmen, weil den Akteuren die Risiken als viel zu hoch erscheinen. Dies zeigt, wie schlimm es um diesen Kreditsektor bestellt sein muss. Dabei dürften sich solche Shortwetten als äußerst erfolgreich erweisen, wenn die Blase in diesem Kreditsegment erst einmal platzen wird.

Das Gesamtvolumen der ausstehenden Fahrzeugkredite wuchs zwischen den Jahren 2010 und Ende Dezember 2015 um mehr als 50%. Insgesamt belaufen sich die vergebenen Darlehen in diesem Segment auf mehr als $1 Billion (siehe obiger Chart).