Wovon werden wir später im Alter leben? Zum Leben wird es wohl zu wenig sein. Und zum Sterben zu viel. Manche wünschen sich, das alles nicht mehr erleben zu müssen. Oder wir arbeiten alle bis wir umfallen…

Hurra! Die Rente mit 70 schaut ja schon um die Ecke. Das ist natürlich nur eine halbe Sache. Man sollte das Rentenalter auf mindestens 100 Jahre anheben und die Rentenkasse ganz abschaffen. Was glauben Sie, wie das den Konsum ankurbelt!

Die Bundesregierungen melden seit Ewigkeiten, es gäbe keinen Grund zur Sorge. Die andere Hälfte der Unwahrheit würde jeden nur verunsichern. Das Ding, offiziell Rentenversicherung genannt, ist in ein paar Jahren so platt wie ein Reifen nach Küssen mit einem Nagel. Zuvor werden die Versicherungsbeiträge noch auf 105% des Brutto angehoben.

Nein, das war zynisch, aber in die Jahre gekommen, lacht selbst der Autor dieser Zeilen mit Blick auf die jungen Leute. Die? sollen später meine Rente erarbeiten? Nein, lassen wir das! Fahren Sie besser nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln! Da stellt sich die Frage automatisch!

Oder man spart dieses Geld selbst… in Aktien selbstverständlich im ewigen Nullzins-Umfeld. Mit der SPD künftig an der Spitze dieses wunderschönen Landes (Ja, das ist ihr Plan! Nur wer sie wählt, wissen sie noch nicht) hat man zumindest die Gewissheit, dass dann 45 Prozent der Gewinne als Steuer abgeführt werden, wenn die damals viel gelobte Abgeltungssteuer von 25 Prozent der Vergangenheit angehören wird. Wenn es Gewinne gibt.

Aber dafür sorgt ja die Zentralbank, dass nominal zumindest die Kurse steigen. Was man sich in 20 Jahren davon kaufen kann, von dem was übrig bleibt, ist ungewiss. Aber seien wir optimistisch, also zelebrieren einen gewissen Mangel an Information und Menschenverstand.

Die Leute wollen immer länger arbeiten, heißt es in gebetsmühlenartig verbreiteten Meinungen. Der offiziell beworbene Fachkräftemangel tut sein Übriges noch dazu. Die Alten werden dringend gebraucht und wollen einfach nicht aufhören zu arbeiten bzw. ihren Beitrag zur Steigerung des BIP leisten. Ehrensache! Das ist die offizielle Variante.

Die Realität sieht aber anders aus. Fast jeder Vierte geht sogar zwei Jahre früher in Rente und nimmt Abschläge hin, so neue Zahlen der Bundesregierung. Der eine kann nicht mehr, der andere will nicht mehr. Jeder Vierte…

So eine gravierende Entscheidung mit finanziellen Einschnitten wird man wohl erst dann treffen, wenn es einigermaßen ausreicht oder einem eingeredet wird, dass es das auch später tut. Wird es künftig ausreichen? Natürlich nicht!

Dann muss man wohl etwas dazuverdienen, und wenn es das Austragen von Zeitungen mit dem Rollator ist, sollte es überhaupt noch Zeitungen geben. Vielleicht liegt der Flaschenpfand dann bei einem Euro. Seien Sie sicher, dass der Fiskus von den „Windfall-Profits“ auch etwas abhaben will – wie wir jetzt lesen können.

Wenn man erst einmal auf die „sicheren Argumente“ für ein auskömmliches Einkommen im Alter hereingefallen ist, die Bundesregierungen malen viele rosa Wolken, kommt man aus der Nummer schwer wieder raus und ins Arbeitsleben schwer wieder rein. Vielleicht kommt eine Art bedingungsloses Grundeinkommen, eine Art von Grundsicherung. Wer diese bezahlen soll, ist weiter und dauerhaft ungewiss. Entweder vom verbliebenen Rest der Leute, die man noch zu Ader lassen kann oder aus der Druckerpresse. Am Ende wohl nur von dort. Dann kann man es sich richtig gutgehen lassen bei der Wahl zwischen warmer Wohnung und etwas Warmen im Bauch.

Das Problem der alten Leute im Arbeitsprozess ist doch, dass sie zu teuer sind. Für einen „alten“ Mitarbeiter, gibt es doch auf dem „Markt“ zwei junge Leute, die wesentlich schlechtere Löhne akzeptieren und auf das Geld angewiesen sind. Am besten mit ein paar langlaufenden Krediten. Dann akzeptieren die jede Bedingung des Chefs und auch jede unbezahlte Mehrarbeit. Tolle Perspektive!

Im Durchschnitt gehen Versicherte 23,5 Monate früher in Altersarmut, Pardon, Rente. Noch. Das entspricht einem Abschlag von sieben Prozent. Wer weiß, wie viele sich bis zum endgültigen Renteneintritt schleppen, weil sie sich den Einstieg in den Abstieg nicht leisten können? Zumindest haben wir dann aber die Statistik gefeiert! Der zweite Teil jeder Antwort wird so nicht als Verunsicherung wahrgenommen, sondern als Chance. Auch wenn die keiner hat. Die Rente ist nicht mehr als eine „Ente“ mit offiziellem „R“.

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