Doch am vergangenen Mitttwoch, inzwischen sind fast zwei Monate seit der ersten Intervention der Fed vergangen, pumpte die Fed of New York abermals einen Betrag von 62,5 Milliarden US-Dollar in die Refinanzierungsmärkte. Die Fed of New York setzt ihre „Nothilfe“interventionen fort, um dafür zu sorgen, dass eine „Liquiditätsknappheit“ unter Banken nicht noch einmal zu einer Explosion des Zinssatzes für Übernachtgeschäfte auf über 10% führen wird.

Nebenbei sei an dieser Stelle erwähnt, dass ein solcher Zinssatz weit entfernt von dem eigens durch die Fed anvisierten Zinszielsatz liegt.  Die Bailout-Operationen der Fed haben seit September zu einer Expansion des Bilanzbuchs in Höhe von über 250 Milliarden US-Dollar geführt. Investmentberater Michael Pento bezeichnet die jüngsten Aktionen der Fed als „Quantitative Easing (QE) auf Sterioden“.

Einer der Gründe für die plötzliche Liquiditätsknappheit an den Repo-Märkten findet sich in der enormen Emission von Schuldeninstrumenten durch das US-Finanzministerium im Spätsommer und zu Herbstbeginn dieses Jahres.

Banken bedienten sich in diesem Zuge Ressourcen, die für Gewöhnlich zugunsten einer Vergabe von Krediten an den privaten Wirtschaftssektor und zugunsten von Übernachtkrediten zur Verfügung gestanden hätten, um die riesigen Schuldenemissionen des US-Finanzministeriums zu absorbieren.

Wir werden unter aller Voraussicht erneut Zeugen eines solchen Szenarios werden, da das US-Finanzministerium mit einer Emission von neuen Schuldpapieren wird fortfahren müssen, um die stark wachsenden Staatsausgaben zu finanzieren.

Selbst im Angesicht des Überschreitens des amerikanischen Haushaltsdefizits von einer Billion US-Dollar (und weiter zunehmend), lassen weder US-Präsident Donald Trump noch der US-Kongress Interesse daran erkennen, die staatlichen Ausgaben zu senken, was insbesondere mit Blick auf das anstehende Präsidentschaftswahljahr gilt.

US-Präsident Trump wird seinen eingeschlagenen Kurs wahrscheinlich nicht revidieren, um davongaloppierende Fiskalausgaben an die Kette zu legen. Anstelle dessen wird er seinen Sieg wohl als Zeichen interpretieren, dass die amerikanischen Wähler riesige Staatsbudgets und Budgetdefizite hinzunehmen bereit sind oder gar unterstützen.

Keiner unter den aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten/innen der Demokraten geben auch nur vor, sich um die Entwicklung des staatlichen Budgetdefizits zu scheren. Anstelle dessen gehen auch von dieser Seite unentwegt neue Vorschläge in Bezug auf eine Steigerung der staatlichen Ausgaben in Höhe von Billionen von US-Dollars zugunsten einer Auflage von neuen Programmen der Regierung ein.

Joseph Zidle, Stratege bei der Investmentfirma Blackstone, hat die Regierungs – oder „Staatschuldenblase“ als „Mutter aller Blasen“ bezeichnet. Wenn die Staatschuldenblase irgendwann einmal unausweichlich platzt, wird dieses Ereignis zu einem Finanzkollaps führen, der bei Weitem größer und massiver als jener Crash im Jahr 2008 ausfallen wird.

Amerikas Verbraucherverschuldung, die Kreditkartendarlehen, Studentenkredite, Fahrzeugkredite und Hypothekendarlehen mit einschließt, beläuft sich auf nunmehr über 14 Billionen US-Dollar. Diese massiven Staats- und Privatschulden üben einen immensen Druck auf die Federal Reserve aus, um die Zinssätze in Amerika niedrig zu halten oder ab einem bestimmten Zeitpunkt sogar mit negativen Zinsen „zu experimentieren“.

Doch die Fed kann die Zinsen, in denen sich der Preis des Geldes spiegelt, nur befristet künstlich niedrig halten, ohne das Risiko ernsthafter ökonomischer Konsequenzen und Folgeschockwirkungen einzugehen.

Unter Bezugnahme auf Michael Pento befindet sich der Offenmarktausschuss der Fed in einem Panikmodus, da es nun einzig und allein darum gehe, den Ausbruch von ökonomischen Schieflagen, die jene des Jahres 2008 überträfen, auf jede erdenkliche Art und Weise zu verhindern.

„Es geht nicht nur um QE“, wie Pento befindet, „sondern die Dinge drehen sich inzwischen um QE auf Steroiden, da sich mittlerweile jedermann bewusst darüber ist, dass es sich um zeitlich unbesfristetes QE handelt, so wie es in jeder Bananenrepublik der Fall wäre oder in der Vergangenheit der Fall war.“

Der US-Kongress wird sich nicht zu einer Senkung der Staatsausgaben entschließen, solange es nicht entweder zu einer kritischen Masse an Amerikanern kommt, die ihre Abgeordneten darum ersuchen, oder es zum Ausbruch einer ökonomischen Krise kommen wird.

Im Falle eines Krisenausbruchs wird der US-Kongress aus meiner Sicht den Versuch unternehmen, direkte Ausgabekürzungen zu vermeiden, um anstelle dessen die Federal Reserve ihre schmutzige Arbeit der Währungsdevaluierung verrichten zu lassen.  Auf diese Weise würde sich eine Krise allerdings noch verschärfen, womit sich in der Folge mit einer wachsenden Unterstützung zugunsten von autoritären Demogogen im ganzen Land rechnen ließe.

Der einzige Weg, wie wir uns einem solchen Schicksal entziehen können, liegt aus meiner Sicht in dem anhaltenden Versuch unter all jenen von uns, die um die Wahrheit wissen, diese Botschaft immerfort weiter zu verbreiten, um dieser Bewegung mit dem Ziel des Erhalt des Friedens, freien Märkten, einer in ihren Vollmachten eingeschränkten Regierung sowie der Nutzung einer gesunden Währung mehr und mehr Anhänger hinzuzufügen.

Was heißt das für mich konkret?

Es empfiehlt sich, auch wenn es einen hohen Energieauswand von jedem Einzelnen erfordert, sich zu engagieren und im Austausch mit Gleichgesinnten zu bleiben. Wer per se der Ansicht sein mag, dass sich gegen die herrschenden Zustände ohnehin nichts unternehmen ließe, gibt seine eigene Macht an andere ab, um in eine Ohnmachtsstarre zu verfallen. Benötigt wird jedoch das exakte Gegenteil, um eine Bewegung von kritischer Masse zu erzeugen, die sich mittels eines friedvollen Protests für eine Änderung der bestehenden Verhältnisse ins Zeug wirft.

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2019 Dr. Ron Paul / Institute for Peace and Prosperity

Dr. Ron Paul war neben seiner zwanzigjährigen Tätigkeit als Washingtoner Kongressabgeordneter für den US-Bundesstaat Texas auch Präsidentschaftskandidat für die Partei der Republikaner. Sein Buch „Swords into Plowshares“ ist im Buchhandel erhältlich.