Im Jahr 2017 hatte Prince der US-Regierung mit Blick auf Afghanistan einen ähnlichen Vorschlag unterbreitet. Danach ließe sich der Kampf gegen die Taliban auf allen Ebenen privatisieren. Unter Bezugnahme auf eine Reihe von Industrievertragsnehmer-Analysten zeige sich US-Präsident Trump dieser Idee gegenüber nicht abgeneigt.

Kein Vakuum hinterlassen

Im Fox-Interview erweckte Prince ganz den Eindruck, seinen „alternativen Plan“ einer Privatisierung des Krieges in Syrien und in Afghanistan sowohl dem Weißen Haus als auch der amerikanischen Öffentlichkeit schmackhaft machen zu wollen. Zwar verfügten die USA über keine strategische Verpflichtung, langfristig in Syrien stationiert zu bleiben.

Es sei allerdings auch keine gute Idee, so Prince, die Verbündeten der Vereinigten Staaten im Stich zu lassen. Prince spielte damit auf die im Norden Syriens lebenden Kurden an, deren militärischer Arm SDF an der Seite der US-Truppen kämpft. Allein schon der angekündigte Rückzug der US-Truppen aus der Region hat die Türkei auf den Plan gerufen.

Türkei zu allem bereit

In Ankara herrscht große Sorge über die zukünftige Entwicklung der Region. In der Türkei wird alles Erdenkliche dagegen unternommen, um die Ausbildung eines nach Unabhängigkeit strebenden Kurdenstaats an der Südostflanke Anatoliens mit allen Mitteln zu verhindern.

Selbst vor militärischen Interventionen und Invasion schreckt die Regierung Erdogan nicht zurück, um die heimischen Staatsinteressen zu wahren. Gleichzeitig herrscht Verwirrung im Hinblick auf die durch das Weiße Haus kürzlich auf überraschende Weise bekannt gegebene Entscheidung vor.

Söldner zu Beendigung von Endlos-Kriegen!?!

Denn durch den Abzug der etwas mehr als 2.000 US-Soldaten aus dem Norden Syriens wird in der umkämpften Region ein Vakuum entstehen, in das unter Umständen der Iran springen könnte. War es nicht bis vor Kurzem noch erklärtes Ziel der US-Regierung, den iranischen Einfluss in Syrien, dem Libanon und dem Irak zurück zu drängen?

Um die Kurden der SDF nicht allein auf weiter Flur stehen zu lassen, schlägt Prince vor, private Vertragsnehmer aka private Söldnerfirmen die sich auftuende Bresche ausfüllen zu lassen. Auf diese Weise würde es US-Präsident Trump ermöglicht, sein zentrales und wiederholt ins Feld geführtes Wahlversprechen einer Beendigung von „endlosen Kriegen“ einzuhalten.

Laut Prince sei die amerikanische Historie voll von staatlich-privaten Partnerschaften, was vor allem für Orte gelte, an denen der private Sektor Lücken zu schließen imstande sei, und an denen sich das kostenintensive US-Militär von vornherein nicht befinden sollte. Solange keine Aussicht darauf bestünde, vereinte iranisch-syrisch Kräfte von einer konventionellen Bodeninvasion abzuhalten, seien die Kurden der Region zum Abschuss freigegeben.

Prince auch in China schwer geschäftstüchtig!

Prince, hat nach seinem Blackwater-Verkauf (heute Academi) mit dem Aufbau einer neuen Söldnerfirma in China namens Frontier Services Group (FSG) begonnen. Hierbei handelt es sich um einen Markt, in dem westliche Firmen notwendigerweise eng mit den Behörden der chinesischen Staatsregierung zusammenarbeiten.

Laut Berichten sei es Prince gelungen, sich Sicherheits- und Logistikverträge in China und Afrika zu sichern. Spätestens seit dem Jahr 2017 erweist sich Prince zudem als einer der größten Lobbyisten, die auf Amerikas Top-Generäle und den US-Kongress einwirken, um zugunsten einer massiven Privatisierung des Krieges zu werben.

„Absurd“ - Pläne werden vehement zurückgewiesen

Dies gilt insbesondere für Kampfplätze wie Afghanistan, in denen sich die USA nun bereits seit fast zwei Dekaden in einem militärischen und sündhaft teuren Desaster verstrickt sehen. Trump hatte zuletzt angekündigt, 7.000 US-Soldaten aus Afghanistan heimholen zu wollen.

Der Plan von Prince basiert in Bezug auf Afghanistan beispielsweise auf einer Stationierung von mehr als 6.000 privaten Söldnern, die direkt an das Weiße Haus berichten sollen. Auch eine private Luftwaffe solle in diesem Kontext so schnell wie möglich aufgebaut werden.

Im August 2017 erschien ein ausführlicher Bericht in The Atlantic über die Pläne von Prince. Darin hieß es, dass dieser Plan durch die US-Generalität mit Vehemenz von sich gewiesen worden sei. Denn im US-Generalstab werde dieser Plan für nicht umsetzbar gehalten. Seitens manch Offiziellen wurde der Plan gar als „absurd“ bezeichnet.

Prince wirbt in Washington schon seit einiger Zeit für seinen Privatisierungsplan in Syrien. Selbst in den arabischen Golfstaaten wurde Prince vorstellig, bevor er sich dazu entschieden hat, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Tatsache, dass Prince nun auf dem Sender Fox erscheint, um seinen Plan der breiten Öffentlichkeit schmackhaft zu machen, lässt darauf schließen, dass sich einige Türen für ihn ganz ohne Zweifel unwiderruflich geschlossen zu haben scheinen.

Diese Zusammenfassung für CK*Wirtschaftsfacts basiert auf einem Originalbericht, der auf der Seite des Finanzblogs Zerohedge veröffentlicht wurde.