Freie Märkte propagierende Ökonomen gaben einst einmal das Versprechen ab, dass qualitativ bessere Arbeitsplätze die ausgelagerten Industriejobs in unserer Heimat substituieren würden.

Damals wurde darüber hinaus argumentiert, dass sich eine nach Übersee ausgelagerte Produktion für Amerikas Verbraucher in Form von sinkenden Preisen, die einen auslagerungsbedingten Rückgang der Reallöhne in der Heimat überkompensieren würden, vollauf auszahlen würde.

Wie wir heute wissen, ist dies nicht der Fall gewesen. Haben Sie etwas davon mitbekommen, dass die Preise für Nike-Schuhe, Levi-Jeans, Apple-Computer oder iPhones gesunken sind? Die Konzerne hielten sich nicht an ihr einst abgegebenes Versprechen zum Thema Freie Märkte.

Vielmehr senkten die Konzerne ihre Kostenbasis, während sie ihre Verkaufspreise hochhielten. Nicht die Schaffung eines einzigen qualitativ besseren Arbeitsplatzes materialisierte sich. Trump wird sich solcher Argumente bedienen müssen, um unsere heimischen Konzerne in die Defensive zu drängen.

Andererseits erweckt es nicht den Eindruck, als ob Trump über die Macht verfügen würde, um Amerikas Konzernen hoheitlich zu verordnen, China zu verlassen, um zukünftig wieder verstärkt amerikanische Arbeitskräfte, was auch immer von dieser Arbeitnehmerschaft in der Heimat noch übrig sein mag, anzustellen.

Es gab in der Historie jedoch einmal den Fall, dass etwas Ähnliches geschah. Im Jahr 1952 verstaatlichte US-Präsident Truman die amerikanische Stahlindustrie, um einen Streik zu verhindern, der die heimische Stahlproduktion während des Korea-Kriegs gestoppt hätte. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs fiel damals gegen Truman aus.

Doch nach der außergewöhnlichen Machtakkumulation während der Präsidentschaften der Clinton-, Bush- und Obama-Regime, einschließlich der im Zuge des Kriegs gegen den Terror seitens des US-Kongresses an die Exekutive delegierten Macht, sieht sich ein Präsident heutzutage dazu in der Lage, mittels Präsidentendekreten zu herrschen.

Trump nimmt Bezug auf den im Jahr 1977 verabschiedeten International Emergency Economic Powers Act, der ihn und seine Regierung dazu befähigen würde, amerikanischen Konzernen eine Rückkehr aus China in die Heimat gesetzlich zu verordnen.

Trump blickt auf eine Reihe von weiteren Machtbefugnissen. Ein Präsident, der über die Macht verfügt, amerikanische Staatsbürger unter Verletzung der Habeas Corpus Akte ohne eine Vorlage von Beweisen für das Begehen einer Straftat gegenüber einem Gericht auf unbestimmte Zeit zu inhaftieren, kann anordnen, was immer er möchte. Dass amerikanische Staatsbürger heutzutage ohne ordentlichen Gerichtsprozess samt ergehendem Urteil exekutiert werden können, untermauert diese Sichtweise.

Basierend auf der während der Amtszeit von George W. Bush durch die Republikaner und während der Amtszeit von Barack Obama durch die Demokraten initiierten Machtallokation zugunsten der Exekutive, sieht sich Präsident Trump nunmehr dazu in der Lage, selbst Firmenvorstände und ganze Direktorien verhaften zu lassen, wenn ein Fall konstruiert wird, laut dem die einstige Auslagerung von heimischen Arbeitsplätzen nach Übersee in Abstimmung mit China stattgefunden habe, um Amerika Arbeitsplätze zu stehlen und die Vereinigten Staaten in Richtung eines Drittweltlandes zu befördern.

Um sicherzugehen, die Unterstützung des Deep States hinter sich zu wissen, müsste Trump den militärisch-industriellen Komplex unseres Landes nur daran erinnern, dass die Vereinigten Staaten sich nicht mehr dazu in der Lage sähen, auch weiterhin jene Waffensysteme, die sich als notwendig erweisen, um weiterhin Hegemon der Welt zu bleiben, zu produzieren, solange nicht eine Renaissance des Industriewesens in der Heimat samt Wiederherstellung einer Produktionsbasis stattfindet.

Andrei Martyanov führt in seinem neuen Buch The Real Revolution in Military Affairs den Beweis, dass die Vereinigten Staaten im Hinblick auf die Herstellung von innovativen Waffensystemen und deren Integration im Vergleich zu Russland – und teils auch China – vollends hinterherhinken.

Tatsache ist, dass noch nicht einmal klar ist, ob die Vereinigten Staaten sich überhaupt dazu in der Lage sähen, den Iran in einem konventionellen Krieg zu besiegen. Teile für viele wichtige amerikanische Waffensysteme werden in Übersee produziert, was die Frage aufwirft, ob sich eine Aufrechterhaltung der Belieferung im Falle eines Krieges noch bewerkstelligen ließe.

Mit Rückendeckung des Deep States könnte Trump heimischen Konzernen den Befehl erteilen, ihre Produktion nach Hause zurückzuverlagern. Über viele Jahre haben John W. Whitehead und ich darauf aufmerksam gemacht, dass Washington dabei ist, eine Diktatur in der Heimat zu errichten.

Falls sich der Deep State auf Trumps Seite schlagen sollte, wird Trump zu einem politischen Diktator aufsteigen, der nicht nur Wahlen, sondern auch die Opposition außer Kraft setzen könnte. Um es deutlich zu sagen, sähe sich fortan nicht nur Trump, sondern auch jeder auf ihn folgende US-Präsident hierzu in der Lage.

Einzig verbleibende Frage wäre, wer als Ziel auserkoren würde? Staatsbürger weißer Hautfarbe? Konzerne, die ihre Produktion nach Übersee ausgelagert und Amerika aufgrund ihrer Profitgier ruiniert haben? Russland? China? Der Iran? Ich versuche Ihnen vor Augen zu führen, worauf wir uns zubewegen, und was sich anhand aktueller Entwicklung beobachten lässt.

Weswegen weht ausgerechnet jenem Präsidenten, der sich selbst dazu verpflichtet hat, amerikanische Arbeitsplätze nach Hause zu holen, die Vereinigten Staaten wirtschaftlich rundum zu erneuern und das Drohpotenzial eines Atomkriegs zu reduzieren, auf permanente Weise ein derart kalter Wind seitens unserer korrupten Konzernmedien, der Liberal-Progressiven, der Demokratischen Partei und Millionen von andernfalls schmerzhaft leidenden Amerikanern ins Gesicht?

Einziger Grund hierfür ist aus meiner persönlichen Sichtweise, dass eine solch absurde Attacke auf Trump nur deswegen stattfinden konnte, weil der militärisch-industrielle Komplex unseres Landes einen solchen Angriff unterstützte und zuließ. Andernfalls hätte ein Präsident, dessen Büro über den Verlauf des letzten Vierteljahrhunderts eine derartige Machtfülle akkumuliert hat, seine politischen Opponenten verhaften und auf unbestimmte Zeit inhaftieren lassen können.

Selbst Präsident Abraham Lincoln sah sich während seiner Amtszeit hierzu in der Lage, als er 300 Redakteure von wichtigen Zeitungen und Publikationen im Norden während des Bürgerkriegs festnehmen ließ. Lincoln sendete selbst einen Kongressabgeordneten, der sich ihm gegenüber und aufgrund seiner angeordneten Invasion des konföderierten Südens als allzu kritisch erwies, ins Exil.

Trump liegt richtig, wenn er der Ansicht ist, dass sich der Erhalt des Weltmachtstatus der Vereinigten Staaten nur dann aufrechterhalten lässt, wenn das Industriewesen und eine Produktionsbasis in der Heimat wieder restauriert werden. Trump sollte Amerikas Konzernen aus diesem Grund erklären, dass deren Vorstände die Profite ihrer Konzerne im Verlauf der letzten Jahrzehnte auf Kosten einer Zerstörung der Kaufkraft der amerikanischen Verbraucher gesteigert haben.

Gleichzeitig haben sich dieselben Konzerne dabei langfristig jenen Ast abgesägt, auf dem sie einst saßen. Amerikaner, deren Realeinkommen nicht steigen, verfügen in der Breite nicht mehr über jene Kaufkraft, die einst zum Kauf und Erwerb von Gütern und Dienstleistungen, die zur Steigerung der Gewinne unter amerikanischen Konzernen führten, beitrug.

Selbstverständlich unterliegt die Führung eines Konzerns durch Vorstände und Direktorien einem begrenzten Zeitraum, so dass es die betreffenden Personen langfristig vielleicht nicht kümmert, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Doch ein Präsident kann eine solche Entwicklung zu einer patriotisch-nationalen Angelegenheit machen, wodurch diese Personen und deren Taten ins öffentliche Rampenlicht rücken.

Der nächste Schritt, den Trump wird einleiten müssen, ist, sich mit heimischen Konzernen zum Zweck einer Änderung der Besteuerungsgesetze zusammenzusetzen, um in der Heimat wieder jene Bedingungen zu schaffen, die notwendig sind, um in der Zukunft für eine Renaissance des Industriewesens und einer Produktionsbasis in den USA zu sorgen.

Gewiss handelt es sich hierbei um keine leichte Aufgabe. Hierzu benötigt es Kooperationsbereitschaft – und nicht den Ausbruch von neuen Konflikten. Gleichzeitig muss die Immigration zurückgedrängt werden, weil sich die Wirtschaft in den USA aus aktuellem Blickwinkel nicht als stark genug erweist, um derart viele neue Menschen zu absorbieren.

Darüber hinaus wird Washington seine Kriege in Übersee beenden müssen. Die mit diesen Kriegen verbundenen Kosten, Schulden und Risiken sind weitaus größer als die hieraus zu erzielenden Vorteile.

Falls die USA ihren aktuell eingeschlagenen Kurs nicht ändern, wird unsere Nation zu einem Drittweltland werden. Und hieraus resultiert eine bei Weitem größere Gefahr für uns alle als Diktatoren und angebliche Terroristen unterstützende Staatsregierungen im Mittleren Osten.

Abschließend verweise ich Sie an dieser Stelle noch auf mein insgesamt acht Minuten und 44 Sekunden langes Interview mit Press TV.

Hier geht es zum ersten, hier zum zweiten Artikel dieser Serie.

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2019 Dr. Paul Craig Roberts / Institute for Political Economy