Denn diese Strafzölle werden die Preise im Inland klettern lassen, während sich die heimische Nachfrage nach importierten Gütern abschwächen wird. Die Erhebung von Strafzöllen wird sicherstellen, dass die wirtschaftlichen Präferenzen von Politikern – anstelle von Verbrauchern – hofiert werden, um darüber zu bestimmen, auf welche Weise Ressourcen allokiert werden.

Dadurch reduziert sich die ökonomische Effizienz, während der allgemeine Lebensstandard  sinkt. Manche Beobachter rechtfertigen diese ökonomische Ineffizienz, indem sie darauf hinweisen, dass diese Maßnahmen richtig seien, um Arbeitsplätze in der Heimat zu erhalten.

Eine solche Sichtweise ignoriert jedoch vollkommen die Tatsache, auf welche Weise die Einführung von Strafzöllen die Kosten in heimischen Industriezweigen steigern, die sich vom ausländischen Materialimport als stark abhängig erweisen, weil sie ihre Produkte ansonsten nicht mehr fertigen können.

Diese steigenden Produktionskosten führen letzten Endes zu Arbeitsplatzverlusten in diesen Industrien. Die durch Präsident Trump beschlossenen Stahlimportzölle könnten gut und gerne zum Verlust von knapp 40.000 Arbeitsplätzen in der stark von Stahleinfuhren abhängigen Autoteileproduktion in der Heimat führen.

Strafzölle führen ebenso zu Arbeitsplatzverlusten in heimischen Industrien, die stark vom Exportgeschäft abhängig sind.  Dieser Fall trifft vor allem dann zu, wenn – was mit großer Gewissheit der Fall sein wird – andere Industrien im Ausland auf Präsident Trumps Maßnahmen reagieren werden, indem sie dort darauf dringen, ebenfalls die Einfuhrzölle auf US-Güter aller Art anzuheben.

Viele von Präsident Trumps Kritikern verkörpern ihrerseits nicht den Freihandelsgedanken, der auf einem freiwilligen Austausch von Gütern und Dienstleistungen über alle Grenzen hinweg basiert, während die ideologischen Anhänger des Präsidenten einem Gedankengut anhängen, das auf einem (durch Regierungen) verwalteten Handel mittels NAFTA und der Welthandelsorganisation (WTO) fußt.

Sowohl NAFTA als auch die WTO setzen sich für die Schaffung einer Weltregierung samt Vetternwirtschaft und Nepotismus ein. Mit freien Märkten hat all das nichts zu tun. Jeder Libertäre oder dem Modell von freien Märkten anhängende Konservative, der davon ausgehen mag, dass die WTO ein Garant für ökonomische Freiheit ist, sollte sich stets in Erinnerung rufen, dass die WTO den US-Kongress einst einmal offen dazu aufgefordert hatte, die Steuern in unserer Heimat anzuheben!

Ausländische Produzenten erweisen sich vielleicht als wunderbare Sündenböcke für all die Probleme, denen unser Land und unsere heimischen Industrien ins Auge blicken. Wie dem auch sei, die Wahrheit ist, dass sich die meisten Probleme, die amerikanische Unternehmen plagen, aus den Handlungsweisen der US-Regierung ableiten. 

Amerikas Unternehmen sehen sich dem Drangsal von Tausenden von Regulierungsgesetzen der Bundesregierung ausgesetzt, die jeden nur denkbaren Aspekt in Bezug auf deren Geschäftsoperationen kontrollieren. Unser Steuersystem belastet ebenfalls unseren Firmen- und Unternehmenssektor. Bis zu der Ende letzten Jahres verabschiedeten Steuerreform, blickten die USA auf die real höchsten Unternehmenssteuern in der entwickelten Welt.

Im Zuge des Steuerreformgesetzes sanken die Unternehmenssteuern, doch Fakt ist, dass die amerikanischen Unternehmenssteuern noch immer höher sind als im Vergleich zu anderen Ländern in der entwickelten Welt.

Die USA geben nicht nur weitaus mehr für militärische Waffensysteme aus als es die Verteidigungsbudgets der nächsten acht folgenden Nationen zusammen vorsehen, sondern geben ebenfalls Milliarden von US-Dollars zur Subventionierung der Verteidigung von wirtschaftlich entwickelten Nationen wie Deutschland, Japan und Südkorea aus.

Unsere US-Truppen aus diesen Ländern abzuziehen und nach Hause zu bringen, würde sich als exzellente Idee erweisen, um die Ausgaben unseres Landes für militärische Zwecke endlich zu reduzieren. Doch der Hauptgrund für unsere ökonomische Malaise ist die Federal Reserve. Amerikas Experiment mit Fiat-Währungen hat ein System geschaffen, das auf einer stetigen Ausweitung der öffentlichen und privaten Verschuldung basiert.

Globale Handelsbilanzungleichgewichte werden auf diese Weise unumgänglich, da die US-Regierung auf ausländische Investoren angewiesen ist, die ihre Schuldenemissionen nachfragen. Ausländische Investoren erhalten das Geld, um die Schuldenemissionen der US-Regierung zu zeichnen, indem deren Länder ihre Produkte an Amerikas Verbraucher verkaufen.

Ein weltweiter Handelskrieg könnte dazu führen, dass ausländische Investoren plötzlich damit aufhören, amerikanische Schuldeninstrumente zu erwerben, womit der Status des US-Dollars als Weltreservewährung schließlich enden würde. Daraus würde eine mächtige ökonomische Krise resultieren, doch zumindest würden unsere heimischen Gestade nicht mehr weiter mit allen möglichen „Billigprodukten aus dem Ausland“ geflutet werden.

Präsident Trumps Standpunkt, laut dem Handelskriege leicht zu gewinnen seien, ist ebenso glaubwürdig wie ehemalige Aussagen von Neokonservativen, laut denen der Irak-Krieg ein Spaziergang im Park hätte werden sollen. Der Ausbruch eines Handelskrieges würde die globale Wirtschaft höchst wahrscheinlich in eine Rezession oder noch etwas Schlimmeres hinein manövrieren.

Anstelle amerikanischen Unternehmen und Verbrauchern Kostensteigerungen aufzuerlegen, und all jene, deren Jobs und Einkommen vom Güterimport abhängen, stärker zu belasten, sollte Präsident Trump vielmehr die wahren Gründe für unsere ökonomischen Probleme adressieren. Dazu gehören aus meiner Sicht insbesondere der beständig expandierende Militär- und Wohlfahrtsstatt, die heimische Steuerbehörde IRS und die Federal Reserve.

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2018 Dr. Ron Paul / Institute for Peace and Prosperity

Dr. Ron Paul war in der Vergangenheit neben seiner rund zwanzigjährigen Tätigkeit als Kongressabgeordneter für den Bundesstaat Texas in der Hauptstadt Washington auch Präsidentschaftskandidat für die Partei der Republikaner. Sein neues Buch „Swords into Plowshares“ ist im Buchhandel erhältlich.

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