Rund fünf Jahre sind inzwischen ins Land gegangen, seitdem Tesla-Gründer Elon Musk den Vorschlag unterbreitete, Reisende in der Zukunft mittels eines speziellen Gefährts durch eine Vakuumröhre in schwindelerregender Geschwindigkeit von A nach B zu befördern.

Trotz allem hat sich auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren eine ganze Menge getan. Nicht nur namhafte Investoren, sondern auch Dutzende von Universitäten sind seitdem auf diesen ins Rollen gekommenen Zug aufgesprungen, um von dieser Entwicklung hochgradig zu profitieren.

2013 gestartet – Ab 2019 soll tatsächlich erste Hyperloop-Verbindung gebaut werden

Wir erlebten die Geburtsstunde des so genannten Hyperloops. Im Jahr 2015 ließ Elon Musk seinen Worten Taten folgen, indem Ingenieure seiner Zweitfirma SpaceX eine meilenlange Hyperloop-Teststrecke bauten.

Nur ein Jahr darauf stellten Entwickler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den ersten Prototyp eines Gefährts vor, der seine Reise durch die Vakuumröhre antreten sollte. In 2017 kam es dann zum ersten Testlauf dieser Niedrigdruck-Kapsel.

Die Inbetriebnahme des Hyperloops scheint nun näher zu rücken und hört sich aus Sicht der aktuellen Entwicklungen nicht mehr nur nach einem visionären Traum an. Eine Tochterfirma von SpaceX plant den Bau einer kompletten Hyperloop-Linie in Abu Dhabi, der im Jahr 2019 beginnen soll.

Weitere Planungen sehen eine Verbindung zwischen den beiden amerikanischen Metropolen Chicago und Cleveland vor. Seit Gründung der Firma Hyperloop Transportation Technologies (HTT) im Jahr 2013 beschäftigt das Unternehmen inzwischen 800 Mitarbeiter und sammelte mehrere zehn Millionen US-Dollars unter Investoren ein.

Erste Zielsetzung des Unternehmens ist die Umsetzung des geplanten Hyperloop-Baus in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mittels der Vakuumröhre sollen Abu Dhabi und Dubai miteinander verbunden werden. Nach Inbetriebnahme dieser Verbindung soll es zu einem Anschluss von weiteren Städten im Mittleren Osten an diese Linie kommen.

Effizienz & guter Service für alle...

HTTs Vorstandsvorsitzender Dirk Ahlborn teilte seine Zukunftsvisionen am Rande einer jüngst abgehaltenen Wagniskapital-Konferenz im russischen Kasan mit Business Insider. Es empfiehlt sich, einige der im Rahmen dieses Interviews geäußerten Ansichten und Visionen ein wenig eingehender zu betrachten.

Ahlborn sagt von sich selbst, kein Fan des öffentlichen Transportsystems zu sein. Ihm geht es um eine Revolutionierung des Transportwesens. Einerseits würden Kommunen hinsichtlich des Betreibens von öffentlichen Transportsystemen massiv Geld verbrennen. Die Metropole L.A. fahre beispielsweise $2,50 an Verlusten pro Fahrgast ein, der/die die Metro benutze.

Andererseits müsse den Fahrgästen in der Zukunft ein besserer Service zur Verfügung gestellt werden. Mit Blick auf den internationalen Flugbetrieb ist es Ahlborns Ansicht, dass sich ein nach unterschiedlichen Gesellschaftsklassen erfolgender Verkauf von Flugtickets als schlecht für die Gesellschaft erweise.

Immense Sicherheitsvorteile – auch aufgrund biometrischer Datenerfassung

Gleichzeitig gibt sich Ahlborn davon überzeugt, dass die Sicherheitsüberprüfungen an den internationalen Flughäfen nichts anders als eine Farce seien. Hierbei handele es sich einzig und allein um ein psychologisches Element in der Massenbeförderung von Menschen. Denn das Scanning von Passagieren und deren Gepäck funktioniere nicht richtig.

Zudem würden die Passagiere im Zuge dieses Prozesses wie Tiere behandelt. Die zukünftige Nutzung des Hyperloops werde auf Basis eines gänzlich anderen Systems erfolgen: und zwar auf Basis von biometrischen Daten. Passagiere werden fortan dazu in der Lage sein, mittels einer zügigen Überprüfung ihrer biometrischen Daten schnell zum Beförderungsvehikel zu gelangen.

Wer die biometrische Datenkontrolle ausübe, so Ahlborn, wisse auch zu jedem Zeitpunkt, wer der jeweilige Passagier ist. Gleichzeitig ist sich Ahlborn sicher, im Vergleich mit der Nutzung eines Flugzeugs über einen markanten Sicherheitsvorteil zu verfügen. Ein Hyperloop ließe sich beispielsweise nicht in ein Hochhaus steuern.

Vorgesehen sei, dass eine Hyperloop-Kapsel 30 Passagiere befördern wird. Allein aus diesem Grund eigneten sich Hyperloop-Kapseln nicht zu terroristischen Anschlägen. Ein Anschlag auf oder mittels einer Metro wäre aus diesem Gesichtspunkt heraus betrachtet weit effizienter.

Voraussetzung: Weniger Demokratie, mehr Zentralisierung

Laut Ahlborn setzten neue Entwicklungen im globalen Transportwesen ein bisschen weniger „Demokratie“ voraus. Anstelle dessen sei ein wenig mehr an „Zentralisierung der Macht“ von Nöten, um erfolgreich zu sein. Übersetzt heißt das: Demokratie eignet sich nicht für diese Art der Fortbewegung in der Zukunft.

In den USA setze die Umsetzung eines solchen Projekts ellenlange Kongressdebatten und
-entscheidungen voraus. In Staaten wie China, Russland oder den VAE entscheide hingegen nur eine zentrale Instanz über Sein oder Nichtsein eines solchen Entwicklungsprojekts, was den gesamten Genehmigungsprozess massiv beschleunige.

Diese Zusammenfassung basiert auf einem Originalbericht, der auf der Seite von futurism.com publiziert wurde.