Auch in dieser Woche sind die durchschnittlichen Hypothekenzinsen in den USA laut des amerikanischen Hypothekenverbands weiter geklettert. Unter dieser Entwicklung leiden nicht nur die Absätze neuer Häuser und Apartments, sondern in einem noch weitaus höheren Maße Refinanzierungen bereits bestehender Hypothekenverträge.

Nachdem ein am vergangenen Freitag publizierter Bericht des US-Handelsministeriums zeigte, dass die Verkäufe neuer Häuser um -13,4% einbrachen, waren auch die gestern veröffentlichten Daten zu den schwebenden Hausverkäufen der NAR nicht besonders erbaulich.

Zwar legten die Vertragsabschlüsse gegenüber dem Vorjahresmonat um +6,69% zu, blieben damit jedoch unter den durchschnittlichen Markterwartungen, die mit einem Anstieg von +7,9% rechneten. Gegenüber dem Vormonat sanken die Vertragsabschlüsse um -1,3%, wobei es zu beachten gilt, dass von diesem Rückgang nicht nur einzelne Regionen, sondern der gesamte Markt betroffen war.

Unter Umständen werden sich die steigenden US-Hypothekenzinsen nun langsam auch auf die schwebenden Hausverkäufe auswirken. Eine wachsende Anzahl von individuellen Kaufinteressenten scheut zurück vor den Zinskosten.
 

Am stärksten betroffen von dem monatlichen Rückgang war die Region Nordost mit einem Minus von 6,5%, gefolgt von der Westküste mit -4% und dem Mittelwesten mit -1%. Allein im Süden konnten die gemeldeten Vertragsabschlüsse um +2,6% zulegen. Die Datenreihe der schwebenden Hausverkäufe charakterisiert Vertragsabschlüsse zum Erwerb eines Hauses zwischen Käufer und Verkäufer, die in den beiden Folgemonaten nach Unterzeichnung des Vertrages finalisiert werden.

Die in den letzten Wochen deutlich gestiegenen Hypothekenzinsen fordern ihren Tribut vor allem im Segment der Neubauverkäufe. Nicht umsonst intensivierten sich zuletzt Bedenken über eine mögliche Trendwende an den US-Häusermärkten unter einer wachsenden Anzahl von Beobachtern und Analysten. Denn jeder volle Prozentpunktanstieg der Hypothekenzinsen minimiert die Erschwinglichkeit zum Erwerb von Häusern um mehr als 10%. Erreichten die Zinsen mit Blick auf die 30-jährigen festverzinslichen Hypotheken in der vergangenen Woche ein neues 2-Jahres-Hoch von 4,58%, was in dieser Woche schon wieder Makulatur ist.

Die Entwicklung der Zinsen für 30-jährige festverzinsliche Hypotheken (blau) im Vergleich mit dem Refinanzierungsindex. / Daten: MBA

Laut des amerikanischen Hypothekenverbands MBA kletterten die Zinsen für 30-jährige festverzinsliche Hypotheken in dieser Woche sogar auf durchschnittlich 4,8%. Und so wundert es nicht, dass sich diese Entwicklung anhaltend negativ auf neue Hypothekenanträge auswirkt. Ich bin auf dieses Thema erst jüngst in „US-Hypothekenzinsen klettern auf 2-Jahres-Hoch“ eingegangen. Laut MBA sanken die Hypothekenanträge im Vergleich zur Vorwoche erneut um -2,5%.

Die US-Hausbauunternehmen zeigen nach einem deutlichen Abschwung bisher noch keine Anzeichen für eine technische Erholung.

Vor allem die Refinanzierungen bestehender Hypothekenverträge leiden zurzeit besonders stark, die einmal mehr um -5% einbrachen. Sollten die Hypothekenzinsen weiter steigen, so dürfte sich diese Entwicklung letztendlich auch negativ auf die allgemeinen Kaufabsichten unter Hausinteressenten auswirken, so MBA. Interessant ist sicherlich die Tatsache, dass die weiterhin unter ihrem historischen Durchschnitt liegenden US-Hypothekenzinsen nach ihrem zuletzt zu beobachtenden Anstieg signifikante Auswirkungen auf eine Reihe von Segmenten der Immobilienmärkte zeitigten, die bereits zu einem Rückgang der Aktienkurse von 25% unter den großen US-Hausbauunternehmen geführt hat.