Im Windschatten der Bank of Australia – Analysten überrascht!

Damit tritt Neuseelands Zentralbank in die Fußstapfen der Reserve Bank of Australia, deren Board sich bereits einige Wochen zuvor zu einer Leitzinssenkung von 25 Basispunkten – oder 0,25 Prozentpunkten – entschlossen hatte. Diese Entscheidung musste insbesondere vor dem Hintergrund des taumelnden Immobilienmarktes in Down Under gesehen werden.

Im Fall der neuseeländischen Zentralbank wurde im Anschluss an die Zinssenkung vor sich verschärfenden Abwärtsrisiken im Hinblick auf die Inflationsentwicklung und die Lage an den heimischen Arbeitsmärkten gewarnt. Die Reserve Bank of New Zealand überraschte die Investoren weltweit, da die Konsensschätzung unter Analysten „nur“ eine Zinssenkung von 25 Basispunkten vorgesehen hatte.

Globale Unsicherheiten und rückläufiger Welthandel machen Neuseeland zu schaffen

Immer deutlicher beginnt sich abzuzeichnen, dass sich die eskalierende Lage an den globalen Handelsmärkten mit am stärksten auf jüngst getroffene Entscheidungen unter Notenbanken sowohl in den Industrie- als auch den Schwellenländern ausgewirkt hat. Die amerikanische Federal Reserve spielt hierbei keine Ausnahme.

Und so verlautbarte die Bank of New Zealand im Anschluss an die Zinssenkung, dass neben wachsenden globalen Unsicherheiten auch der rückläufige Welthandel zuletzt stark dazu beigetragen hätte, Neuseelands Handel mit seinen größten Handelspartnern negativ zu beeinflussen.

Ohne neues Notenbankgeld läuft nichts – auch Ausblick negativ

Darüber hinaus habe sich das BIP-Wachstum in Neuseeland über den Verlauf der letzten zwölf Monate abgeschwächt. Stärker noch falle ins Gewicht, dass sich am Ausblick zu einem tendenziell weiter nachlassenden Wirtschaftswachstum nichts geändert habe.

Das Ausbleiben von zusätzlichen, geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen werde aus diesem Grund unter aller Voraussicht dazu führen, die selbst durch die Reserve Bank of New Zealand gesetzten Inflations- und Beschäftigungsziele nicht zu erreichen.

So weit, so gut. Neuseelands Zentralbank gab hiermit unverblümt zu, dass es ohne eine sich fortsetzende elektronische Gelderzeugung seitens Zentralbanken unter allem Anschein nicht mehr weiter zu gehen scheint in der Welt. Immer offensichtlicher wird, in welche Falle sich Notenbanken selbst hinein begeben haben.

Alternativlosigkeit hat viele Namen

Die Übersetzung: Ohne anhaltende Gelderzeugung blicken wir einem massiven Problem ins Auge. Das Beschreiten eines alternativen Weges schließt sich anhand der Sichtweise unter Zentralbanken per se aus. Meine persönliche Ansicht kennen die meisten unter Ihnen. Egal, welchen Pfad die Notenbanken von hier aus beschreiten werden, es wird nichts daran ändern, dass es zu eben solchen (System-)Problemen kommen wird.

Denn wenn sich Notenbanken anhaltend gegen einen deflationären Kollaps stemmen, dann kommt dieser Kollaps eben über die Währungsseite. Und genau auf eben jenen Ausblick hat der Goldpreis zu reagieren begonnen. Eine „Normalisierung“ der Lage an den Finanzmärkten scheint nicht mehr möglich.

Wie ein Drogenfixer hängen die großen Akteure an den Finanzmärkten an der geldpolitischen Nadel der Zentralbanken. Vollkommen abhängig, ohne eine Perspektive auf eine Alternative. Im Jargon der Reserve Bank of New Zealand heißt das dann, sich nach wie vor zum Ziel einer steigenden Inflation zu bekennen.

„Race to the Bottom“

Man sollte manchmal vorsichtig sein, welche Wünsche offen geäußert werden. Denn der neuseeländische Dollar reagierte auf die Zinssenkung der Zentralbank erwartungsgemäß mit deutlichen Abschlägen sowohl in Relation zum US-Dollar als auch zu Gold. Wie zuvor schon einmal erwähnt, scheint ein Paradigmenwechsel an den internationalen Währungsmärkten Einzug gehalten zu haben.

Da unter vielen Akteuren der Ausbruch eines kompetitiven Währungsabwertungswettlaufs vorausgesehen wird, steigt Gold, während Papierwährungen gegeneinander – und vor allem in Relation zu Gold – abwerten. Wir dürften uns im Hinblick auf den Gesundheitszustand des Gesamtsystems auf das letzte Inning zubewegen, somit den „Race to the Bottom“.

Gold auch in Relation zum Neuseeland-Dollar auf Rekordhoch

Die Kaufkraftverluste des britischen Pfunds wie auch des australischen Dollars spiegelten sich zuletzt in den jeweiligen Rekord- und Allzeithochs wider, die Gold in Relation zu den beiden Währungen zu markieren in der Lage war.

Ein Blick auf die Entwicklung des neuseeländischen Dollars zeigt, dass Gold auch in Relation zu dieser Währung ein neues Rekordhoch erklommen hat.

    

     

Notenbanken rüsten sich – weitere Turbulenzen zu erwarten!

Gleichzeitig sank die Rendite auf neuseeländische Regierungsbonds mit einer Laufzeit von zehn Jahren in der letzten Woche um bis zu 20 Basispunkte auf ein Rekordtief von 1,127 Prozent. Deutlich wird, dass die Reserve Bank of New Zealand den Versuch unternimmt, geldpolitisch auf Augenhöhe mit anderen Zentralbanken rund um den Globus zu bleiben.

Gleichsam zeigt sich anhand der getroffenen Entscheidung der neuseeländischen Notenbank, dass Zentralbanken in aller Welt über den Tellerrand hinaus zu blicken begonnen haben, um sich bereits frühzeitig gegen einen gegebenenfalls massiven Abschwung in der Weltwirtschaft zu stemmen. An den Währungsmärkten dürfte dies zu weiteren Turbulenzen führen.