Hohe Kosten ohne Erfolgsgarantie

 

Ein Komma vergessen oder eine Zahl zu viel eingetippt – und schon wird versehentlich der zehnfache Betrag überweisen. Das sind Pannen, die beim Onlinebanking passieren können. Zwar haben Sie als Bankkunde kein Grundrecht darauf, dass die Bank bei einem Vertipper das Geld wieder zurückholen muss. Dennoch bieten viele Banken an, die Überweisung noch nachträglich zu stoppen. Das funktioniert aber nur, wenn der Betrag noch nicht auf das Empfängerkonto gebucht worden ist. Wie viel Zeit bleibt, hängt sowohl von der bankinternen Organisation ab wie auch von der Frage, ob das Geld innerhalb derselben Bank auf ein anderes Konto gebucht wird oder ob der Empfänger bei einer anderen Bank sein Konto führt. Ist letzteres der Fall, bleibt oft mehr Zeit, weil Überweisungen an Fremdbanken erst einmal gesammelt und dann einige Stunden später oder sogar erst am nächsten Tag auf den Weg geschickt werden. Je nach Bank bleiben 3 bis 24 Stunden Zeit, bis der Betrag die Bank verlässt.

 

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat in einer aktuellen Umfrage die Gebühren unter die Lupe genommen, die Banken für den Überweisungs-Rückruf verlangen. Und die sind happig: Bis zu 45 Euro kostet der Rückruf – und das bei den meisten Geldhäusern unabhängig davon, ob die Überweisung noch „eingefangen“ werden kann oder nicht. Lediglich die Sparda-Bank West konnte eine wirklich kundenfreundliche Klausel vorweisen: Wer nach dem Absenden der Überweisung einen Fehler bemerkt, kann diese innerhalb von 30 Minuten per Online-Banking stornieren, ohne dass dafür Gebühren anfallen.

 

Daher gilt die Devise: Erledigen Sie Ihre Onlinebanking-Geschäfte nicht unter Zeitdruck, sondern kontrollieren Sie jede Überweisung vor dem Absenden. Wenn der Betrag nur geringfügig höher ist als vorgesehen oder Sie den Empfänger als vertrauenswürdigen Geschäftspartner kennen, ist es meist sinnvoller und kostengünstiger, den Empfänger zu bitten, das zuviel gezahlte Geld wieder zurückzuzahlen.