Sicherlich gehört Udo Ulfkotte zu den bekannteren Journalisten in Deutschland. Allerdings hat er aufgrund seiner Kritik am Islam, seiner Autorentätigkeit und seines Engagements für den KOPP-Verlag nicht nur Freunde, sondern auch eine ganze Menge Feinde in der Welt. Doch natürlich ist auch nicht jedes Buch, das im KOPP-Verlag erscheint ein schlechtes. Allerdings wird dieser Verlag aufgrund seines Themenspektrums an verlegten Büchern nicht nur im Mainstream diffus diskutiert. Genauso wie das neue Buch von Udo Ulfkotte mit dem Titel „Gekaufte Journalisten - Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken “ für eine Menge Furore sorgen dürfte.

Udo Ulfkotte, geboren 1960, studierte in Freiburg und London Rechtswissenschaften und Politik. Er war Schüler des Schweizer Kriminologen Prof. Rüdiger Herren und Prof. Dr. Dieter Oberndörfer, der auch als Berater der Kohl-Regierung fungierte. Er arbeitete von 1986 bis 2003 als Redakteur des Ressorts Außenpolitik für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Zwischen 1986 und 1998 lebte er überwiegend in islamischen Staaten (Irak, Iran, Afghanistan, Saudi-Arabien, Oman, Emirate, Ägypten, Jordanien) und bereiste in dieser Zeit mehr als sechzig Staaten. In dieser Zeit lernte Udo Ulfkotte auch Peter Scholl-Latour kennen, den er in seinem neuen Buch als väterlichen Freund bezeichnet. Nach Aussage des Autors war es eben dieser, der Ulfkotte schon 2010 den Anstoß gab das Buch „Gekaufte Journalisten“ zu schreiben.

Zudem war Udo Ulfkotte  Mitglied im Planungsstab der Konrad-Adenauer-Stiftung und ist Träger des sicherheitspolitischen Preises der Annette-Barthelt-Stiftung 2003. Er ist Fellow des German Marshall Fund of the United States (GMF) und war Referent der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Gast-Referent der Journalisten-Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Von 1999 bis 2007 lehrte er im Fachbereich Betriebswirtschaft „Sicherheitsmanagement“ an der Universität Lüneburg. Seit 2008 unterrichtet er an einer kalifornischen Universität Konkurrenzbeobachtung, Abwehr von Wirtschaftsspionage, Mergers & Acquisitions (Fusionen und Übernahmen), sowie Wirtschaftsethik.

Heute schämt sich Udo Ulfkotte laut diesem selbst verfassten, überaus bemerkenswerten Blogeintrag im Gelben Forum für seine 17jährige Tätigkeit bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ):



Qualitätsmedien? Warum ich mich rückblickend dafür schäme, dass ich 17 Jahre für die FAZ gearbeitet habe 

verfasst von Udo, 12.09.2014, 07:44

Mit großem Interesse habe ich in den letzten Wochen und Monaten hier die Debatte über die Leitmedien und über Journalisten verfolgt. Vor fast genau vier Jahren hatte ich mit meinem väterlichen Freund Peter Scholl-Latour, den ich vor rund 25 Jahren in nahöstlichen Kriegsgebieten kennengelernt hatte, darüber gesprochen, einmal die volle Wahrheit über deutsche Leitmedien aufzuschreiben. Peter Scholl-Latour wollte - wir hatten schon 2001 zusammen ein Buch geschrieben - das Manuskript gerne lesen. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen.

Völlig unabhängig von möglichen schweren Folgen habe ich - zunächst mit dem Finger auf mich selbst zeigend - aufgeschrieben, wie korrupt Leitmedien sind. Ich habe aufgeschrieben, wie ich bei der FAZ für Artikel geschmiert wurde und wie die FAZ sich für Unternehmen mit Gefälligkeitsberichten prostituiert hat. Nie zuvor ist ein Journalist in Deutschland aufgestanden und hat detailliert aufgeschrieben/dokumentiert, wie er selbst geschmiert wurde. Ich schäme mich heute dafür. Ich kann es nicht ungeschehen machen. Und es macht es nicht besser, dass meine Vorgesetzten das so wollten und nachweislich abgesegnet haben.

Denn genau das ist der Punkt: Ich war in bestimmten Elitenetzwerken, in denen ich lernte, dass mein Verhalten und Vorgehen angeblich "normal" sei. Und ich war dort mit vielen anderen Journalisten von Leitmedien in Netzwerken. Keiner von uns hat sich damals geschämt. Geheimdienste haben wie selbstverständlich Artikel geschrieben, über denen mein Name stand - man kannte sich ja aus den Elitenetzwerken. Und als "Journalist" habe ich wie ein verlängerter Arm der Nato-Pressestelle gewirkt, habe Kriegshetze unterstützt. Aber das war erst der Anfang.

Jene Netzwerke, welche Uwe Krüger in seiner Doktorarbeit "Meinungsmacht" so vortrefflich theoretisch dargestellt hat, habe ich weiter demaskiert. Und zwar mi voller Namensnennung. Ich habe unendlich vielen Journalisten (mit Namensnennung) nachgewiesen, für wen sie da wirklich arbeiten und ihre Nähe zu pro-amerikanischen Kriegstreibern unter die Lupe genommen. Vor allem habe ich mit voller Namensnennung aufgeschrieben, welcher Journalist in welchem Leitmedium für seine Berichterstattung geschmiert wird - und von wem. Ich weiß nicht, was jetzt passieren wird. So eine Situation hat es in der deutschen Medienlandschaft noch nie gegeben. Einzig ein Mitarbeiter des ZDF (aus dem Team von "Die Anstalt") hatte unter Aufsicht im Verlag vor dem Druck das komplette Manuskript lesen dürfen - und sprach immer nur von der großen "Sprengkraft". Heute werden zwanzig ausgewählte Journalisten ein Freiexemplar auf dem Schreibtisch liegen haben, einige weitere haben wir in Klosterbibliotheken und Universitätsbibliotheken so deponiert, dass sie Einstweilige Verfügungen und Schwärzungen für die Nachwelt überleben werden.

Ich weise also alle Mitleser heute früh darauf hin: Herausgekommen ist dieses Sachbuch, das gestern aus der Druckerei kam und jetzt noch ungeschwärzt im Handel ist:

Gekaufte Journalisten - Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken

Gestattet mir bitte noch einen Hinweis: Egal, wie viele Exemplare davon verkauft werden - den Ärger, den ich jetzt bekommen werde, weil ich die Wahrheit aufgeschrieben habe, den wiegt kein Geld auf. Ich hatte drei Herzinfarkte und brauche alles andere als diesen Ärger, also bitte nicht auf die Neidschiene abdriften, denn ich mache das alles nur für EUCH und damit da mal eine Debatte angestoßen wird, bei der man über detailliert belegte Fakten von gezielter Meinungsmanipulation, simulierte Pressefreiheit, Journalisten als Journalisten-Darsteller und Desinformation reden kann und nicht nur abstrakt ohne konkretes Hintergrundwissen im Nebel rumstochert... Liebe Grüße an alle!

Quelle: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=322856



Kapitel 1 ~ Simulierte Pressefreiheit

Kommen wir nun zum Inhalt des Buches, das in fünf Kapitel gegliedert ist. Im ersten Teil, den er mit Simulierte Pressefreiheit betitelt, berichtet der Autor über seine eigenen Erfahrungen, die er als FAZ-Journalist erlebt hat. Beispielsweise vom Bundesnachrichtendienst, der Ulfkotte gezielt mit Informationen versorgte, die allerdings von ihm nicht auf deren Wahrheitsgehalt überprüft werden konnten. Trotzdem wurden diese Meldungen stets mit der Formulierung „nach Angaben aus Geheimdienstkreisen“ nicht ohne Stolz veröffentlicht. Des Weiteren soll nach Angaben des Autors jeder Auslandsreporter amerikanischer oder britischer Zeitungen gleichzeitig auch für die nationalen Geheimdienste tätig sein.

Der Autor berichtet weiter über Reisen und Luxusartikel, die Journalisten geschenkt bekommen. Zudem benennt Herr Ulfkotte sich heute selbst als Täter und beschreibt sich als ehemaligen korrupten Journalisten, der bewusst manipuliert und desinformiert habe.

[...] Auch ich habe Presserabatte genutzt, kostenlose Einladungen in 5-Sterne-Hotels oder zu kumpelhaften Reisen mit Spitzenpolitikern im Auftrag meiner Chefs angenommen, Posten in Stiftungen besetzt oder Vorträge bei geheimdienstnahen Organisationen gehalten. Ich wurde, so meine heutige Sicht, etwa als Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung g (FAZ) mitunter für positive Berichterstattung auch gekauft. Und ich habe mich kaufen lassen. [...]

Auszug aus S. 36 f.

Natürlich stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob man dem Autor tatsächlich Glauben schenken sollte. Doch spricht vieles dafür, dass es sich bei den höchst brisanten Inhalten seines Buches um Tatsachen handelt. Sein Quellenverzeichnis ist sehr umfassend und zudem scheut sich Udo Ulfkotte nicht, auch andere Journalisten namentlich zu nennen. Man darf gespannt sein, wie viele Klagen das Buch nach sich ziehen wird.

Kapitel 2 ~ Unsere Medien

Das Kapitel Unsere Medien – Gleichgeschaltet, obrigkeitshörig und rechercheunwillig beginnt mit einer Beschreibung des Umgangs der Medien mit Thilo Sarrazin, der vom Autor als Mensch mit Umfragewerten eines Volkshelden beschrieben wird. Weiterhin wird eindrucksvoll beschrieben, warum man Journalisten nicht mehr über den Weg trauen sollte.

Kapitel 3 ~ Undercover Wahrheit: Alpha-Journalisten auf Linie mit den Eliten

Im Kapitel Undercover Wahrheit wird die umfassende Vernetzung der Journalisten mit den verschiedensten Organisationen aufgedeckt. Ganz ähnlich, wie es in der Sendung Neues aus der Anstalt vom 29.04.2014 bereits ausführlich und auf kabarettistische Weise beschrieben wurde. Ein ganzes Unterkapitel widmet der Autor dem Chefredakteur der BILD-Zeitung Kai Dieckmann.

[...] Bei meiner Recherche zu diesem Buch fand ich eine interessante Bildunterschrift. Unter einem Foto, welches den Bild-Chefredakteur und Angela Merkel zeigt, heißt es: Bild bedeutet Macht. Und das heißt, dass zum Sommerfest der Zeitung)hier 2008) eben auch mal Angela Merkel kommt...

http://www.sueddeutsche.de/medien/bild-chef-kai-diekmann-bild-dir-deine-macht-1.998172-2 [...]

Auszug S. 129

Kapitel 4 ~ Kauf Dir einen Journalisten – geschmierte Berichterstattung

Dieses Kapitel beschäftigt sich intensiv mit der Bestechlichkeit von Journalisten und wie man Medienvertreter mit Sachgeschenken und überteuerten Honoraren für Vorträge in Höhe von 10.000 bis 20.000 Euro gefügig macht. Udo Ulfkotte schildert zudem wie mit Hilfe von Sprachtechniken und -umformung von Worten eine Gehirnwäsche der Bevölkerung vorgenommen wird.

[...] Die Denkschablonen werden vor allem von Journalisten vorgelebt. Sie haben die Menschen eingezwängt in einen Käfig voller Ängste. Wir haben jetzt eine neue Sprache, Schönsprech. [...] In den letzten Jahren wurden tausende Worte in den Redaktionsstuben unmerklich durch andere ersetzt. [...]

Auszug S. 233

Den Grund dafür sieht der Autor in dem Ziel, das Denken der Menschen mit eben jener Gehirnwäsche zu vereinheitlichen. Beispielsweise wird aus Krieg ein begrenzter Militärschlag oder eine Strafmaßnahme. Die Tötung von Zivilisten bezeichnet man im Neusprech als Kollateralschäden. Nicht zu Unrecht erinnert er an den Roman 1984 von George Orwell.

[...] Früher fanden Hinrichtungen auf dem Marktplatz statt. Heute erledigen das die Medien, bei all jenen, die der verordneten politischen Korrektheit noch trotzen. Wer ihre Vormachtstellung und damit ihre Deutungshoheit in Frage stellt, mit dem wird kurzer Prozess gemacht, sollte er nicht bereits durch den politisch korrekten Lynchmob medial aufgeknüpft worden sein. [...]

Auszug S. 233

Kapitel 5 ~ Fallbeispiele von der Propagandafront

Noch einmal zitiert Udo Ulfkotte seinen erst kürzlich verstorbenen Freund Peter Scholl-Latour, der der Meinung gewesen sein soll, dass heute nur noch vier oder fünf mächtige Menschen über die vorherrschende Meinung bestimmen. [S. 251] Auch in diesem Kapitel scheut sich Ulfkotte nicht, viele Namen von Tätern aber auch Opfern zu nennen.

Thema in diesem Kapitel ist u.a. auch die umfassende „Werbeaktion“ der Medien für das Eurosystem. Eine Reklame-Propaganda, die bis heute anhält. Gerade die Verflechtungen zwischen der Politikelite (Angela Merkel!) und den führenden Leitmedien wird sehr gut von Udo Ulfkotte dargestellt.

Das Buch schließt mit folgendem Absatz, den Udo Ulfkotte auch an den Anfang eines jeden Kapitels stellt:

[...] Alle in diesem Buch namentlich genannten Personen bestreiten eine klebrig-filzige Nähe zu Eliteorganisationen. Sie bestreiten zudem, Lobbyisten zu sein. Sie bestreiten auch, sich durch Nähe zur Elite „korrumpieren“ zulassen. Und sie bestreiten, als Journalisten mit Nähe zu vorgenannten Gruppen die journalistische „Beißhemmung“ verloren zu haben. Sie bestreiten, dass sich die dargelegte Nähe auf ihre Berichterstattung auswirkt. [...]

Insgesamt ist das neue Buch von Udo Ulfkotte nicht nur spannend zu lesen, sondern auch überaus informativ. Wie lange man es tatsächlich noch ohne geschwärzte Stellen erwerben kann, ist sicherlich eine ebenfalls äußerst interessante Frage.


Nachtrag vom 25.09.2014 16.°° Uhr

Liebe Cashkurs*Community,

erstaunlich möchte ich es nicht nennen, doch obwohl das neue Buch von Udo Ulfkotte nunmehr seit 14 Tagen auf dem Markt ist, findet man nirgends in den Mainstream-Medien eine Besprechung, noch überhaupt jedwede Erwähnung. Man darf überaus gespannt sein, welche Schritte man sich gegen Udo Ulfkotte einfallen lässt.

Zudem möchte ich an dieser Stelle noch meinen größten Respekt für die Veröffentlichung an Herrn Ulfkotte übermitteln, gerade weil er innerhalb dieses Mediensystems Täter war und den Mut hat seine Verfehlungen zuzugeben.

Empfehlen möchte ich zudem das Lesen der Diskussion im http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=322856Gelben Forum.

Freundliche Grüße
Ihr Helmut Reinhardt