Bei Pacific Investment Management Company – kurz Pimco – war bereits nach dem überraschenden Abgang von Co-Chef Mohamed El-Erian im Januar klar, dass beim größten Anleiheverwalter der Welt richtig Feuer unter dem Dach zu sein scheint. Damals danach gefragt, warum El-Erian Hals über Kopf von Pimco in die Arme des Mutterkonzerns Allianz flüchtete, war die Aussage zu vernehmen, dass er mit seinem langjährigen Darling und Partner Bill Gross nicht mehr zusammenarbeiten wolle.

Gross hat nicht nur seit diesem Ereignis einen Teil seines Nimbus´ eingebüßt. Das Einfahren zu geringer Renditen in den letzten beiden Jahren kratzte bereits stark am Image des bis dahin als Bondkönig betitelten Vermögensmanagers. Resultat war, dass globale Investoren zuletzt Kapital in hohem Maße aus dem Pimco Total Return Fund abzogen, was nun auch Bill Gross mit einer Verzögerung zum Verhängnis geworden zu sein scheint.

Zu Beginn des Quantitative Easing durch die Federal Reserve zu Beginn des Jahres 2009 noch als einer der Frontrunner aktiv, die sich in hohem Maße mit US-Staatsanleihen und MBS-Hypothekenbonds voll luden, um vom zu erwartenden Anlaufprogramm der Fed zu partizipieren und in dessen Windschatten teils enorme Gewinne einzufahren, verlagerte Gross seine Strategie ab 2012, indem er sich zu einem gewissen Zeitpunkt gar komplett von U.S. Treasury Bonds trennte.

Die Erwartung, das der Zeitpunkt gekommen zu sein schien, zu dem die Zinsen in den USA signifikant steigen würden, ging, wie die heutige Entwicklung an den amerikanischen Staatsanleihemärkten zeigt, bis dato noch nicht auf. Resultat waren im Vergleich mit den Vorjahren zu mickrige Renditen, zudem es im Management zwischen El-Erian und Gross – wie sich heute zeigt – zu signifikanten Verstimmungen im Hinblick auf die weitere Strategie und Ausrichtung des Fonds gekommen war.

Wall Street reagiert geschockt

Es ist nur eines der jüngsten Beispiele, das aufzeigt, dass die Entwicklung an den globalen Finanzmärkten in Zeiten der allgegenwärtigen Notenbankmanipulation kaum mehr möglich zu sein scheint. Dass Gross nun nach langen Jahren des Erfolges seinerseits Pimco verlässt, schlug an der Wall Street wie eine Bombe ein.

Beim Konkurrenten Janus Capital werde er nun anheuern, wie das Wall Street Journal am Wochenende zu berichten wusste. Beobachter rechnen damit, dass der Kapitalabzug bei Pimco nach dem doch überraschenden Abgang des langjährigen Doppelgespanns Gross/El-Erian anhalten oder sich gar weiter verschärfen wird.

Laut externen Schätzungen gehen Konkurrenten davon aus, dass der Kapitalabzug bei Pimco letztlich gar die Marke von 30% erreichen könnte. Bei einem Bondfonds, der zu besten Zeiten mehr als $2 Billionen an Anlagegeldern unter Verwaltung hatte, beliefe sich dieser Betrag auf umgerechnet mehr als $600 Milliarden. Trotz allem soll sich bei Pimco nach eigenen Aussagen in der Verwaltung des Total Return Funds in der Zukunft kaum etwas ändern.

Srukturen sollen erhalten bleiben

Laut externen Schätzungen gehen Konkurrenten davon aus, dass der Kapitalabzug bei Pimco letztlich gar die Marke von 30% erreichen könnte. Bei einem Bondfonds, der zu besten Zeiten mehr als $2 Billionen an Anlagegeldern unter Verwaltung hatte, beliefe sich dieser Betrag auf umgerechnet mehr als $600 Milliarden. Trotz allem soll sich bei Pimco nach eigenen Aussagen in der Verwaltung des Total Return Funds in der Zukunft kaum etwas ändern.

Vor allem die durch Gross und El-Erian über Jahre aufgebauten Strukturen sollen erhalten bleiben. Es stellt sich die Frage, ob es nicht besser für Pimcos Total Return Fund wäre, den Versuch zu unternehmen, sich neu zu erfinden. Denn immerhin waren diese Strukturen doch sehr auf das an der New Yorker Wall Street einflussreiche Doppelgespann ausgerichtet. Neben Staatsanleihen und Hypothekenpapieren ist der Total Return Fund auch einer der wesentlichen Player mit Blick auf bestehende 401k-Rentenpläne.

Anleger deuteten die zukünftige Entwicklung falsch

Pimco litt in den letzten 16 aufeinanderfolgenden Monaten unter Kapitalabzügen, was auch damit zu tun hatte, dass die eigenen Anleger die zukünftige Entwicklung falsch deuteten. Vielerorts wurde nämlich schon vor rund zwei Jahren mit deutlich steigenden Zinsen in den USA gerechnet. Nachdem es seit Mitte 2012 im Fall des 10-jährigen Treasury Bonds zu einem Sprung auf knapp über 3% kam, hatte sich die amerikanische Zinskurve in den letzten Wochen und Monaten wieder entspannt.

Ob es sich bei dem zu beobachtenden Zinsrückgang in der 10-jährigen auf in der Spitze 2,35% lediglich um eine Korrektur und Konsolidierung handelt, nach deren Abschluss es zu weiteren Zinsanstiegen kommen wird, bleibt vorerst abzuwarten. Pimcos Performance war in diesem Umfeld in den letzten zwei Jahren recht dürftig. Im laufenden Jahr erzielte der Total Return Fund bislang einen Zuwachs von 3,3%, deutlich weniger als manch andere Konkurrenten.

Kunden verlieren das Vertrauen

Alle Versuche von Gross, seine Investoren zu beruhigen und die eigenen Kunden zum Verbleiben bei Pimco zu bewegen, waren zuletzt gescheitert. In diesem Zuge verwies Gross stets auf ein sich verlangsamendes Wachstum in der Welt, was er als neue Ära bezeichnete, in der Investoren sich an rückläufige Renditen und Erträge zu gewöhnen hätten. Bei Pimco macht man trotz dem Abgang von Gross keinen Hehl daraus, dass sich an dieser Sichtweise nichts ändern werde.

Das globale Wachstum werde sich weiter verlangsamen, wie es hieß. Damit würde es den Finanzverwaltern generell schwieriger werden, Renditen aus den vergangenen Jahrzehnten zu erwirtschaften. Wie es hinter vorgehaltener Hand heißt, habe Bill Gross bei Pimco kurz vor seiner Entlassung gestanden, sei diesem Ereignis jedoch durch seinen vorzeitigen Wechsel zu Janus Capital zuvorgekommen.