Die Venezolaner können einem im Angesicht der aktuellen Ereignisse wirklich nur noch leidtun. Doch mal ehrlich, immerhin hatte sich im Land seit den Tagen des großen „Maestro“ Hugo Chavez eine komfortable Mehrheit im Land gefunden, die im Sinne einer Umsetzung der sozialistischen „Reformen“ votiert hatte.

Jetzt kommt die Rechnung! IWF schätzt Inflation 2018 auf über 2.300%

Warum sich heute also über eine darnieder liegende Rohölindustrie, leere Supermarktregale und eine vollkommene Zerrüttung der Gesellschaft beschweren, die die Schattenseiten der Inflationierung der Wirtschaft und staatlichen Übernahme der Wirtschaft massiv zu spüren bekommt?

Der Internationale Währungsfonds legt jetzt noch einen oben drauf, mitteilend davon auszugehen, dass die Inflation in dem südamerikanischen Land im nächsten Jahr Werte von mehr als 2.300 Prozent (!) sehen wird. Voila! Da stehen wir nun also, während der US-Dollar gegenüber dem Bolivar an den Schwarzmärkten Bocksprünge macht.

Simbabwe lässt grüßen – Bodenschätze oder fruchtbares Land haben nicht geholfen

In Venezuela lässt sich in der Tat ein hyperinflationäres Endspiel beobachten, das bereits den südafrikanischen Staat Simbabwe und dessen bescheidene Mittelschicht zugrunde gerichtet hat. Ähnlich ist beiden Ländern, dass es sich im Fall von Simbabwe einst einmal um die „Kornkammer“ Afrikas gehandelt hatte.

Im Vergleich dazu zählt Venezuela zu jenen Ländern in der Welt, die über die höchsten Rohölreserven verfügen. Trotz allem sieht sich Venezuela aufgrund massiv eingebrochener Investitionen nicht mehr dazu in der Lage, diesen Schatz zu heben. Selbst Benzin muss größtenteils aus dem Ausland eingeführt werden.

Wirtschaft beinahe komplett zusammengebrochen – jährliche Inflation liegt bei 800%

Bislang erreichten die Inflationswerte in Venezuela 800% pro Jahr und mehr. Jedermann kann sich ausrechnen, was es für die breite Bevölkerung bedeuten wird, wenn diese Werte im nächsten Jahr einen Satz auf mehr als 2.300 Prozent machen werden.

Es handelt sich dabei auch gleichzeitig um den höchsten Inflationswert unter allen durch den Internationalen Währungsfonds beobachteten Staaten. Mittlerweile sind die ökonomischen Aktivitäten in Venezuela nahezu komplett eingebrochen. Was an lebensnotwendigen Gütern gebraucht wird, besorgen sich viele Venezolaner mittlerweile im Nachbarland Kolumbien.

Absturz innerhalb von drei Jahren - offizielle Inflationsberechnungen seit zwei Jahren eingestellt

Man sieht, wie schnell die Dinge in Venezuela außer Kontrolle geraten sind. Im Jahr 2014 hatte der ungesehene Absturz des Landes begonnen. Drei Jahre später liegt alles am Boden. Die vollkommen zerrüttete Währung Bolivar hat das gesamte Land, dessen Wirtschaft und Gesellschaft mit nach unten gezogen.

Laut IWF werde die venezolanische Wirtschaft auch im kommenden Jahr um weitere 6 Prozent schrumpfen. Im laufenden Jahr wird von einer Wirtschaftsschrumpfung in Höhe von 12 Prozent ausgegangen. Bezeichnend ist, dass die venezolanische Zentralbank bereits im Dezember 2015 ihre Inflationsberechnungen eingestellt hatte.

Venezuela liegt im Inflationsranking Welten vor dem zweitplatzierten Kongo

Bei dem im Inflationsranking des IWF folgenden zweitplatzierten Landes handelt es sich um die Demokratische Republik Kongo, die es im Gegensatz zu einer Inflation von 2.300 Prozent momentan „gerade“ einmal auf 44% bringt.

Die offiziell durch den IWF geschätzte Arbeitslosigkeit soll im Jahr 2018 einen Wert von 31 Prozent erreichen. Inoffiziell dürfte diese Zahl wahrscheinlich weitaus höher liegen. Den durch Venezuelas Behörden übermittelten Statistikdaten traut mittlerweile aus gutem Grund niemand mehr über den Weg.

Wie geht es weiter mit der Regierung von Maduro?

So sieht wohl ein hyperinflationäres End Game aus. Man darf gespannt sein, welche Schritte in Venezuela folgen werden, um die weiterhin amtierende Maduro-Regierung zur Besinnung zu bringen. Vergessen wir in diesem Kontext bitte nicht, dass Robert Mugabe nach all der Misswirtschaft in Simbabwe unter dessen Ägide noch immer fest im Sattel sitzt. ..

…wenn es notwendig wird, dann eben mit brachialer Gewalt.