Laut jüngstem Challenger Report blicken eben jene Regionalökonomien in den USA, die in den letzten Jahren hochgradig von der Renaissance des heimischen Öl- und Gassektors profitierten, nun einem heftigen Einbruch in Bezug auf deren Wirtschaftsaktivitäten und Beschäftigungssituation entgegen. Und dieser Sinkflug werde sich nicht nur unmittelbar auf den Energiesektor beschränken, sondern sich auch durch alle anderen Wirtschaftssektoren in diesen Bundesstaaten durchfressen.

Ja, es gab ein, zwei Leser, die in letzter Zeit die Frage aufwarfen, was eine sich andeutende Rezession im US-Bundesstaat Texas denn mit dem großen Ganzen zu tun habe. Schließlich, so deren Aussage, handele es sich im Fall von Texas doch nur um ein „regionales Problem“. Nein, so einfach machen wir uns das im Hinblick auf die USA nicht. Dazu braucht man sich nur einmal den für Januar publizierten Challenger Report zu Gemüte zu führen.

Denn immerhin handelt es sich im Fall von Texas um den Ölstaat in den USA schlechthin, der neben Kalifornien, New York und Florida den größten Beitrag zum US-BIP beisteuert. Es war insbesondere auch der Bundesstaat Texas, der aufgrund des Schieferöl- und Gasbooms neben South Dakota eine Sonderrolle spielte.

Hier entstand ein Großteil der neu geschaffenen Jobs, die das BLS allmonatlich in seinem offiziellen Arbeitsmarktbericht ausweist. Dies müssen nicht nur neu geschaffene Stellen in der amerikanischen Öl- oder Raffinerieindustrie sein, sondern auch ein ganzer Haufen von so genannten McJobs, die zuletzt rund um die boomende US-Ölindustrie entstanden waren.

Auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht der Regierung, der heute für den Monat Januar zur Veröffentlichung ansteht, sollte man aus besagten und in der Vergangenheit viel diskutierten Gründen nicht allzu viel geben. Wenn selbst schon Gallup-CEO Jim Clinton US-Präsident Obamas offiziell verlautbarte Arbeitslosenquote in der Öffentlichkeit als Lüge bezeichnet, kann es um die amerikanischen Jobmärkte nicht allzu gut bestellt sein.

Ins selbe Horn stieß heute auch Ökonom Steve Beaman, der sich zu diesem Thema äußerte. Laut dessen Berechnungen liege die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten auch nicht nur annähernd bei den 5,6%, die das Arbeitsministerium für Dezember ausgewiesen habe. Vielmehr sei ein Wert von um die 15% weitaus realer. 

Nun, es war neben meiner Wenigkeit unter anderem auch Dr. Paul Craig Roberts, der sich in den letzten Monaten eingehend mit diesem Thema auseinandersetzte. Die in PCRs Berichten dargelegten Fakten zum amerikanischen Arbeitsmarkt lassen sich schwerlich entkräften und basieren auf Daten, die sich selbst in den offiziellen BLS-Arbeitsmarktberichten verstecken, jedoch nicht an die große Glocke gehängt werden.

Worauf man ein Auge haben sollte, ist der monatlich publizierte Challenger Report, der die Entlassungsankündigungen unter Amerikas Unternehmen aufzeichnet. Und an dieser Front sieht es – wie nicht anders zu erwarten – nicht sonderlich rosig aus. Laut Challenger Report kletterte die Anzahl der angekündigten Entlassungen in den USA im Januar nämlich um 63% gegenüber dem Vormonat.

Die Gesamtzahl belief sich im Januar auf 53.041 nach 32.640 geplanten Entlassungen im Dezember. Die gemeldeten Daten für den Monat entsprechen gleichzeitig dem höchsten Niveau seit Februar 2013 und repräsentieren einen Anstieg von 18% gegenüber dem Vorjahr.  So, lassen Sie uns an dieser Stelle auf Texas und die Ölstaaten zurückkommen. Was glauben Sie, in welchen Sektoren im Januar der höchste Jobabbau angekündigt wurde?

Etwa in Amerikas Öl- und Gasindustrie? Würde ich auf diese Frage jetzt mit Nein antworten, hätten sich nun wohl einige schwer gewundert und am Kopf gekratzt, nicht wahr? Der Anteil der im Januar aufgezeichneten Entlassungsankündigungen, der auf Amerikas Energiesektor entfällt, liegt bei satten 40%.

Vielleicht halten die ein, zwei Leser, die mit ihrer verfrühten und übereilten Kritik damals nicht hinter dem Berg halten konnten, diese Faktenlage immer noch für ein „regionales Problem”, was es mitnichten ist. Schließlich war es insbesondere der Bundesstaat Texas, der in den letzten Monaten und Jahren eine Art Sonderkonjunktur und Miniboom durchlebte, während sich weite Teile der USA im selben Zeitraum nur äußerst schleppend erholten – wenn überhaupt.

John Challenger himself erklärte in einem Statement zum veröffentlichten Report, dass sich die Entlassungen in der amerikanischen Öl- und Gasindustrie in den nächsten Monaten sehr wahrscheinlich noch weiter verschärfen werden. Dies gelte im Besonderen für Unternehmen, die mit der Exploration und Förderung von Öl beschäftigt seien. Nun, wir wissen, um welche Kandidaten es sich hierbei hauptsächlich handelt.

Wohl nicht um die bis über beide Ohren an den Junkbondmärkten verschuldeten Fracking- Firmen, die – falls sich die Energiepreise nicht sehr bald nachhaltig erholen sollten – vor der Pleite stehen?! Dieser Prozess wurde bereits eingeläutet. Resultat ist, dass Spekulanten an Amerikas Junkbondmärkten beginnen, das Handtuch zu werfe, während die Zinsen in diesem Bereich am Klettern sind.

Challenger führte weiter aus, dass eben jene Regionalökonomien in den USA, die hochgradig von der Renaissance des heimischen Öl- und Gassektors profitierten, einen heftigen Einbruch in Bezug auf deren Wirtschaftsaktivitäten und Beschäftigungssituation erleben könnten. Und dieser Sinkflug werde sich nicht nur unmittelbar auf den Energiesektor beschränken, sondern sich auch durch alle anderen Wirtschaftssektoren in diesen Bundesstaaten durchfressen.

Laut Challenger werde es auch einige Profiteure wie den Flug-, LKW- und Fracht- sowie Chemiesektor geben, welche die abgebauten Stellen in der Energieindustrie jedoch nicht annähernd kompensieren könnten. Vielleicht wird jetzt deutlicher, auf welche Weise die ehedem boomenden Ölstaaten in naher Zukunft nicht positiv, sondern negativ zur BIP-Entwicklung in den USA beitragen dürften. Ein „regionales Problem“? Mitnichten!