Das erste Quartal in Bildern

Im ersten Quartal 2015 wurde alles geboten, was man sich vorstellen kann. Die teilweise extremen Veränderungen, die sich an den Kapitalmärkten ereigneten, werden wohl auch den weiteren Verlauf des Jahres 2015 prägen. Daher nehmen wir das Ende des ersten Quartals zum Anlass, die wichtigsten Trends in einer Sammlung der wichtigsten Charts zusammen zu fassen.

Die wohl mit Abstand größte Neuigkeit lieferte bereits im Januar die Europäische Zentralbank: Das erste großaufgelegte Anleihekaufprogramm der EZB bewegte die Märkte heftig. Besonders die europäische Gemeinschaftswährung kam unter die Räder und verlor rapide an Wert. Gegenüber dem US-Dollar fiel die Abwertung besonders heftig aus, da die USA vor einer potentiellen Zinsanhebung stehen.

Auch die russische Währung unterlag starken Schwankungen. Die Folgen der Wirtschaftssanktionen ließen den Russischen Rubel erst dramatisch einbrechen, um dann die Verluste zum Ende des ersten Quartals wieder zu egalisieren.

Abseits des Währungsmarktes setzte sich bei den Rohstoffen die Schwäche des Ölpreises auch in 2015 weiter fort. Zuletzt begann sich zwar der Preis zu stabilisieren, doch im Fall einer Lösung in den Verhandlungen mit dem Iran (Atomprogramm), droht erneuter Abgabedruck. Auch wenn sich der Ölpreis seit 1. Januar nur um wenige US-Dollar vergünstigt hat, ist die hohe Volatilität bemerkenswert.

Der Goldpreis dagegen befindet sich nach ersten Gewinnen zu Beginn des Jahres in einer anhaltenden Abwärtsbewegung. Die fehlende Inflation und der hohe US-Dollarkurs sollten auch mittelfristig für eine gedämpfte Nachfrage nach Gold sorgen.

An den globalen Aktienmärkten waren die Gewinne bisher sehr überschaubar. Der US-Aktienmarkt, der traditionell um die 50 Prozent des weltweiten Aktienmarktes darstellt (gemessen an der Marktkapitalisierung), konnte nur marginale Kursgewinne erzielen. Die Gründe für die relativ schwache Entwicklung des US-Marktes (starker US-Dollar und eine drohende Zinserhöhung), sollten auch im weiteren Verlauf des Jahres eine gewichtige Rolle spielen.

Die größten Gewinne im bisherigen Verlauf des Jahres 2015 waren in europäischen Aktien zu erzielen. Dabei liegt der deutsche DAX 30 Performance Index mit einer Wertentwicklung von ca. 22 Prozent auch in Europa ganz weit vorne. Der Kurstreiber, das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank, wird noch das ganze restliche Jahr die Kurse stützen.

Doch Kursgewinne verzeichneten in der Eurozone nicht nur Aktien. Der Anleihemarkt wurde durch das Kaufprogramm der EZB weiter in die Höhe getrieben. Da sich die Renditen entgegengesetzt zu den Anleihepreisen entwickeln (steigende Anleihekurse sorgen für fallende Renditen), fielen die Renditen in vielen Marktsegmenten auf nie zuvor erreichte Tiefststände.

Euro Benchmark Bond (Synthetic) bildet die gewichtete durchschnittliche Rendite aller Staatsanleihen der Europäischen Währungsunion ab. Als Gewichtung wurden die BIP- Daten aus dem Jahr 1996, von Eurostat veröffentlicht, herangezogen.

Alles in allem verlief das erste Quartal 2015 für Investoren in den meisten Marktsegmenten gut, solange sie es vermieden haben, in die Segmente Rohstoffe zu investieren.

Ob sich die starken Trends weiter fortsetzen können, muss der Verlauf des Jahres zeigen. Doch die zugrundeliegenden Rahmendaten werden sich auf absehbare Zeit nicht ändern. Fest steht, dass die Mehrheit der nationalen Notenbanken die Niedrigzinspolitik beibehalten wird. Anders wäre es nicht möglich, die Schuldenlast zu finanzieren. Sogar in den USA, wo die Wirtschaft eine relative Stärke gegenüber vielen anderen Volkswirtschaften aufweist, ist ein normaler Zinserhöhungszyklus nicht vorstellbar. Wie bereits von vielen Mitgliedern des Offenmarktausschusses angekündigt, befindet sich das heutige neutrale Zinsniveau tiefer als in vorangegangenen Zyklen.
Nach unserem Dafürhalten sollte uns das Niedrigzinsumfeld noch länger als gedacht erhalten bleiben. Als Konsequenz ergeben sich für viele professionelle und private Investoren Probleme. Viele Marktteilnehmer, die zukünftige Zahlungen erfüllen müssen, sind auf eine positive Rendite angewiesen (z.B. Pensionskassen, Versicherungen oder zukünftige Pensionäre). Wir gehen daher von einem anhaltenden Trend der “ Suche nach Rendite“ aus. Dies bedeutet nichts anderes, als dass Investoren für eine bestimmte Rendite gezwungen sind, erhöhte Risiken einzugehen.

Was Anleger tun können

Die Maßnahmen der EZB haben dafür gesorgt, dass mit relativ sicheren Anlagen kaum noch Geld zu verdienen ist. Daraus ergeben sich vielfältige Probleme, aber auch positive Effekte.
Sparer, die für zukünftige Verpflichtungen vorsorgen wollen oder müssen, können ihre Ziele mit den traditionellen Anlagen in diesem Zinsumfeld nicht mehr erreichen. Diese Tatsache muss entweder akzeptiert werden oder man muss eben mehr Kapital zurückgelegen, respektive länger ansparen. Alternativ ist es denkbar, dass Anleger in höherverzinste Anlagen investieren, die mit einem höheren Risiko einhergehen. Die Möglichkeit, in eine höhere Risikoklasse zu investieren, steht übrigens nicht jedem zu Verfügung. Versicherungen, Banken, Pensionskassen und andere professionelle Anleger müssen einen Großteil ihrer Gelder in solide Anleihen investieren.
Der positive Effekt der niedrigen Zinsen ist ein Anstieg der Vermögenspreise, von der Immobilie bis zur Aktie. Dieser Effekt ist von der EZB beabsichtigt und wird als Vermögenseffekt bezeichnet. Hierdurch steigert sich das Vermögen der Anleger und diese könnten theoretisch auch mehr Geld ausgeben/investieren, zumal die unattraktiven Zinsen nicht gerade zum Sparen einladen. Auf diesem Weg soll die Wirtschaft stimuliert und die Inflationsraten wieder in Richtung der 2 %-Marke bewegt werden. Dies ist auch zwingend notwendig, denn durch die hohen Schuldenstände von Staaten, Unternehmen und Haushalten ist die Tragfähigkeit dieser nur mittels einer erhöhten Inflation zu gewährleisten (finanzielle Repression).  Sollte die Strategie der Zentralbank nicht aufgehen, könnten die Anleger jedoch vor einem bedeutend größeren Problem stehen als einem extrem niedrigen Zinsumfeld.

Alternativen für den Anleger in der Übersicht

Für Anleger gibt es nur zwei  Alternativen.

  1. Man muss die niedrigen Zinsen akzeptieren und den realen, in einigen Fällen sogar nominalen, Vermögensverlust hinnehmen. Die Konsequenzen (längeres Arbeitsleben oder höhere Sparquote) sind nicht gerade erbaulich, doch für einige leider alternativlos.
  2. Wer einen ausreichend langen Anlagezeitraum und die entsprechende Risikobereitschaft mitbringt, kann sein Vermögen ganz oder auch teilweise in Anlageklassen mit einem höheren Risikoprofil investieren. Wer sich mit diesem Gedanken befasst, sollte einen professionellen und unabhängigen Rat einholen. Denn in dem heutigen Kapitalmarktumfeld, in dem die Renditen gering sind, kann man es sich nicht erlauben große Fehler in der eigenen Anlagestrategie zu machen.

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  Mit freundlichen GrüssenChristoph Leichtweiß

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