Die Profiteure dieser Zerstörung des Regenwaldes finden sich in erster Linie unter den Holzverarbeitenden Unternehmen, die eine Kumpelfreundschaft mit Brasiliens Staatspräsident Jair Bolsonaro, Umweltminister Ricardo Salles sowie der Bauernlobbyistin Tereza Cristina Dias unterhalten.  

Man hätte der Ansicht sein können, dass die Konzentration von CO2 und die langfristigen Auswirkungen der Kohlendioxidemissionen auf die Erderwärmung eine vorsichtigere und vor allem verantwortlichere Politik zur Folge haben würden als jene politischen Leitlinien, die ein einzigartiges Ökosystem, welches das Klima auf unserer Erde stabilisiert, zerstören.

Der Amazonasregenwald wird aus keinem anderen Grund als einer Profitmaximierung in der Holzverarbeitenden Industrie Brasiliens dem Erdboden gleich gemacht. Hierbei handelt es sich um nichts anderes als einen auf internationaler Ebene gänzlich unreguliert wirkenden Gangsterkapitalismus.

Um einer Handvoll von Gangstern die Möglichkeit zu gewähren, sich die Taschen voll zu stopfen, wird unser Planet aus Sicht des Rests der Menschheit zerstört. Intelligentes Handeln lässt sich nicht im Hinblick auf eine Regierung erwarten, in der verantwortliche Personen wie Dias das Phänomen der globalen Erderwärmung als „internationale Marxistenkampagne“ von sich weisen.

Dias hört sich dabei ganz nach einem Papagei an, der die ewigen Litaneien der das Phänomen der globalen Erderwärmung von sich weisenden Think Tanks, die wiederum durch die Kohlendioxid emittierenden Energielobbys finanziert werden, nachplappert.

Alle Entwicklungen, die die kurzfristig zu erzielenden Gewinne – egal, wie hoch die daraus resultierenden Langfristkosten aus sein mögen – in Gefahr bringen, werden von dieser Seite als Schwindel oder kommunistische Kampagne diffamiert.

Ex-Präsident Lula de Silva und dessen Amtsnachfolgerin Dilma Rousseff hatten den Versuch unternommen, Brasilien im Interesse einer breiteren Bevölkerungsschicht zu regieren, anstatt allein den Interessen von kapitalistischen Räuberbaronen nachzukommen.

In seiner unkontrollierten Form handelt es sich im Fall des Kapitalismus um einen ausbeuterischen Mechanismus, der es einer Handvoll von Menschen ermöglicht, kurzfristig immens hohe Gewinne anzuhäufen, während die damit verbundenen und externen Kosten auf die breite Gesellschaft und unsere Umwelt abgewälzt werden.

Die verantwortlicheren Politleitlinien von Lula da Silva und Dilma Rousseff lösten Zorn und Wut unter Brasiliens Räuberbaronen und deren Unterstützern in Washington aus. Die durch Kapitalisten kontrollierte Presse missbrauchend, dämonisierten Brasiliens Räuberbarone und Gangsterkapitalisten sowohl Lula da Silva als auch Rousseff in den heimischen Medien.

Beiden wurde der stetige Vorwurf gemacht, sich der Geldwäsche und „passiven Korruption“ schuldig gemacht zu haben. Die korruptesten Elemente in der brasilianischen Politik betrieben eine Verleumdungskampagne gegen da Silva und Rousseff, in deren Zuge es immer wieder zu denselben Vorwürfen kam.

Lula wurde ins Gefängnis geschickt, während Rousseff ein Amtsenthebungsverfahren über sich ergehen lassen musste, nach dessen Abschluss sie als Staatspräsidentin abgesetzt wurde. Folge war, Brasilien abermals Washington und dessen korrupten Kapitalisten auszuliefern. Eine nichtsblickende brasilianische Bevölkerung akzeptierte diesen Machtputsch.

Die Narren glaubten den Erklärungen ihrer politisch-gesellschaftlichen Feinde. Zurzeit wird der brasilianische Regenwald in einem Ausmaß von drei Fußballfeldern pro Minute zerstört.  Der Amazonas-Regenwald hat bereits 17% seines ehemaligen Baumbestands eingebüßt. Wissenschaftler warnen davor, dass sich der Regenwald nach Abholzung einer Fläche von 20 bis 25 Prozent in eine Savanne verwandeln wird.

Gleichzeitig wird das Amazonas-Regenwaldbecken seine Fähigkeit einbüßen, Kohlendioxid in ausreichender Menge aufzunehmen. Doch die Bedenken und anhaltenden Warnungen seitens Brasiliens Nationalem Institute für Amazonas-Forschung sind aus Sicht Bolsonaros und dessen Vetternwirtschaftlern nicht so wichtig wie die kurzfristig zu erzielenden Profite, die mit der Zerstörung des Regenwaldes samt unzähliger Arten, die von diesem Ökosystem abhängen, einhergehen.

Die nun verfolgten Politleitlinien, für deren Ausarbeitung eine Handvoll von brasilianischen Gangsterkapitalisten, die sich der Unterstützung Washingtons erfreuen, verantwortlich zeichnen, werden nicht nur massive Auswirkungen auf unser globales Ökosystem nach sich ziehen, sondern auch mit massiven Kosten für den Rest der Menschheit verbunden sein.

Es wird in der Folge zu einem Abschmelzen von mehr Eis und dem Ausstoß von Methan, potenziell ansteigenden und mehr Säure enthaltenden Ozeanen, Dürren, Süßwassermangel und einer Zunahme von extremen Stürme kommen, die sich allesamt kontraproduktiv auf die Lebensmittelproduktion auf unserem Planeten auswirken werden.

Gleichzeitig nimmt die Aussterberate unter globalen Arten weiter zu. Die externen Kosten sind exorbitant. Die kurzfristigen Profite der diese Aktivitäten betreibenden und den Amazonas-Regenwald ausplündernden Kapitalisten werden milliardenfach durch die daraus resultierenden externen Kosten, die dem Rest der Menschheit durch eine Handvoll von politischen Gangsterkapitalisten auferlegt werden, übertroffen.

Was sich momentan vor all unserer Augen in Brasilien abspielt, ist nichts anderes als ein riesiges Verbrechen gegenüber der Menschheit. Es handelt sich um ein solch immenses Verbrechen, dass sich alle Nationen dieser Erde vereinigen sollten, um der korrupten Gangsterregierung in Brasilien ein Ultimatum zu setzen.  

Stoppt die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes oder blickt Eurem politischen Sturz samt Anklage vor einem internationalen Strafgerichtshof entgegen, vor dem Eure begangenen Verbrechen gegen die Menschheit verhandelt werden. Es gibt kein größeres Verbrechen als unseren Planeten unbewohnbar für seine Erdbewohner zu machen.

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2019 Dr. Paul Craig Roberts / Institute for Political Economy