Nun, liebe Leser, lassen Sie mich diese übersetzte Überschrift einmal von einem amerikanischen Main Stream Medium übernehmen, auf dessen Seite es zudem heißt, dass der Ausbruch der Finanzkrise das Fundament eines zukünftig sozialistischen Amerikas für Großbanken und andere Konzerne gelegt habe. Hm, langsam frage ich mich, ob wir „schwarzseherischen“ Finanzblog-Betreiber von einigen Main Stream Medien nicht schon längst rechts überholt worden sind.

In dem von mir zitierten Bericht auf der Seite von marketwatch.com schreibt Autor Al Lewis, dass sich Betrug, wirtschaftliches Scheitern und Bankrott bislang überaus gut für die Top-Offiziellen Amerikas ausgezahlt hätten. Nun, dieser Erkenntnis lässt sich spätestens nach allen Erlebnissen in den letzten fünf uneingeschränkt zustimmen. Wir alle werden tagtäglich Zeugen, wie eine kleine und korrupte Elite aus Bankern, Konzernbossen und Politikern ihren großen Bevölkerungsmehrheiten auf der Nase herumtanzt, und darüber hinaus versucht, sie für dumm zu verkaufen.

Manche Beobachter fragen sich, wie es eigentlich sein kann, dass wirtschaftliche Bankrotteure der Allgemeinheit unverblümt, skrupellos und als sei es ein Gott gegebenes Recht in die Tasche greifen, um sich von IHREN Steuergeldern die eigenen Verluste zu kompensieren. Die Antwort darauf ist ziemlich einfach, denn sie lautet: Solange SIE und WIR diese Leute gewähren lassen, wird sich nichts ändern in der Welt. Es ist ganz sicher nicht die Zeit für Apathie und Politikverdrossenheit, sondern was wir dringend benötigen, ist ein politisches Aufmucken der Bürger, die diese Zustände wohl mehrheitlich satt haben, allerdings nicht wissen, wie sie ihrer Kritik am System handfest Ausdruck verleihen oder wie sie ihren wachsenden Frust entsprechend kanalisieren sollen.

Als ich zum letzten Mal in unserem bayerischen Freistaat zu Gast war, hätten Sie mal hören sollen, welche Ansichten dort von einer wachsenden Anzahl von Bürgern vertreten worden sind. Vom Ausscheiden Bayerns aus Deutschland, über eine zukünftige Etablierung eines autonomen und politisch unabhängigen bayerischen Freistaats bis hin zur Nichtbefolgung von Vorgaben aus dem verteufelten Preußenlande der Berliner Hauptstadt war eigentlich alles mit dabei. Allgemein lautete der Tenor, dass die größten Schweine so oder so immer ganz oben säßen, weshalb man der Politik nicht mehr über den Weg trauen könne. Dieser Stammtischprotest wird jedoch nicht ausreichen, um an den gegebenen Verhältnissen irgendetwas zu ändern. 

Nun, die bayerischen Landsleute sollten vielleicht mal bei ihrer eigenen CSU-Regierung beginnen, wenn es irgendwann einmal ums politische Ausmisten gehen sollte. Wenn man den Blick über den großen Teich nach Amerika schweifen lässt, so scheinen Frust und Ärger über die vorherrschende Lage nicht nur unter der normalen Bevölkerung, sondern auch unter einer ganzen Reihe von Main Stream Medien zu wachsen. Der oben verlinkte Bericht auf marketwatch.com untermauert diese These. So knöpft sich Autor Al Lewis unter anderem Richard Fuld, Ex-Chef der kollabierten Investmentbank Lehman Brothers, vor.

Demnach habe Fuld im Jahr 2000 $66 Millionen verdient, und während die Internet-Blase platzte hätten sich im Jahr 2001 nochmals $105,2 Millionen hinzu addiert. Gefolgt von $28,7 Millionen im Jahr 2002, $52,9 Millionen im Jahr 2003, $41,8 Millionen im Jahr 2004, $104,4 Millionen im Jahr 2005 $27,3 Millionen im Jahr 2006 und $40 Millionen im Jahr 2007. Summa summarum addieren sich in seinen 8 Chefsessel-Jahren bei Lehman Brothers auf diese Weise persönliche Einnahmen in einer Gesamthöhe von $466,3 Millionen.

Lewis fährt fort, dass darauf dann im Jahr 2008 die bislang größte Bankenpleite in der Geschichte der USA gefolgt sei. Das Triggern einer ökonomische  Nuklearexplosion, die eine nunmehr seit 5 Jahren anhaltende Finanzkrise zur Folge gehabt habe. Diese Finanzkrise zementiere Amerikas Zukunft als sozialistische Nation für Großbanken und andere Konzerne. Fuld sei nur einer der Hauptprotagonisten, mit denen sich ein rückblickender Bericht des Institute for Policy Studies mit dem Titel „Executive Excess 2013. Bailed Out, Booted, Busted” beschäftigt. Tun Sie sich ruhig den Gefallen, in diese Studie einmal hineinzuschauen, um sich über einige Zusammenhänge bewusst zu werden. Hier ein Video zu dieser publizierten Studie:

Vor dem Bankrottjahr 2008 habe Fuld sich demnach in den acht vorangehenden Jahren stets unter den Top-25-Verdienern in den USA befunden. Sarah Anderson, Co-Autorin des oben verlinkten Berichts, kommt zu dem Befund, dass es einfach unglaublich sei, acht Jahre in Folge zu den Top-25-Verdienern zu gehören, um die heimische Wirtschaft hernach zu crashen und in Brand zu setzen. Im Bericht heißt es übersetzt wörtlich wie folgt:

Die armselige Performance einer großen Anzahl von Top-Offiziellen hat in jüngster Zeit entweder zu deren Entlassung geführt, oder sie mussten in vielen Fällen massive Strafzahlungen oder Geldbeträge zur Einstellung von Gerichtsverfahren aufgrund von betrügerischen Aktivitäten leisten. Oft handelte es sich um Chefsessel-Kandidaten, deren Unternehmen auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in 2008 durch die Regierung ein Bailout geleistet wurde. Andernfalls wären diese Firmen damals zusammengebrochen.

Nun, damit schließt sich der Kreis, wenn ich Ihnen hin und wieder die Frage stelle, wer denn die „Big Boys“ an den Kapitalmärkten eigentlich sein sollen. Sind es diejenigen, die in 2008 sang- und klanglos zusammengefaltet worden wären – wie Lehman Brothers, Washington Mutual, Bear Stearns, New Century Financial, Merrill Lynch oder Wachovia? Denken Sie darüber bei ruhiger Minute vielleicht einmal nach, liebe Leser, und sehen Sie sich in diesem Zuge den folgenden Chart genau an. Dieser Chart zeigt die Entwicklung von Margin Debt.

Die Kreditverschuldung zum Kauf von Aktien und anderen hochriskanten Vermögenswerten hat längst wieder ihre ehemaligen Rekordhochs aus den Jahren 2000 oder 2007 erreicht oder gar hinter sich gelassen. Denken Sie in diesem Zusammenhang darüber nach, wer diese Schulden aufgenommen hat und wer im nächsten Bust wieder bettelnd an der Schwelle der Steuerzahler anklopfen wird. Um auf Regierungen zu treffen, die heute selbst mit dem Rücken zur Wand stehen und ums eigene Überleben kämpfen. Sind Sie sich tatsächlich sicher, dass die Fed oder irgendeine andere Zentralbank der Welt sich gegen diesen Tsunami wird stemmen können, wenn er denn ausbricht?

Wetten würde ich darauf ganz sicher nicht, woraus auch meine aktuelle Abneigung gegen jede Art von Aktienanlagen und Co. resultiert. Das wird sich ganz sicher irgendwann einmal ändern, doch in meinem Fall erst dann, wenn die Heißluft aus der letzten durch Notenbanken aufgepumpten Superblase entwichen sein wird. Und wenn der Katzenjammer am größten sein wird!