Zentralbanken sind rund um die Welt auf der Suche nach Investmentalternativen zu ihren gehaltenen Bondpositionen, wie die Bank of Israel bekannt gab. Aus diesem Grund investierten Notenbanken einen wachsenden Teil ihrer Reserven in Aktien. Wie das wohl enden wird, haben wir gerade anhand der Entwicklung im Goldsektor gesehen, da Bürokraten nun einmal zu den schlechtesten Market Timern gehören.

Die Bank of Israel plant, ihre Ende 2012 bei 3% oder $4,5 Milliarden liegenden Aktienpositionen bis Ende dieses Jahres auf 6% zu verdoppeln. Schon im ersten Quartal erhöhte die Bank of Israel ihre Aktienpositionen auf 4,5% an den Gesamtreserven, wobei die Zentralbank insbesondere europäische Dividendentitel kaufte. Die weltweit fallenden Bondrenditen lassen Zentralbanken nun mit Anlagen in riskanten Vermögenswerten experimentieren. Nachdem sich die kumulierten Verluste nach dem Crash im Goldsektor unter Notenbanken auf mehr als $550 Milliarden belaufen, lässt sich gut vorstellen, wie die Bilanzen von Zentralbanken erst in Mitleidenschaft gezogen werden dürften, wenn es an den Aktienmärkten einmal richtig scheppert.

Entwicklung der Bondemissionen in Israels Unternehmenssektor

Es stellt sich eben immer die Frage, wer der größere und letztendlich größte Narr ist, der es verpasst, rechtzeitig aus der Preisblase auszusteigen. Vor allem in den USA senken Unternehmen momentan reihenweise ihren Ausblick an die wirtschaftliche Entwicklung und ihre Gewinnprognosen, was dazu führen wird, dass die Erwartungen an noch mehr Liquiditätsspritzen durch die Notenbanken an den Finanzmärkten steigen werden. Aus dieser Logik sollen dann ewig kletternde Aktienkurse resultieren. Nun ja, wie das ausging, haben wir 2006 anhand der platzenden Preisblase an den amerikanischen Häusermärkten gesehen. War es nicht Bernanke höchst selbst, der – selbst als die Blase schon geplatzt war – auf CNBC darüber philosophierte, dass die Häuserpreise weiter steigen werden, eine Rezession in den USA ausgeschlossen und ein Prosperieren der US-Wirtschaft auch in den nächsten Jahren kaum zu stoppen sei?

Bilden Sie sich darüber Ihre eigene Meinung, liebe Leser. Ich hatte versucht, Ihnen in der Vergangenheit entsprechende Denkanstöße zu diesem Thema zu liefern. Nun, da die Zentralbanken die Bondrenditen weltweit nach unten manipulierten und Sparer durch ihre Nullzinspolitik eines Teils ihrer Einlagen berauben, schauen sich Notenbanken wie die SNB, die Bank of Israel oder die Bank of Japan nach Investmentalternativen um. Natürlich soll dieser Move auch dazu dienen, das allgemeine Vertrauen in Aktien aufrecht zu erhalten, um die Preise an den Vermögensmärkten weiter zu inflationieren. Zuletzt zeigte eine Studie der Royal Bank of Scotland (RBS), dass bereits 23% aller Zentralbanken in Aktien investiert sind, und vorhaben, ihre Positionen weiter aufzustocken.

Entwicklung der Kreditvergabe an Israels Häusermärkten

Viele Notenbanken begannen im März letzten Jahres in die Aktienmärkte einzusteigen. Wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass die meisten Zentralbanken erst kurz vor Erreichen des Goldpreishochs bei $1.921 pro Feinunze oder kurz danach aggressiv in den Markt eingestiegen sind, lässt sich erkennen, welch schlechte Market Timer bei den Zentralbanken sitzen. Es ist nichts anderes als ein Haufen von Bürokraten, der glaubt, natürliche Marktgesetze durch Manipulationen aushebeln zu können. Dies klappt für einen gewissen Zeitraum, bis die nach unten durchgedrückte Feder irgendwann zurückschnellt, um sich ins Gleichgewicht zu bringen. Schlimm ist, dass diese Leute weder durch eine Wahl in der Bevölkerung legitimiert sind, noch Verantwortung zu tragen haben für das, was sie da machen. Die Dummen sind am Ende stets die Steuerzahler, die auf diese Weise gezwungen werden, an den Finanzmärkten zu partizipieren – ob sie wollen oder nicht spielt dabei keine Rolle.