Amerikas Quote der Heim- und Hausbesitzer ist im ersten Quartal dieses Jahres erneut leicht gesunken. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass diese recht aussagekräftige Quote trotz der in den letzten Jahren erfolgten – und durch die Geldpolitik der Fed und staatliche Unterstützung angekurbelten – Preisrallye an den Immobilienmärkten fast auf einem 50-Jahres-Tief vor sich hindümpelt.

In den ersten drei Monaten sank diese Quote auf nicht saisonbereinigter Basis auf 63,5% von 63,8% im Vorquartal, wie neueste Schätzungen des US-Handelsministerium zeigen. Auf saisonbereinigter Basis resultiert ein Rückgang von 63,7% in Q4/2015 auf 63,6% in Q1/2016. Im zweiten Quartal 2015 wurde mit 63,4% ein 48-Jahres-Tief ausgebildet.

Was immer deutlicher ersichtlich wird, ist, dass junge Amerikaner – oder die so genannten Millennials – oft nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um als potenzielle Käufer an den heimischen Häusermärkten aufzutreten. Nicht selten verlässt diese Generation das College oder die Universität mit einem immensen Schuldenberg, bestehend aus Studentenkrediten.

Eben jene ehedem für die eigene Ausbildung aufgenommenen Schulden erschweren den Start ins Berufsleben ungemein und führen nicht selten dazu, dass über 30-jährige noch bei den Eltern wohnen oder wieder unter deren Dach wieder Zuflucht finden. Die in den vergangenen Jahren teils deutlich gestiegenen Apartment- und Häuserpreise tragen ihr Scherflein ebenso zur allgemeinen Lage bei.

Andererseits fällt es Millennials nach dem Verlassen der Universität immer schwerer, im aktuellen Arbeitsmarktumfeld einen adäquaten Job zu finden. Offizielle Statistiken des BLS weisen zwar auf eine Arbeitslosenquote hin, die um die Marke von 5% herumdümpelt. Wie in der Vergangenheit analysiert, haben diese offiziell publizierten Zahlen allerdings kaum etwas bis überhaupt nichts mit der Realität zu tun.

Vielmehr sind in den letzten Jahren Millionen von Amerikaner – auf Basis von vielerlei Gründen – aus der Statistikzählung des BLS herausgefallen. Ein Spiegel dafür ist unter anderem die Partizipationsrate an der Erwerbsbevölkerung, die in den vergangenen Monaten auf Werte aus den 1970iger Jahren gesunken ist.

Ferner sind in den Vereinigten Staaten in den Jahren seit dem Höhepunkt der Finanz- und Bankenkrise vor allem niedrigbezahlte Arbeitsplätze oder Teilzeitarbeitsplätze durch die Arbeitgeber geschaffen worden. Wenn man bedenkt, dass sich 96 Millionen Amerikaner – und damit rund ein Drittel der Bevölkerung – gar nicht mehr in der Statistikzählung zu den Arbeitsmärkten befinden, wird deutlich, wie prekär die reale Lage an der Basis aussieht.

Wen wundert es in einem solchen Umfeld, in dem Behörden und Regierung sich selbst in die Tasche lügen und die Bürger durch geschönte Statistiken an der Nase herumzuführen gedenken, wenn vielen Amerikanern – darunter vor allem den 23- bis 30-jährigen – die finanziellen Mittel für einen Haus- oder Wohnungskauf fehlen?

In den Jahren nach dem Platzen der Häuserblase entwickelte sich der Trend aufgrund der Erschwinglichkeit und wegbrechender Finanzierungsmöglichkeiten durch Banken weg vom Immobilienbesitz hin zur Anmietung von Häusern und Wohnungen. Doch im Zuge des neu einsetzenden Preisaufschwungs in den letzten Jahren sind auch die Mieten in teils Schwindel erregende Höhen geklettert.

Dies gilt vor allem für Metropolen an der West- und Ostküste, darunter San Francisco und New York. Resultat ist, dass sich die Amerikaner in vielen Fällen heute auch keine Mieten mehr leisten können. Weil die Mieten in den vergangenen Jahren in weiten Teilen des Landes im Windschatten mit den Immobilienpreisen geklettert sind, fällt es potenziellen Hauskäufern auch immer schwerer, Geld für eine Immobilienanzahlung anzusparen.