Hedgefonds-Legende, Ex-Soros-Intimus und Milliardeninvestor Stanley Druckenmiller hat keinen Bock mehr auf das Halten von physischem Gold. Wie Druckenmiller heute gegenüber dem Finanzsender CNBC erklärte, blicke er nach den abgelaufenen US-Wahlen ziemlich optimistisch in die Zukunft.

Nach der Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten habe er sofort nach der Wahlnacht all seine Goldbestände verkauft, wie der Gründer und Vorsitzende des Hedgefonds Duquesne Capital in einem Interview gegenüber Squawk Box mitteilte. Bevor Druckenmiller Duquesne gründete, war er lange Zeit für George Soros´ Quantum Fonds aktiv.

Nach Überwinden des Höhepunkts der Finanzkrise hatte Druckenmiller seinen Investoren mitgeteilt, dass er ihnen ihre Anlagegelder zurück überweisen werde, um die Aktivitäten von Duquesne nur noch auf sich selbst, Familienmitglieder und enge Freunde zu beschränken.

Nicht vorhersehbare Anlagerisiken

Ich berichtete damals über die Gründe, die Druckenmiller zu diesem Schritt bewogen hatten. Druckenmiller war nicht mehr dazu bereit, seine Investoren Anlagerisiken auszusetzen, die sich nicht mehr prognostizieren lassen würden.

„Märkte“, die nur noch samt und sonders von Interventionen und reaktionären Maßnahmen der Zentralbanken abhängig seien, ließen sich nicht mehr kalkulieren, so Druckenmillers damalige Erklärung.

Druckenmiller wollte weder seinen Fonds noch seinen Leumund diesen Risiken aussetzen. Nun, diese Begründung lässt sich nachvollziehen. Sie war nicht nur ehrlich, sondern auch geprägt von Weitsicht und Klugheit.

Wer setzt sich im heutigen Politik- und Finanzmarktumfeld schon gern in keinerlei Hinsicht kalkulierbaren Risiken aus, wenn er es – wie beispielweise Pensionsfonds – nicht muss??!!! Ich habe dafür großes Verständnis.

Druckenmiller erwartet höheres US-Wachstum

Druckenmiller führte weiter aus, dass er davon überzeugt sei, dass Amerikas Wirtschaft unter Donald Trump stärker im Wachstum zulegen werde. Aus diesem Grund wette er durch einen Kauf von Wachstumsaktien auf diese persönliche Prognose.

Er habe darüber hinaus damit begonnen, Staatsanleihen weltweit zu shorten. Auch der US-Dollar sei für ihn eine Wette, auf die er nun setze. Dies gelte insbesondere mit Blick auf das Wahrungspaar USD/Euro.

Ja, Europa, werte Leser, wird nun in eine ganze Reihe von zusätzlichen Problemen hinein schlittern. Das fürchte ich auch. Der Kursverlauf des Euros gibt die Richtung vor. Tun Sie sich selbst einen Gefallen, indem sie das Währungspaar USD/Euro im Blick behalten.

Warnung vor Aktien noch im vergangenen Frühjahr

Noch im Frühjahr hatte Druckenmiller eine ganz andere Ansicht in Bezug auf die US-Wirtschaft vertreten. Im Rahmen der in New York City abgehaltenen Sohn Investment Conference warnte Druckenmiller vor den Aktienmärkten und riet Anlegern zum Verkauf.

Zu diesem Zeitpunkt hielt Druckenmiller seine größten Portfoliopositionen noch in Gold. Aber jetzt, werte Leser, sitzt ein Unternehmer und „Selfmade Man“ im Oval Office, der weiß, was es heißt auch mal pleite zu gehen. Um danach aus eigener Kraft wieder aufzustehen.

Den Unternehmenssektor in den USA dürfte diese Aussicht allein stark beflügeln, nachdem eine durch Technokraten und Berufspolitiker bestimmte Administration den Hauch des Sozialismus in Amerika versprühte.

Amerikaner favorisieren den Nachtwächterstaat

Viele Deutsche werden es einfach nicht verstehen, dass Trump auch genau deswegen von so vielen Menschen gewählt worden ist. Die Amerikaner wollen KEINEN Staat, der in ihre Leben und persönlichen Entscheidungen eingreift.

Eine obligatorische Krankenversicherung nach Art von Obamacare mag gut gemeint gewesen sein, doch für so viele Amerikaner ist sie schon allein deshalb ein Graus, weil sie durch den Staat dazu gezwungen worden sind, sich diesem Programm zu unterwerfen.

Ich erwarte von Ihnen nicht, dass Sie diese Denkweise verstehen. Doch versuchen Sie, die Kulturunterschiede zwischen Amerika und Europa zu akzeptieren. So pessimistisch Stanley Druckenmiller sich mit Blick auf die US-Wachstumsaussichten in jüngerer Vergangenheit gegeben hatte, desto optimistischer blickt er nun in die Zukunft.

Wie schon Alan Greenspan: Steigende Zinsen erwartet

Jetzt sei er so optimistisch, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Druckenmiller verwies zudem auf die politische Konstellation, die sich nach dieser Präsidentschaftswahl in den USA auftut. Neben dem Weißen Haus kontrollieren die Republikaner auch das Repräsentantenhaus und den Senat.

Die Chance auf die Verabschiedung einer echten Steuerreform sei in den vergangenen Jahren niemals so gut gewesen wie heute. Donald Trump werde sich zwar nicht als ein neuer Ronald Reagan erweisen, doch er verdiene die Chance zu zeigen, was er ausrichten könne.

Zum selben Zeitpunkt stößt Druckenmiller ins selbe Horn wie der ehemalige Fed-Vorsitzende Alan Greenspan. Greenspan warnte vor einigen Tagen davor, dass die langfristigen Zinsen in den USA schon bald auf bis zu 5% klettern werden.

Auch Druckenmiller sieht das so. Die Zinsen werden mit einer anziehenden Inflation steigen. Als wahrscheinlich gilt, dass die Federal Reserve ihren Leitzins bereits im Dezember ein weiteres Mal um 25 Basispunkte anheben wird.

Wie geht es mit dem Goldpreis weiter?

Aus eigener Sicht zu Gold folgendes. Meine Leser werden sich erinnern, dass ich seit der Jahreswende bullish für den Goldpreisverlauf gewesen bin, was sich als richtig erwies. Nach einem Wiedereinstieg um die Marke von $1.050 wurde die erste große Zielmarke bei $1.375 im laufenden Jahr abgearbeitet.

Nach Erreichen dieser Marke war ich bemüht, Sie vor allzu viel Euphorie zu bremsen. Es ist durchaus möglich, dass Gold noch einen weiteren Rallyegang in Richtung der Marke von $1.500 einlegen wird. Spätestens dort wäre Gold für mich allerdings wieder ein klarer Short.

Warum? Ich verweise Sie gern noch einmal auf mein Gespräch mit EWI-Goldanalyst Tom Denham zu diesem Thema. Bislang ist die Fahrplan abermals vollumfänglich aufgegangen.