Guten Tag meine Damen und Herren,

in dieser Woche gingen die Kurse wieder deutlicher nach unten. Nachdem der Deckel nach oben bei rund 9.800 Punkten im DAX gehalten hatte, drehte der Markt wieder nach Süden ab. 9.350 Punkte wurden erreicht und bei nur geringen Gegenbewegungen nach oben wird es nun langsam eng. Denn eine sehr wichtige Unterstützung befindet sich bei 9.150 Punkten. Dieser Bereich muss unbedingt halten. Sollte der Markt nachhaltig unter diese Schwelle fallen, muss mit einem recht zügigen Rutsch um etwa 1.000 Punkte gerechnet werden. Die Situation ist momentan also gefährlich, die Märkte sehr nervös. Man mag sagen, dass die Einschläge immer näher kommen. Noch ist nichts Schlimmes passiert, aber die Gefahren sind definitiv da.

Italiens Banken: Faule Kredite in Milliardenhöhe beginnen auf die Füße zu fallen

Italiens marode Banken kommen zunehmend unter Druck. Diese haben nach letzten Schätzungen rund 360 Milliarden Euro an faulen Krediten in ihren Bilanzen und damit viermal mehr als 2008. Wir haben das auf Cashkurs immer wieder thematisiert. Jetzt wird diese Krise zunehmend real. Zwischen 18 und 20 Prozent aller Kredite der italienischen Banken sind notleidend, werden also nicht mehr bedient. Die Abschreibungen, die auf diese Summen vorgenommen worden sind, sind marginal im Vergleich zu dem Volumen, das noch abgeschrieben werden müsste. Nun erwägt Italiens Regierung die Aktivierung von Staatshilfen für die drittgrößte italienische Bank Monte dei Paschi di Siena. Die Leerverkäufe auf die Titel dieser Bank wurden bereits verboten. Die Aktie der Bank hat in den letzten Jahren schon etwa 99 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Die Bankenpleiten kommen näher und die Staatshilfe erscheint (wieder einmal) als zwingend notwendig. Dies betrifft aber nicht nur diese eine italienische Bank, sondern das Problem haben wir mit vielen Banken in ganz Europa. Da hieß es immer, das würde nie wieder kommen. Tatsächlich sieht es ganz anders aus.

Gerne wird in diesem Zusammenhang die Brexit-Ausrede angeführt. Der Brexit ist allenfalls ein Auslöser, aber sicherlich nicht der Grund – wenn er überhaupt ein Auslöser ist. Denn diese Banken sind schon seit Jahren marode und nun kommt diese Entwicklung immer weiter in die Wirkung.

Britische Immobilienfonds schließen: Bear Stearns reloaded?

Zusätzliche Action kommt in diesen Tagen auch aus Großbritannien: Dort machen die ersten Immobilienfonds dicht. Das ist eine Nummer, die wir aus den Zeiten der Bear-Stearns-Pleite vor dem weltweiten Ausbruch der Finanzkrise 2008 bereits kennen. Standard Life, der drittgrößte Immobilienfonds mit einem Volumen von 3,4 Milliarden Euro hat seine Pforten geschlossen. Das heißt, man kann als Anleger dort in den nächsten Wochen kein Geld mehr abziehen. Das gleiche gilt für M&G Investments, der größte für Privatanleger zugängliche Immobilienfonds Großbritanniens mit einem Volumen von 5,2 Milliarden Euro. Dieser gehört zum Versicherer Prudential. Was passiert hier? Aufgrund der langanhaltenden Unsicherheiten nach dem Brexit-Referendum wird nun Kapital abgezogen. Man glaubt, dass die britischen Immobilienpreise überbewertet sind und fallen werden. Die Anleger wollen so schnell wie möglich aus diesen Investmentfonds raus.

Ja, und wie so oft, kann zwar grundsätzlich jederzeit abverkauft werden, doch diese Fonds haben die Gelder ihrer Anleger in Immobilien investiert. Und Immobilien kann man nicht wie eine Aktie per Knopfdruck am Markt wieder verkaufen. Bei Immobilien kann man sich höchstens langfristig einen neuen Käufer suchen. Es dauert Wochen oder Monate, bis man Interessenten gefunden, mit ihnen verhandelt hat und alles ordnungsgemäß protokolliert ist, bevor das Geld fließt. Wenn die Anleger also jetzt per morgen ihr Geld abziehen, die Fonds aber kein Geld mehr in der Kasse haben und ihre Objekte verkaufen müssen, dann dauert das eben sehr lange. Außerdem sehen sich diese Fonds gezwungen, Notverkäufe zu machen.

Die Immobilienfonds haben zwar ihren Anlegern zugesichert, jederzeit an ihr Geld wieder heranzukommen, sagen aber nun „Sorry! Wir machen jetzt mal zu, um Euch zu schützen. Denn sonst müssen wir Notverkäufe machen und dann bekommen wir keinen ordentlichen Preis.“ Das ist einerseits zwar sinnvoll, löst andererseits aber einen Teufelskreis aus, weil die Anleger natürlich sagen: „Moment mal, dann ziehe ich mein Geld auch noch dort ab, wo die Investmentfonds noch offen sind.“ Somit kommt es schnell zu einer Flucht der Anleger aus diesen Immobilienfonds und damit zu immer mehr Notverkäufen – was die Immobilienpreise immer mehr unter Druck bringt. Diese Entwicklung war mit einer der Auslöser für das, was wir 2008 gesehen hatten. Diesen Teufelskreis haben wir noch immer nicht unterbunden. Wir hatten zwar genügend Zeit, das zu verändern, aber wir haben es nicht getan. Naja, warum auch?

Diese Immobilienfonds könnten übrigens jene berühmten Kanarienvögel sein. Sie erinnern sich vielleicht an diese Kanarienvögel, die in Kohleminen eingesetzt wurden. Wenn die von der Stange gefallen sind, dann wusste man: Hier geht der Sauerstoff zu Ende – nix wie raus aus der Mine! Diese jetzt geschlossenen Immobilienfonds könnten durchaus jene Alarm schlagenden Kanarienvögel sein. Diese Situation sollte man also sehr ernst nehmen. Diese Entwicklungen haben sich aber nicht kurzfristig vollzogen, sondern sind Ergebnis der Probleme, die im Vorfeld aufgebaut wurden, vor allem der Blasenbildungen an den Märkten. Da reicht ein kleiner Funke, um einen Knall auszulösen.

Nun ist Großbritannien nicht groß genug, um diese Welle über die ganze Welt zu schicken, doch auch hier haben wir jede Menge Probleme. Die Spekulationen gegen die Deutsche Bank hat keineswegs etwas Beruhigendes. George Soros wettet ja massiv gegen die Deutsche Bank. Der IWF hat die Deutsche Bank als das größte Risiko für das weltweite Finanzsystem eingestuft. Momentan fallen also einige Kanarienvögel von der Stange. Man sollte also durchaus die Risiken wahrnehmen und an die Depot-Absicherungen denken. Der ehemalige Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), also der Zentralbank der Zentralbanken, äußerte sich gerade wie folgt in einem Interview: „Wenn es zu einem Crash kommt, wird er unkontrollierbar sein.“ Nun, damit wird er nicht ganz unrecht haben.

Schweizer Anleihen: Negativrenditen bis zu einer Laufzeit von 50 Jahren

In der Schweiz wurde ein neuer Rekord aufgestellt: Öffentliche Anleihen der Schweiz rentieren bis zu einer Laufzeit von 50 Jahren negativ. Sie leihen der Schweiz also Geld, bekommen es in 50 Jahren – vielleicht – wieder und Sie haben auf jeden Fall dabei Geld verloren! Ist die Welt nicht fürchterlich verrückt geworden? Allein das sollte einem zeigen, dass das so nicht weitergehen kann, sondern dass etwas Großes auf uns wartet. Diesen niedrigen Leitzins – so, wie wir in momentan haben –, gab es in den vergangenen 500 Jahren nicht. Das sollte man sich einmal genau vor Augen führen!

Edelmetalle profitieren von Flucht in den sicheren Hafen

Die Edelmetalle laufen entsprechend der Fluchtbewegung in den sicheren Hafen weiter steil: Das Gold hält sich oberhalb der 1.350-Dollar-, das Silber bewegt sich um die 20-Dollar-Marke. Dem entsprechend haussieren auch die Minenaktien. Auch das Depot von Cashkurs*Gold läuft momentan sehr gut. Dies gleicht vieles aus, was in den mauen Jahren des Abschwungs bei den Edelmetallen an Schmerzen auszuhalten war.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein ruhiges und erholsames Wochenende und viel Spaß beim Lesen der Beiträge.

Ihr

Dirk Müller



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