Der Anleiheverwalter PIMCO gehörte zu den ersten Institutionen an den globalen Finanzmärkten, der Investoren zu einer Absicherung gegen nahende Inflationstendenzen aufgerufen hatte. Die Kapitalverwaltungsfirma BlackRock schließt sich diesem Aufruf nun an. In absehbarer Zeit würden nicht nur die Kosten deutlich anziehen, sondern Bond- und Anleiheinvestoren seien zudem auch gut beraten, wenn sie ihr Geld in inflationsindexierten Bonds anlegten – und in Gold.

Bei BlackRock wird eine eher ungewöhnliche Rechnung aufgemacht. Danach soll ein absehbare Stabilisierung der Rohölpreise und ein sich verbessernder Arbeitsmarkt in den USA dazu beitragen, die Inflation in den Vereinigten Staaten anzuheizen. Ich kann mich solchen Prognosen nicht anschließen.

Einerseits hat sich an den in der Weltwirtschaft zugrundeliegenden Deflationstrends nichts geändert. Und andererseits sind die offiziellen Zahlen des BLS zu den Arbeitsmärkten in den USA ein einziger Fake. Nicht nur ich, sondern auch zahlreiche Blogkollegen wie Dr. Paul Craig Roberts hatten Ihnen in der Vergangenheit die Gründe für unsere Skepsis immer wieder kundgetan.

Die offiziellen Zahlen von den amerikanischen Arbeitsmärkten lassen sich auch als reiner Selbstbetrug seitens Behörden bezeichnen, die alles nur Erdenkliche unternehmen, um die Verfassung der US-Wirtschaft in rosigen Farben zu malen, die der zugrundeliegenden Realität in keiner Weise entsprechen.

Aber bitte, bei Blackrock empfiehlt man den eigenen Investoren nun einen verstärkten Einstieg in inflationsindexierte Anleihen. Und nicht nur das. Stellen Sie sich vor, es ist Gold, das Blackrock-Investoren nun aus Gründen der Diversifizierung zukaufen sollen. Der Goldpreis könnte von dieser Empfehlung unter Umständen profitieren.

Immerhin hat Blackrock rund $4,6 Billionen an Investorengeldern unter eigener Verwaltung. Nicht nur Blackrock, sondern auch der Anleiheverwalter PIMCO warnt vor einer demnächst anziehenden Inflation in den Vereinigten Staaten. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Inflationsherbeigerede der Federal Reserve mit den Boden bereiten soll, um deren Leitzins in absehbarer Zeit ein zweites Mal anzuheben.  

Werfen wir an dieser Stelle einen Blick auf die nackten Zahlen. Das durch Blackrock verwaltete Bondportfolio, das an die Inflationsentwicklung gebunden ist, hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate rund 1,6% an Wert eingebüßt. Bei PIMCO sieht es noch düsterer aus. So hat der Pimco Real Return Fund im selben Zeitraum knapp 1,9% an Wert eingebüßt.

Und dabei haben beide Kapitalverwalter in den letzten zwölf Monaten noch nicht einmal schlecht abgeschnitten. Immerhin litten mehr als 60% der Konkurrenten unter noch größeren Verlusten. Bei PIMCO ist man trotz allem der Ansicht, dass die an den Anleihemärkten eskomptierten Inflationserwartungen zu niedrig seien.

Tja, seit mehr als sieben Jahren waren Zentralbanken wie die Fed, die EZB und die BoJ trotz einer Verabschiedung von horrenden QE-Programmen und Nullzinspolitik nicht dazu in der Lage, deren eigens gesetzte Inflationsziele von 2% zu erreichen. Am weitesten davon entfernt ist nach wie vor die BoJ.

Weswegen soll sich daran im Angesicht einer sich abschwächenden Weltwirtschaft etwas ändern? Auch eine Trendwende in der Kreditvergabe der kommerziellen Geschäftsbanken lässt sich nicht absehen. Seit Februar hat sich der Spread zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und inflationsindexierten US-Staatsanleihen ähnlicher Laufzeit auf 1,56% ausgeweitet. Und damit verharrt diese Zinsdifferenz noch immer weit unterhalb von deren Durchschnittswert von 2,1%, der in der vergangenen Dekade zu beobachten war.

Wie dem auch sei. Am 23. März war es Fed-Gouverneur Bullard, der die Märkte ein weiteres Mal mittels verbaler Intervention zu befeuern versuchte. Seiner Aussage nach sollten seine Fed-Kollegen in Erwägung ziehen, den US-Leitzins im April ein weiteres Mal anzuheben. Grund sei, weil sich die Lage an den US-Arbeitsmärkten entspannt habe und es Anzeichen darauf gäbe, dass die Inflation in den USA in absehbarer Zeit das durch die Fed gesetzte Inflationsziel von 2% übertrumpfen werde.

Na ja, diese Hoffnung möchte ich erst einmal Realität werden sehen. Gerede dieser Art lässt sich an den internationalen Kapitalmärkten und seitens Zentralbankakteuren nun seit vielen Jahren vernehmen – ohne messbaren Erfolg. Fast könnte man den Eindruck haben, als wollten Zentralbanker die deflationären Tendenzen nun hinfort reden. Bis zur nächsten Zinssitzung der Fed Ende April verbleibt noch einiges an Zeit. Man darf gespannt darauf sein, welch abstruser Verbalakrobatik sich Zentralbanker bis dahin bedienen werden, um die Welt einmal mehr auf den Kopf zu stellen.