Präsident Trump verhängte vor Kurzem Sanktionen gegen die Türkei, um seinen Protest hinsichtlich der Internierung eines amerikanischen Pastors zum Ausdruck zu bringen. Die türkische Regierung hat hierauf mit einer Anhebung der eigenen Importzölle auf amerikanische Einfuhrgüter reagiert.

Der Handelskrieg wird weitläufig für den Kollaps der türkischen Währung, der Lira, verantwortlich gemacht. Während die verhängten Sanktionen eine Rolle dabei gespielt haben mochten, resultiert die türkische Währungskrise hingegen vielmehr aus der Fiskalpolitik der Regierung und insbesondere der in der Türkei betriebenen Geldpolitik.

Die Entwicklung war abzusehen

Im Lauf der letzten sieben Jahre hat die türkische Zentralbank die lokale Geldmenge verdreifacht, während sie den eigenen Leitzins bis auf 4,5% senkte. Die türkische Regierung ist dem Ratschlag (des ehemaligen Fed-Chefs) Ben Bernanke bezüglich eines Abwurfs von Helikopter-Geld bislang noch nicht gefolgt.

Trotz allem haben türkische Politiker große Vorteile aus der ultralockeren Geldpolitik gezogen, um die staatlichen Subventionen zugunsten von Schlüsselwählerblöcken und Partikularinteressen massiv zu steigern. Die Resultate der inflationstreibenden Ausgabeorgien der Regierung erweisen sich für jedermann, der oder die mit der Österreichischen Wirtschaftsschule oder der Wirtschaftshistorie vertraut ist, als wenig überraschend.

Denn die Türkei sieht sich nun durch riesige Defizite, eine kollabierende Währung und eine sich abzeichnende Wirtschaftskrise geplagt, wodurch das Land am Bosporus zum nächsten Kandidaten für einen Bailout durch die Europäische Union oder die Federal Reserve avanciert. Die Türkei wird durch eine Kombination aus zu niedrigen Zinsen, einer völlig ausufernden Ausweitung der Geldmenge und massiven Regierungsausgaben zur „Stimulierung“ der heimischen Wirtschaft eingeholt.

Parallelen zu den USA

Es tun sich Parallelen zu den durch die US-Regierung im Verlauf der letzten zehn Jahre verfolgten Wirtschaftsleitlinien auf. Ohne drastische Veränderungen in der Fiskal- und Geldpolitik wird es auch in Amerika zu schweren ökonomischen Turbulenzen kommen. Die riesigen und weiter wachsenden Staatsschulden werden sich letztendlich im Ausbruch einer großen Krise austoben.

Das Verschuldungsniveau der Regierung erweist sich schlichtweg als nicht mehr tragbar, geschweige denn nachhaltig. Anstelle von Ausgabekürzungen oder Steueranhebungen darf davon ausgegangen werden, dass Politiker Druck auf die Federal Reserve ausüben werden, um die Fed dazu zu drängen, ihnen den eigenen schmutzigen Job mittels Inflationierung abzunehmen. Vielleicht werden wir sogar zu Zeugen, wie die Fed mit der Einführung von Negativzinsen in den USA „experimentiert“.

Alle Sparer in den Vereinigten Staaten würden auf diese Weise hart abgestraft. Die Monetisierung der Staatsschulden wird nicht nur die Kaufkraft des US-Dollars erodieren, sondern auch die Mittel- und Arbeiterklasse in den Vereinigten Staaten weiter dezimieren, die schon zum jetzigen Zeitpunkt auf keinerlei Einkommenszugewinne, die durch die Inflation aufgefressen werden, blicken.

Wenn wir Glück im Unglück haben sollten, wird der nächste durch die Fed verursachte Abschwung lediglich zu einer Wiederholung einer Stagflation nach Art der 1970iger Jahre führen. Ein weitaus wahrscheinlicheres Szenario dürfte der Ausbruch eines immensen Wirtschaftschaos´ sein, das sich in Amerika seit der großen Depression nicht mehr hat beobachten lassen.

Verantwortung

Die im ganzen Land wachsende Kultur des Marxismus, die weitläufig verbreitete Mentalität der sozialstaatlichen Fürsorge und die Bereitschaft von Politikern unter den verschiedensten Seiten des politischen Spektrums, sich gegen politische Gegner der Gewalt zu bedienen, deutet darauf hin, dass die bevorstehende Wirtschaftskrise in zivile Aufstände münden wird, die dazu genutzt werden dürften, um eine weitere Beschneidung unserer individuellen Freiheiten zu rechtfertigen.

All jene, die nicht nur die Ursachen verstehen, sondern auch die Heilung für unsere aktuelle Malaise kennen, haben zwei Verantwortlichkeiten. Einerseits gilt es, einen Plan auszuarbeiten, um uns und unsere Familien zu schützen, wenn die Krise ausbricht. Andererseits unternehmen Sie bitte alles, was Ihnen möglich ist, um die Wahrheit zu verbreiten, in der Hoffnung, dass die Friedensbewegung eine kritische Masse erreicht, damit der Kongress dazu gedrängt wird, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um ein Desaster zu vermeiden.

Da die bevorstehende Krise zum Ende der Akzeptanz des US-Dollars als Weltreservewährung führen wird, sollten Einzelpersonen alternative Anlagen wie einen Kauf von Gold und anderen Edelmetallen in Erwägung ziehen. Die Wiedereinführung eines auf einer freien Marktwirtschaft basierenden Geldsystems sollte zu einer prioritären Zielsetzung für die Freiheitsbewegung avancieren.

Andere Prioritäten wurzeln in einer kompletten Aufgabe unserer interventionistischen Außenpolitik, Ausgabekürzungen in allen Bereichen, einer Rückabwicklung des Überwachungsstaats, einem Schutz aller zivilen Freiheiten und einer vollumfänglichen Bilanzüberprüfung samt einer sich anschließenden Abschaffung der Federal Reserve.

Wenn wir uns engagieren und unseren bürgerlichen Pflichten nachgehen, können wir eine Gesellschaft des Friedens, der Prosperität und der bürgerlichen Freiheit aus der Asche des Militär- und Wohlfahrtsstaats aufbauen.

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2018 Dr. Ron Paul / Institute for Peace and Prosperity

Dr. Ron Paul war neben seiner rund zwanzigjährigen Tätigkeit als Washingtoner Kongressabgeordneter für den US-Bundesstaat Texas auch Präsidentschaftskandidat für die Partei der Republikaner. Sein jüngstes Buch „Swords into Plowshares“ ist im Buchhandel erhältlich.